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Stolmen - Fisherman's House

silentk

Stammnaffe
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Hui. Plötzlich richtig was los hier - super.

Erstmal einen riesen Dank an @Laheda. Schick mir dann noch deine IBAN bitte, damit ich dir das Geld für das professionelle Guiding überweisen kann :lacher: Wirklich Klasse. Wir werden dann definitiv mal die Bereiche für Leng abklopfen und eventuell auf dem Rückweg bei den Köhlern anhalten. Vielen Dank!

Ich fange mal der Reihenfolge nach mit der Frage nach dem Haus an. Die Vermieterin ist eine recht nette Person, die aber keinerlei Ahnung von Vermietung, Booten und Angeln hat. Die Einweisung in das Boot erfolgte mit den Worten. „Naja sie waren schon mal in Norwegen, sie können das sicher besser als ich“. Mit dem Plotter konnte sie nichts anfangen und verwies auf die Anleitung. Die Boote, sagte sie, hat sie einfach blind gekauft, weil ihr diese von Kingfisher empfohlen wurden. Es sind zwei Øien 620f. Schöne geräumige Boote mit ordentlicher Bordwand. Verbaut sind 50PS Yammis, die meiner Meinung nach etwas unterdimensioniert für die breiten Øien sind. Es gibt aber nichts zu bemängeln, alles top und sehr sauber - letztes Jahr hat sie diese erst gekauft. Falls es interessiert: Es sind 6 Rutenhalter verbaut. Paddel und Notfallausrüstung liegen keine bei.

Einen Zettel vom Fiskeridirektoratet mit entsprechender Belehrung und Anweisungen zum Festhalten der Fänge gab es nicht. Fragen zum Revier konnte sie ebenfalls überhaupt nicht beantworten.

Die Vermieterin wohnt wohl etwas weiter weg und hat sich nach unserer Ankunft, bei der wir sie freundlich mit einer Flasche Whiskey begrüßten, leider nicht mehr blicken lassen. Das Haus gehört ihr noch nicht, sie hat es nur gemietet, möchte es aber nächstes Jahr kaufen, sofern das möglich ist. Ihr ist bewusst, dass einige Dinge überholt und neu gemacht werden müssen, das will / kann sie aber angeblich erst, wenn ihr die Bude gehört. Die Teppiche haben echt eklige Flecken und das Bad ist in die Jahre gekommen mit entsprechenden Schimmelstellen. Die Kühltruhe schließt nicht mehr richtig, es muss immer etwas schweres drauf gestellt werden, sonst ist sie offen. Der Filetierplatz ist schmuddelig, Kühlschrank und Schränke ebenfalls dreckig. Die Schlafzimmer im oberen Stockwerk hingegen sind top und die Betten bequem. Mit den derzeit angebotenen 50% Rabatt von Kingfisher geht das in Ordnung, da beschwere ich mich nicht. Dieses Haus zum Vollpreis von 1800€ pro Woche zu vermieten finde ich aber eine Frechheit und kann euch wirklich nur davon abraten. Nehmt lieber eins im Stolmasund, die sahen von außen recht neu aus, auch wenn sie wohl kleiner sind.

Das Plattfischangeln vom Steg, mit Reker, brachte bisher nur Lippfische. Das heißt nicht, dass es keine Platten gibt, aber die Lippfischpopulation ist immens. Ich habe es ein paar mal probiert, kann gut sein, dass die Lippfische einfach schneller am Köder sind, weil es mehr von ihnen gibt. Auf MeFo habe ich es noch garnicht probiert. Eventuell mal heute Abend, wenn der Wind etwas weniger bläst. Ich hatte mich auf schwerere Köder konzentriert und mit Zocker und Spöket eine ganze Menge Küchenpollack gefangen. Gestern Abend waren es wieder 6 schöne Exemplare in etwas über einer Stunde. Das macht auch einen Ausfalltag halbwegs erträglich. Das Wasser am Haus ist dafür jedoch etwas flach, ich empfehle daher von der Mole bzw. dem Felsen am Hafen im NW ein paar Würfe zu machen :a020:

Wir werden jetzt schön frühstücken, noch ein Paar Ersatzmontagen knüppern, dem Wind zusehen wie er (hoffentlich) weniger wird und dann geht es auf die Stellen von @Laheda raus. 2 Tage noch mit vertretbarem Wind, jetzt heißt es Vollgas geben. :flaggen14:

Beste Grüße,
Erik
 

eiche64

Stammnaffe
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Südwestlich von Platz 8, der 82m Berg bringt auch gut Leng. Falls der Wind bläßt, am alten Industrieanleger oberhalb der Brücke lassen sich auch gute Pollack fangen.

Gruß Jens
 

Leng-Lumb-Laich

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Da muß ich Jens Recht geben, diese Stelle sollte auch gut für Seehecht sein. Auf der KF -Karte der Punkt 4 ( oberhalb der 177er Berg) ist eine Bank für große Köhler ( 80 - ü1m) immer schön vorm oder hinterm Berg mit Speedys alles abackern, hat bei uns gut geklappt. Vor allem bei auflaufendem Wasser. Die angegebenen Stellen von Heike für Pollack sind wirklich gut, die ziehen mitten in der Bradandung, und davor bei ca. 30m Wassertiefe haben wir auf Gummi fast alles gefangen( Seeteufel, Dorsch große Pollack und Lumb und Leng)
So nun haut rein Jungs und berichtet was geht.
Spricht die Vermieterin deutsch?

Gruß Peter
 

silentk

Stammnaffe
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Ich habe euch nicht vergessen. Ein ausführlicheren Bericht folgt diese Woche noch! Wir sind gestern wieder gut angekommen. Schönen Sonntag erstmal :)

Beste Grüße,
Erik
 

blaumeise

blaumeise
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Das Plattfischangeln vom Steg, mit Reker, brachte bisher nur Lippfische. Das heißt nicht, dass es keine Platten gibt, aber die Lippfischpopulation ist immens. Ich habe es ein paar mal probiert, kann gut sein, dass die Lippfische einfach schneller am Köder sind, weil es mehr von ihnen gibt. Auf MeFo habe ich es noch garnicht probiert. Eventuell mal heute Abend, wenn der Wind etwas weniger bläst. Ich hatte mich auf schwerere Köder konzentriert und mit Zocker und Spöket eine ganze Menge Küchenpollack gefangen. Gestern Abend waren es wieder 6 schöne Exemplare in etwas über einer Stunde. Das macht auch einen Ausfalltag halbwegs erträglich. Das Wasser am Haus ist dafür jedoch etwas flach, ich empfehle daher von der Mole bzw. dem Felsen am Hafen im NW ein paar Würfe zu machen :a020:
super, vielen Dank! Das mit den Lippies kenne ich natürlich. Mein teilweise erfolgreiches Rezept dagegen: hart auf dem Boden angeln, d.h. ganz kurzes Vorfach nach dem Blei, also kein Paternoster, sondern quasi gestoppte Durchlaufmontage.
Und natürlich große Haken.
Gruß,
Stefan
 

silentk

Stammnaffe
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Hallo zusammen!

Vorab nochmal vielen Dank an alle von euch, die bereits auf Stolmen waren und mich ab der zweiten Hälfte des Urlaubs mit Tipps und Tricks zum Revier versorgten. Als Erstes wollten wir die Köhlerstellen testen, weil das trotz starker Drift meist noch recht gut funktioniert, denn man braucht ja keinen Grundkontakt. Es kam wie es kommen musste: Ein gelber Fischtrawler drehte seine Runden über dem tiefen Loch und pflasterte alles mit Netzen zu. Das ist nicht übertrieben, es waren wirklich Unmengen. Wir probierten es trotzdem - mit mäßigem Erfolg. Ein paar mittlere Köhler bis 60-65cm gingen auf unsere Köder, die Großen landeten leider im Netz und werden nun wohl zu Fischmehl verarbeitet. :a045:

Eine Ausfahrt zu den Lengstellen war auf Grund des Wetters leider ebenfalls nicht mehr möglich. Der Sturm hatte sich zwar gelegt, aber die Dünung war zu stark für unser Boot und die abgesägte Bordwand am Heck. Da hat as Oien seine schwächen. Wohlgefühlt habe ich mich nicht, meinen beiden Beifahrern war sogar schlecht. Also, abfahrt: Die Dame wurde zuhause abgesetzt und für uns Männer hieß es nun wieder: Pollack. Zum Leuchtturm nach Furen konnten wir leider nicht mehr. Als weitere gute Stelle stellte sich die Bucht nordöstlich vom Stolmensund, am Fabrikgelände, dar. Direkt an der Steilwand bei 20m waren richtig dicke Makrelen unterwegs, darunter standen feiste Pollacks. Das hat Laune gemacht.

Meine Freunde, die mit mir im Uraub waren, sind absolut begeistert. Auch wenn es für uns keine Meterfische gab, so waren sie von Landschaft und den Pollacks sehr angetan. Johannes meinte sogar: "Angeln in Deutschland ist jetzt so sinnlos, wenn man das hier kennt". Er hat fast recht, aber ich werde ihm zeigen, dass es auch in Deutschland gute Fische gibt. Wir wollen jetzt im Herbst gemeinsam den Fischereischein machen und dann in heimischen Gewässern auf Jagd gehen. Nächstes oder übernächstes Jahr geht es dann wieder nach Norwegen mit den Beiden. Für mich war es ein schöner Urlaub, aber die Ausbeute, besonders beim Leng, enttäuschte mich schon ein wenig. Pollack hingegen ist massenweise vorhanden, schmeckt besser, wird aber nicht so schön groß. :a055: Da bin ich anderes gewohnt. Der Urlaub war zu kurz um beurteilen zu können ob es an den Stellen lag - vermutlich ja. Wenn wir in den ersten Tagen, wo wir wenig Wind hatten, die richtigen Stellen probiert hätten, dann hätte es sicher besser geklappt. Um festzustellen, dass der Fjord auf Grund quasi leer ist, brauchten wir gute 3 Tage. Bei 7 Tagen Urlaub eher suboptimal. Fazit: Nächstes mal einen längeren Urlaub buchen um ein neues Revier kennenzulernen :lacher: Das Wetter war für Ende September / Anfang Oktober übrigens trotzdem gut. Wir hatten nur einen richtigen Ausfalltag, an dem garnichts ging. Pollack, im näheren Umfeld der Unterkunft, war immer möglich. Seid gewarnt: Unsere Vermieterin sagte auch, dass man Pech haben kann und garnicht raus kommt. Das Gebiet ist wirklich sehr windanfällig, fast wie Borhaug.

Die Vermieterin spricht übrigens ausschließlich Englisch. Am Ende, als wir unsere Kaution wieder bekommen wollten, sollten wir ihr lediglich das Boot zeigen. Sie sagte dann: "Das Haus müsst ihr mir nicht zeigen, schlimmer als vorher kann es ja nicht geworden sein." Sie entschuldigte sich auch mehrfach für die Immobilie und sicherte uns zu, dass sie im nächsten Jahr renovieren möchte. Das ganze war ihr sichtlich unangenehm. Und nochmal: Für 900€ ist es in Ordnung, für 1800€ - Vollpreis - seht euch lieber nach etwas anderem um, besonders wenn ihr pingelig seit, was Hygiene und Ausstattung angeht.

Am Ende noch ein paar empfehlenswerte Ausflüge: Bekkjarvik, der "Globen" bei Sonnenuntergang und auf der Rückfahrt beim Fischmarkt in Bergen halten. Wenn sonst noch jemand etwas wissen möchte, oder ich etwas vergessen habe, fragt einfach. :)

Over and out. :flaggen14:
Erik
 

Leng-Lumb-Laich

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Hi Erik,
Danke für deinen Beitrag. Wir hatten vor 2021 mal wieder ins Fishermanns Hous zu fahren, aber so nicht. Wir können nur hoffen, das am Haus und Umgebung nächste Zeit was passiert und das die Fischer noch ein paar Fische drin lassen.:flaggen14:

Bis zum nächsten Mal
Gruß Peter
 

Sulkarnika

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Schöner Bericht, danke dafür. :) Was schätzt du, wie viel Zeit sollte man sich für so einen Trip mindestens nehmen?
 

eiche64

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Also ich fahre nach Norge nur noch 2 Wochen mindestens, weil sich für mich sonst die lange Anreise nicht lohnt.
Muß halt jeder für sich entscheiden. Stolmen liegt strategisch günstig, da nicht weit weg von Bergen.
Spart Benzinkosten , dafür höhere Fährpreise. Alles ein wenn und aber.

Gruß Jens
 

Stepahn1983

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Also das kommt ganz darauf an was du vor hast. Zum Beispiel als Männertour, welche in der Regel etwas rustikaler ausfällt und sich auf das fischen beschränkt, reicht eine Woche aus. Als Familieurlaub würde ich auch mind. 2 Wochen einplanen. Die Instel Stolmen / Selbjorn ist ein sehr schönes Revier und gut zu erreichen. Ich empfehle die Fjordline Hirtshals-Stavanger und wieder ab Stavanger zurück. Das hat ein riesen Zeitvorteil (Fahrzeit in etwa 3 Stunden) und zum anderen muss man sich am Abreisetag nicht stressen und kann ganz gemütlich morgens den Rest (Fisch) einpacken und nach Stavanger fahren. Die Fähre würde ich über die norwegische Seite buchen, hier kann man ein paar Euro sparen zudem bietet die Fjördline Aktionsangebote an. Z.B. dieses Jahr Überfahrt im Ruhesessel für knapp 100 Euro (über die norwegische Seite) Die Kabine kann man sich dann einfach an der Rezeption zum normaltarif dazubuchen.
 

silentk

Stammnaffe
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Moin!

Wir fahren im Sommer immer für mindestens 14 Tage in unser ‚Heimrevier‘. Ich würde von weniger kurzen Trips abraten, falls ihr die Wahl habt. Ist immer viel zu packen - eine kleine logistische Meisterleistung. Nach 7 Tagen hat man sich dann meistens eingearbeitet und ist in Norwegen angekommen. Für mich beginnt dann in der zweiten Woche erst der richtige Urlaub und die Erholung. Es ging jetzt leider nicht anders, denn Geld und Urlaub sind natürlich bei den meisten, wie auch bei uns, die limitierenden Faktoren. Aber wer die Wahl hat...

Beste Grüße,
Erik
 
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