Du meinst zu der Beizjagd? Mach ich gerne obwohl da nicht sooo wahnsinnig viel zu berichten ist und es mit dem eigentlichen Thema des Kochens & Essens nur sekundär verbunden ist und eigentlich mehr ein Off-Topic-Erlebnisbericht.
Wie hier im Forum schon das eine oder andere mal von mir angemerkt, habe ich über meinen guten Freund Jürgen (Die "Maisels" Wolfgang und Jana wissen, wen ich meine

) , den ich übers Fischen vor fast 30 Jahren kennenlernte, nun auch recht guten Kontakt zu einer Gruppe von Jägern (10-12 Mann) aus her hiesigen Region nachdem Jürgen in den letzten 15 Jahren vom 100-%-Angler inzwischen schrittweise nur noch zu einem 10-%-Angler und zum 90-%-Jäger mutiert ist

.
Diese "Verschlechterung"

von 100% auf 10 % tat aber unserer Freundschaft keinerlei Abbruch und somit lernte ich fast zwangsläufig "seine" Truppe kennen, mit denen er hier in der Region seiner Jagdleidenschaft frönt. Von Anfang an entwickelt sich auch (nicht nur mit Jürgen) eine reger Austausch von Naturalien, so dass die Jungs entweder individuell (nach Norge-Touren oder wenn mal die Zander/Waller aus dem Neckar recht kooperativ waren) oder als Gruppe (in Form von selbst gefangenem "Gravad-Lachs/Meerforelle" aus DK oder Carpaccio von Söröya-Heilbutt) von meinen Fängen profitierten, als auch ich mal den einen oder anderen Rehrücken, ein halbes Überläufer-Schweinchen oder von den Jungs selbst hergestellte Wild-Würste bekam. Es besteht also ein gesundes Geben und & Nehmen und ich helfe auch bei den Jungs immer mal gerne aus auf einer Jagd, entweder als Treiber oder auch mal nur als "Mundschenk" in ihrer "Basis" im Revier, einem urgemütlich ausgebauten Bauwagen

. Wenn sie also Gäste im Revier haben, dann sorge ich öfter dort dafür, das zur verabredeten Zeit Speis (z.B. einmal ein Wildschein-Chili-con-Carne) und ggfs. warmer Trank (Glühwein) für den gemütlichen Teil nach der Jagd (in Fachkreisen "Kesseltreiben" genannt)

bereit stehen.
Wie das dann auch in Anglerkreisen so ist, ist dann auch in Waidmanns-Kreisen immer mal einer dabei, der einen kennt, der einen kennt, der eine andere (noch) unbekannte Facette der eigenen Leidenschaft bedient.
Somit bekamen die Jungs eben Kontakt zu einem Falkner hier aus Südhessen, der hier auch offiziell die Beizjagd betreiben darf, weil er die dazu notwendigen Kenntnisse und Lizenzen besitzt und gerade (zu dem Zeitpunkt der Jagd) einen recht frisch fertig ausgebildeten Steinadler-Terzel im Alter von rund 3 Jahren hatte, den er gerne mal einsetzen würde. Da alle aus dem Jägertrupp einfach mal Interesse hatten, das zu erleben, wie so was abläuft, wurde Mario mit seiner Frau ins Revier eingeladen...und Jürgen "funkte" auch mich an obwohl ich ja offiziell kein Jäger bin. Der Termin stand, ich hatte da auch Zeit und da ich Greifvögel schon immer faszinierend fand, war ich natürlich gerne mit dabei

.
An einem nebligen Morgen trafen wir uns im Revier und Mario beantwortete erst mal geduldig alle Fragen, die wir als Beizjagd-Laien eben so hatten!

Und wir hatten alle mal die Gelegenheit so ein tolles Tier wie einen Steinadler doch mal aus
direkter Nähe zu sehen! Ich hatte zwar in NO schon öfter Seeadler gesehen, teils auch auf nur 10-12 m- Entfernung im Vorbeiflug aber es ist dann doch wieder was anderes wenn man nur 1-1,5 m vor so einem prachtvollen Geschöpf steht und auch die Muße hat, ihn genau länger zu betrachten,
einfach grandios!!!


Dann gings an "Eingemachte", es sollten auf den Feldern am Waldrand im Revier Kaninchen und ggfs. Feldhasen mit dem Adler gejagt werden und wenn sich ein Fuchs zeigen sollte, dann sollte auch der vom Adler gepackt werden, was ich schon ganz schön heftig finde denn so ein Fuchs ( 4-8 Kilo) wiegt oft mehr als ein Adler (Terzel mit 3-4 Kilo). Da sei aber für ein gut ausgebildeten Adler kein echtes Problem, so der Falkner...

...
Respekt! An dem Tag kam uns allerdings kein Fuchs unter, um das schon mal im Voraus zu sagen.
Wir (es waren außer dem Falkner mit seiner Frau noch mit mir 7 weitere Personen mit dabei) wurden dann also in einer Reihe mit ca. 20 m Abstand am Waldrand aufgestellt, der Falkner mit seinem (ungeduldigen) Adler auf dem Handschuh in der Mitte der Linie und los ging es gemütlichen Schrittes über mehrere "Stoppelfelder". Wenn sich dann auf dem Feld ein Kaninchen zeigte, wurde der Adler auf das flitzende Kaninchen aufmerksam gemacht (wenn er es nicht sowieso selbst schon bemerkt hatte) und vom Handschuh "abgeworfen". Und dann ging der echt los wie "Schmitz Katze"! Echt erstaunlich wie schnell so ein großer Vogel beschleunigen kann!


Die einzelnen Jagden waren immer in wenigen Sekunden vorbei, entweder weil das Kaninchen sich in einen Bau retten konnte oder der Vogel erfolgreich war und dann seine Beute, mit den Flügeln abdeckend, am Boden hielt und es mit einem Schnabelhieb/ Biß in den Hinterkopf/Nacken sehr schnell tötete. Dann ging der Falkner hin, nahm den Adler wieder auf die Faust, belohnte ihn mit einem kleinen Stück Eintagsküken oder sonstigem Stück Fleisch und man packte die Beute erst mal in einen Rucksack. Dann gab man dem Adler eine kurze Pause (so eine Jagd ist kurz, heftig und anstrengend für den Vogel) und dann marschierte man weiter. Kurz und gut, während wir in gut 2,5 h 3 Felder abmarschierten, waren 5 mal Kaninchen in jagdbarer Entfernung (war auch schwierig wegen des Nebels, den man ja auch auf den Bildern oben sieht) wenn wir sie aufscheuchten, 2 mal schafften es die Kaninchen noch, in den Bau zu entkommen und 3 Mümmelmänner wurden die Beute des Adlers.

Dann war der Adler "fertig", der Falkner wollte den noch recht frisch fertig ausgebildeten Terzel auch nicht überfordern

. Es ging dann zu der von mir oben erwähnten "Basis", der Adler wurde versorgt und in seiner Transport-Kiste untergebracht, die Kaninchen ausgeweidet & abgezogen und man setzte sich noch ein wenig gemütlich zusammen. Einen der Mümmelmänner nahm der Falkner mit, einen bekam Knut, der Pächter des Jagdrevieres und einen "spendete" man mir, weil ich das "Kesseltreiben" schon morgens um 4 Uhr weitgehend vorbereitet hatte, was ich natürlich dankend annahm!

Das ist also die Geschichte "meines" Karnickels im Tiefkühler.