2. Warum in den Norden?
Das lässt sich leicht beantworten - war meine Idee!
Meine Frau wandert für ihr Leben gerne und wollte in 2018 eine neue Tour ausprobieren.
Wir haben also aus den üblichen 3 Wochen Tysnes 2 Wochen gemacht (schweren Herzens) und dann hatte ich "freie Hand" für die Planung der letzten Woche und natürlich auch schon gedanklich eine Liste der möglichen Teilnehmer erstellt.
Eine Anreise mit dem Auto kam für uns angesichts der kurzen Reisedauer nicht in Frage - also Flieger und wenn schon Flieger, warum dann nicht mal woanders hin?
Selbstverständlich hatte die jahrelange Lektüre diverser Meeresangel-Zeitschriften auch bei mir Spuren hinterlassen und der Gedanke, mal etwas Neues auszuprobieren und natürlich auch, mal andere Fische zu fangen war absolut präsent.
Dazu kam, dass ich gerne mal wieder mit R. eine Tour unternehmen wollte - ihn kenne ich schon aus gemeinsamen Hitra-Zeiten.
Mit Tysnes - dachte ich mir - kann ich ihn aber schlecht locken, weil er schon einmal da war (im Sommer) und sein 10-Fische-Ziel (siehe #1024) regelmäßig verfehlte.
Also irgendetwas im Norden mit möglichst komfortabler Anreise und wenig Ausfallrisiko (Wetter).
Um jetzt mal die Formulierung von Kopyto aufzugreifen: Ich hatte nicht die Erwartung, dass es "besser" als in Tysnes wird, aber anders - und so kam es ja dann auch.
Mir war auch klar, dass ich einige Kompromisse machen muss - ich vertrage das Fliegen nicht so gut, weil ich mit dem Druckausgleich beim Landen Probleme habe und selbstverständlich hatte ich ordentlichen Respekt vor der Packerei, obwohl wir mit 2 x 23 Kg plus Handgepäck ja schon einiges mitschleppen konnten. Ist halt aber trotzdem nicht so wie mit dem Auto

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Kompromiss hieß für mich auch, mich häufiger und länger als sonst auf dem Wasser aufzuhalten, damit R. bei Laune bleibt.
Wir hatten zwar zwei Boote, aber R. "jagt nicht gerne alleine".
Also haben wir auch diesmal wieder die schon seit Jahren gleichen Dialoge geführt, wie
R.: "wir sind schon seit zwei Stunden mit dem Filetieren fertig und gegessen haben wir auch schon, wann willst Du wieder raus?"
Ich: "wenn der Regen aufgehört hat und das Wasser wieder aufläuft, also ungefähr in drei bis vier Stunden"
R.: "so lange will ich nicht warten!"
Ich: "dann fahr doch schon mal los"
R.: " und in einer halben Stunde?"
Ich: " Oh Mann!"
Drei Stunden später treffe ich dann (in der Regel) einen durchnässten und fischlosen R. auf dem Wasser an, der sich trotzdem beharrlich weigert, einen möglichen Zusammenhang zwischen den Gezeiten und dem Fangerfolg in Betracht zu ziehen - manchmal hat er aber auch Recht (in einer solchen Phase hat er die große Meerforelle gefangen).
Wie auch immer: Er ist ein Super-Kumpel und ich freue mich immer, wenn wir was zusammen machen können.
So - das Ziel war also klar und die Erwartung auch:
Sicher springen uns die Fische da auch nicht ins Boot (5 € ins Phrasenschwein) und wir werden - wie in jedem neuen Revier - Lehrgeld zahlen müssen. Wir sind aber total gespannt, wie die Gegend und die Fischerei da ist und geben uns alle Mühe, das Beste daraus zu machen!
Fortsetzung folgt........