Lachsangeln Vancouver Island, BC

cohosalmon

Stammnaffe
Registriert
7 Mai 2012
Beiträge
755
Ort
Victoria, BC
D
Man geile Fische die ihr da habt.
Den Traum vom Lachsangeln werde ich mir irgendwann auch mal erfüllen.

An den Flüssen angelt ihr da nur mit Fliege oder gibt es da auch andere Möglichkeiten?
Ich habe noch nie mit einer Fliegenrute geangelt! Ich will mich ja nicht selbst einwickeln.

Gruß nach Kanada

Kalle
Das geht auch mit Spinnangel oder Posenangel. An einigen Fluessen ist nur Fliegenfischen erlaubt oder einige Gewaesser haben eine oder mehrere exclusive Fliegenstrecken - wie auch anderorts in Europa. Nur was Du wissen solltest: die Entnahme von Lachse ist an den allerwenigsten Fluessen in BC noch erlaubt. Der hier im Bericht erwaehnte Conuma ist soviel wie ich weiss neben dem Stamp/Somass River bei Port Alberni und dem Campbell River der einzige Fluss auf der Insel wo noch regelmaessig eine moderate Lachsentnahme erlaubt ist.
 

cohosalmon

Stammnaffe
Registriert
7 Mai 2012
Beiträge
755
Ort
Victoria, BC
1.7.2021; Nootka Sound – Tag 4

Unser 4. und letzter Tag sollte mehr den Lachsen gewidmet werden. Die Windvorhersage war ok fuer den Morgen und dann etwas sportlicher fuer den Nachmittag. Ueber die letzten Tage hatten wir mehrere Charterboote innerhalb des Fjordes fischen sehen. Am Schlachttisch waren deren Faenge mit unseren verglichen eher mager. Ich sah ein paar der Gaeste neidisch auf unsere Butthaufen schielen. Die Guides wollten wohl die Gaeste, die meist wie Familien mit kleinen Kindern aussahen, nicht den schaukeligen Bedingungen vor der offenen Kueste aussetzen und begnuegten sich dann lieber mit zwei oder drei 8 pfuendigen Fresslachsen die im Fjord ihr Unwesen trieben. Heilbutt ging schwer im Fjord. Die grossen Laichlachse kamen erst Ende Juli tief in den Fjord. Der Conuma River, der ja direkt vor dem Moutcha Bay Resort in the Fjord muendete, war ein Lebensraum von Chinooks, Cohos und Chums. Im spaeten August und September bis Oktober tummelten sich dann einige tausend Lachse direkt vor dem Resort um dann beim ersten schweren Regenfall in den anschwellenden Conuma aufzusteigen. Das Resort haelt am letzten Augustwochenende immer ein Kajak-Lachsderby bei dem man mit allen Schwimmhilfen inklusive einer Luftmatraze einen Lachs fangen kann. Irgendwann muss ich da mal mitmachen! Wer aber denkt das Lachse, die ueberall um’s Boot herumspringen, leicht zu fangen waeren, der taeuscht sich sehr. Die Lachse haben in dieser Phase keine Fresslust mehr und beissen nur noch aus Reflex oder Wut. Da einen zu haken braucht Geduld und Ausdauer, gute Nerven und eine Menge greller Koeder.

Jedenfalls war jetzt noch Lachsfischen an der Aussenseite angesagt. Im Fjord ging noch nichts. Daher waren wir immer auf brauchbare Windverhaeltnisse angewiesen. Am Donnerstag sah es fuer den Morgen gut aus und wir wollten ein bisschen an unserer Lachsquote arbeiten. Wir waren alle heiss und hofften auf eine neue, hungrige Chinookschule, die hoffentlich ueber Nacht angekommen war. Wir fingen wieder am Leuchtturm an und hatten gleich Kleinlachsalarm. Die flache Bucht war diesmal nur halb verkrautet und so drehten wir ein paar Runden dicht unter Land und zwischen einzelnen Felsinseln. Ploetzlich riss es hart an der Squidrute und diesmal war ich schneller als die Jungs. Ich hatte auf einen grossen Chinook gehofft, merkte aber bald dass das nichts werden wuerde. Der Fisch machte ordentlich Alarm aber nahm keine Schnur und als er einmal vielleicht einen Meter aus dem Wasser geschossen kam, war klar: das war ein Coho. Aber fuer einen Coho um diese Jahreszeit war er nicht schlecht und ich genoss den kurzen aber wilden Drill. Ricardo sackte ihn dann ein und das erste 5-6 Pfund Silber war an Bord heute.

Wir verbuchten noch zwei Fehlbisse an dieser Stelle aber dann zogen wir weiter. In der naechsten Bucht zwischen den Wash Rocks (mehrere kleine Felsinseln) schleppten schon eine Menge andere Boote. Einer winkte uns zu und begruesste mich beim Namen. Den Norm hatte ich gestern beim Filetieren kennengelernt. Ein netter Kerl der sogar ein bisschen Deutsch sprach – seine Mutter war Deutsche. Sie hatten noch nichts in der Kiste. So zogen wir weiter raus. Ricardo und Alec fingen beiden ein paar Shakers bis dann ploetzlich die Blinkerrute hart ausloeste. Alec war an der Reihe und schon nach wenigen Sekunden deutete er Grosslachsalarm an! Ricardo und ich holten das ganze Zeug ein und machten das Deck landungsklar. Der Fisch dueste richtig los. Ich glaube erst nach 30 oder 40 Sekunden konnte Alec ueberhaupt erstmal den Finger an die Rolle legen. Aber auch dann hoechstens fuer ein oder zwei Kurbelumdrehungen und dann raste der Fisch wieder davon. Da hier noch 2 oder 3 andere Boote in der Gegend waren, drehte ich lieber um und fuhr etwas im Winkel auf den Fisch zu um jeglichen Booten den Weg ueber unseren Fisch abzuschneiden. Alec musste jetzt kurbeln wie ein Weltmeister um die Schnur straff zu halten. Klappte prima. Dann ging es noch paar Mal hin und her. Ich staune immer wieder wie kraeftig diese Fische hier vor Nootka sind. Die stehen voll im Saft und kaempfen wirklich ueber ihrer Gewichtsklasse. Als wir den Fisch das erste Mal zu Gesicht bekamen, waren wir fast enttaeuscht. Der hatte gekaempft wie weit ueber 20 Pfund, war aber deutlich kleiner.

Ricardo kescherte ihn bald gekonnt ins Boot. Ein feister 16 Pfuender! Nicht schlecht, wenn auch kein Rekordfisch. Alec freute sich, dass er als Spaetkommer nun schon die Heilbutt- und die Lachskategorie anfuehrte. Er hat’s eben drauf! Aber noch waren wir ja nicht fertig heute. Es war erst Mitte des Morgens. Nach 2 bisslosen Schleifen ueber die Fangstelle fuhr ich uns um den am weitesten draussen liegenden Wash Rock herum. Hier fange ich eigentlich immer was aber hier ist es meistens auch am welligsten. Und es war ungemuetlich und schaukelig hier. Als nach einer Weile ausser noch ein oder zwei Shakern nichts ging, schaute ich weit nach Nordwest. Dort war der Beano Creek, der eine groessere Bucht formte, die ein bisschen Windschutz zu versprechen schien. Eine kurze Absprache mit den wachen Jungs und wir raeumten schnell das Geraet rein um zum Beano Creek zu fahren. Nach 15 Minuten waren wir da und trafen auf vielleicht 10 andere Boote. Ob hier was ging?

Das war eine Stelle zum Flachfischen. Die Bucht war hoechstens 20m tief und hatte einige Untiefen die bis auf 10m hochkamen. Ich montierte einen knall-pinken Coho Killer Blinker an die eine Rute und das Squidimitat blieb an der anderen. Der pinke Blinker lief flach auf 10m, der andere Koeder am Grund bei 20m. Da rappelte die Blinkerrute schon los und Ricardo hatte im Nu einen wilden Coho am Band. Der sprang paar Mal wie verrueckt und sausste hin und her neben dem Boot; einmal fast in die Schraube des Schleppmotors. Total durchgeknallt der Fisch. Aber als er dann so fein im Kescher lag, lief mir schon der Saft im Maul zusammen; das wird ein feines Mal. Wieder so um die 6 Pfund. Ich wiederholte die Strecke und prompt zog diesmal die Squidrute ab. Alec vermutete wieder einen Coho aber als sein Widersacher ihm ploetzlich die Kurbel aus den Haenden riss und eine Flucht von vielleicht 20-30m hinlegte, wussten wir, dass das was Groesseres war. Wenn das ein Coho ist, waere es ein neuer 1. Juli-Rekord!

Nach feinem Drill zeigte sich ein feiner vielleicht 12-13 pfuendiger Chinook. Feine Sache! Eingesackt und auf Eis gepackt. Jetzt hatten wir natuerlich Blut geleckt und drehten enge Schleifen ueber der Stelle in der Bucht. Andere Boote waren auf uns aufmerksam geworden und gesellten sich dazu. Das liess nicht viel Platz an der Stelle. Ein Biss kam noch, der auch sofort ausloeste aber der Fisch blieb nicht haengen. Dann wurde es still. Alexander wachte auf und kam mal aus der Koje. Er staunte, dass wir schon 4 Lachse in der Box hatten. Das war jetzt meine Chance mal eine Muetze Schlaf nachzuholen. Die 3 Jungs konnten das schon alleine regeln! Ich legte mich ab und machte ein schoenes Nickerchen. Ich erwartete eigentlich, dass ich von Tumulten aufwachen wuerde wenn die Jungs zu den Bissen springen und Freudengeschrei beim Fang ausstossen wuerden. Aber es blieb ruhig.

Nach einer Stunde schaute ich dann mal nach dem Rechten. Ricardo winkte ab: nichts gefangen. Was? Und wo waren wir denn? Es war wohl in der Bucht etwas windig geworden und alle anderen Boote waeren wieder Richtung Leuchtturm gefahren und so hatten die Jungs beschlossen auch wieder Richtung Heimat zu schleppen. Wir waren irgendwo im Niemandsland an einem einsamem Kuestenabschnitt. Hm, dachte ich. Wenn wir etwas tiefer gehen, koennten wir vielleicht wenigstens unseren letzten Heilbutt abschleppen. Aber hier war es ja nur so 22m tief. Ich uebernahm das Steuer und fuhr uns zur 33m Kontourlinie. Kaum angekommen, loeste die Rute mit dem pinken Blinker aus und verneigte sich tief. Ricardo rief Alexander zu, dass er dran waere. Aber der winkte ab, wollte erst in Ruhe sein Mittagsbrot essen. Na der hatte ja die Ruhe weg! Da nahm sich Ricardo die Rute und vermeldete einen guten Fisch. Alec und ich raeumten wieder das Deck. Alles lief nun wie am Schnuerchen. Ricardo drillte den Fisch trotz des Wellenganges gekonnt und Alec kescherte den Lachs nach ein paar Minuten routiniert. Knapp 14 Pfund. Auch ein schoener Fisch! So kommt es eben wenn der Meister am Steuer sitzt und ahnt wo die Lachse stehen! Ricardo schuettelte nur unglaeubig den Kopf.

Wir schleppten noch eine halbe Stunde weiter ohne groessere Ereignisse. Ein Seeotter kam mal wieder in Sicht und Alex war verzueckt ob des aehnlichen Gebahrens wie seines Frettchens zuhause. Dann juckte es die Jungs nochmal zu pilken. So packten wir die Schleppsachen ein und ich fuhr uns zu dem sandigen Unterwasserberg. Der Wind stand dieses Mal hier voll drauf und ich befuerchtete, dass die Drift zu schnell war. Tatsaechlich beschwerten sich die Jungs, dass sie kaum Boden halten konnten und staendig nur Schnur nachgeben mussten. Ich sagte, wir versuchen es mal mit Backtrolling; das heisst ich hielt uns mit Motorkraft auf der Stelle. Da ich nicht rueckwaerts in die Wellen fahren wollte (was eigentlich das Backtrolling ausmacht), hielt ich den Motor nur sachte im Vorwaertsgang und schaltete hin und wieder mal eine zeitlang in Leerlauf. Ich musste nur die 3 Angelschnuere gut im Blick behalten. Funktionierte einwandfrei.

Und bald kamen auch die Bisse. Und wie! Erst war Alexander’s Rute vollkrumm. Leider stieg der Fisch wieder aus. Aber da meldete schon Ricardo Fischkontakt. Ein Rochen kam hoch. Nun Alex wieder. Auch Rochen. Dann stoehnte Alec auf – nach beherztem Drill kam ein schoener 15 pfuendiger Ling Cod hoch. Wir machten nur kurz ein Foto und liessen den Fisch wieder frei. Ich wollte nur noch den letzten Heilbutt mitnehmen – ich hatte ja schon wieder 1,5h Filetieren und Verpacken vor mir! Ich zog das Boot wieder auf die Untiefe zurueck, die Leinen gingen runter – Ricardo’s Rute krumm. Der Fisch klopfte – konnte ein Heilbutt sein. Alec meldete auch schweren Fischkontakt – der nahm Schnur! Und wie es kommen musste nun hakte Alexander auch was Grosses. Alle 3 Ruten krumm! Wahnsinn! Ricardo brachte einen kleinen vielleicht 10 pfuendigen Butt hoch. Alec’s Fisch sah auch nach Butt aus und wahrscheinlich groesser. Wir brauchten einen bis 90 cm. Hm, was nun. Ich kescherte Ricardo’s Butt und hiess ihm festzuhalten. Inzwischen hatte Alexander seinen Widersacher nach oben gehievt – grosser Rochen. Ich hakte ihn schnell ab und dann kam schon Alec’s Fisch hoch. Butt! Groesser als Ricardos. Aber unter 90? Wird knapp. Einen lebenden Butt im Wasser zu messen – geht kaum. Ich schaute mir den Umriss genau an und sagte dann bestimmt: “Das passt!”. Ricardo schaute mich unglaeubig an – wirklich? Ohne zu messen?

Ich war mir ziemlich sicher und so versank Alex die Harpunenspitze im Butt. Ich schlug ihn ab, blutete ihn aus und vertaeute ihn und brachte ihn dann an Bord. Spannende Stille als ich das Massband anlegte und Ricardo ablas: 87 cm. Na also! Geht doch! Optimal! Wir klatschten uns freudig ab. Das war eine Angelei hier! Die Jungs wollten noch die Lachsstuecke an ihren Haken verangeln und dann wollten wir Schluss machen. Denen wurden die Arme schon lang! Und was soll ich sagen, sie fingen noch ein paar Rochen und einen kleinen Butt. Durften alle wieder schwimmen. Dann packten wir hochzufrieden ein.

Ein wunderschoener 4-taegiger Trip an den Nootka Sounds ging leider wieder zu Ende. Erfolgreich geangelt und gefangen; besonders das Pilken im Flachen war wie von einem anderen Stern dieses Mal. Lachsfischen war auch ok, aber nicht berauschend. Der Wind hatte besser mitgespielt als in den vergangenen Jahren. Und ich hatte viel Spass mit meinen 3 Jungs gehabt – etwas was mir immer wertvoller zu werden scheint und etwas was ich in vollen Zuegen geniesse. Wieder ein Abenteuer der Sonderklasse – Nootka enttaeuscht nicht und ist immer eine Reise wert. Jedes Mal etwas anders und nie langweilig, aber immer besonders und lohnend.

D1.JPGD2.JPGD3.JPGD4.JPGD4a.JPGD5.JPGD6.JPGD7.JPGD8.JPGD9.JPG
 

cohosalmon

Stammnaffe
Registriert
7 Mai 2012
Beiträge
755
Ort
Victoria, BC
17.7.2021; East Sooke

Da habe ich es nun endlich mal an einem Wochenende in meinem Heimrevier auf’s Meer geschafft. Samstag war der Wind ruhig und die Buckellachse sollten ziehen. Ausserdem war mit ein paar Coho zu rechnen. Chinooks auch, aber die sind im Moment hier geschont und muessen wieder zurueckgesetzt werden. Keiner meiner beiden Soehne hatte Zeit und keiner meiner Angelkumpels wollte schon so frueh aus dem Bett. So machte ich eine Solotour nach East Sooke. Ich wollte das Boot nochmal ordentlich durchtesten bevor wir am Mittwoch unseren Maennertrip an den Barkley Sound an der Westkueste antraten.

4:00 Uhr aus den Federn und 5:30 war ich an der Marina. Noch kaum Betrieb und so war ich kurz vor 6:00 Uhr schon mit 2 Ruten im Wasser an der Trap Shack vor dem East Sooke Park. Mit 2 anderen Booten zog ich dort meine Schleifen dicht an den Kelpguerteln entlang, in der Hoffnung auf einen grossen Chinook; aber auch jegliches anderes Schuppenvieh war willkommen. Ein Blinker und ein Squidimitat sollten es richten. Da ruckte die eine Rute los; Anschlag und ordentlicher Widerstand. Jetzt war wieder Multi-Tasking angesagt. Ein Hand in der Naehe des Lenkrades da ich dicht an den Klippen war, ein Auge immer ringsherum, ein Finger an der Motorsteuerung und der Rest an der Rute. Der Fisch setzte zu einer Flucht an – dann ein Ruck – weg. Mist! Schnell setzte ich das Geschirr wieder ein.

Jetzt wusste ich wenigsten, dass zumindest ein beisswilliger Fisch da war. Hoffentlich noch mehr. 2-3 Runden passierte nichts, dann ein Schlag in der anderen Rute. Ich sprang hin, ruckte an, Widerstand – wollte mich gerade zum Drill bequehm machen – weg. “Gibt’s doch nicht!” Dann eine halbe Stunde nichts mehr. Auch auf den anderen beiden Booten in der Naehe sah es ruhig aus. Nun liess ich die Ebbstroemung mich mal ueber das Trap Shack Riff druecken. Hier stand oftmals der Fisch. Aber es war auch unangenehm schuckelig hier. Da riss die Squidrute aus dem Clip und die Rutespitze wippte bis unter die Wasseroberflaeche. Etwas bange zog ich dagegen – fuehlt sich gut an. Ein paar Mal wollte der Fisch ein kleines Stueck Schnur nehmen – aber es konnte kein Riese sein. Nach paar Minuten hatte ich den Fisch ans Boot herangeholt und sah ein Silberpaket aus der Tiefe auftauchen. Ein feiner Coho von vielleicht 7-8 Pfund!

Als er neben dem Boot war, began der Coho nochmal zu toben. Ich hatte schon das Vorfach in der Hand um an der kurzen Leine zu bestimmen, ob er markiert oder nicht war. Endlich hielt der Fisch mal eine Sekunde inne und ich sah die intakte Fettflosse. Schade. Schnell hakte ich ihn ab und er sausste davon. Ich textete meinem Boss, der heute auch hier angeln wollte. Er war mit seinem Kumpel unterwegs und kam gerade aus der Marina. Sie wollten gleich etwas weiter raus um Buckellachse (Pinks) zu jagen. Als dann nach etwa 20 Minuten die erste Fangbestaetigung meines Bosses kam, stellte ich meine Koeder auf pinke Gummikoeder um und fuhr weiter raus und Richtung Secretary Island gen West. Dort sah ich schon Dutzende Boote herumduempeln.

Dann ging es ploetzlich ganz schnell. Eine Rute ruckelte los und waehrend ich einen Fisch drillte, zog die 2. Rute auch noch ab. Was soll ich sagen, ich verlor beide Fische – den zweiten direkt neben dem Boot als ich hinter mich nach dem Kescher griff. Ich wollte heute schon gerne mein Limit von 4 Pinks mitnehmen – die Raeuchertonne winkte! Also schnell die Ruten wieder rein. Und ich war jetzt im Schwarm. Es ging Schlag auf Schlag. Pinks, ein paar kleinere Cohos und auch kleine Shaker dazwischen. Ich kam nicht mehr dazu mich mal hinzusetzen. Ich rehabilitierte auch meinen Anglerruf und landete mehrere Doppelbisse. Ich liess alle kleinen Cohos und Shakers frei und auch einige Pinks die mir etwas klein vorkamen. Wenigstens 4-5 Pfund sollten sie auf den Rippen haben. 3 Keeper hob ich einfach am Vorfach ins Boot um mir das Gefummel mit dem Kescher zu ersparen.

Ich wartete jetzt nur noch auf den 4. groesseren Pink. Bei einem wurde ich fast schwach aber zoegerte zu lange als er neben dem Boot lag und schwupps hatte er sich selbst befreit. Und wie es nun kommen musste, war jetzt auf einmal Beissstille.

Ich hatte den Schwarm verloren und konnte ihn auch nicht mehr wiederfinden. Ich war nun fast vor Secretary Island angekommen. Mein Boss und Kumpel hatten ihr Limit und fuhren schon wieder heim. Ich beschloss einfach die 5 km mit der Flut zurueck zu schleppen. Das wuerde reichlich eine Stunde dauern und das sollte doch genug Zeit sein um den letzten Keeper zu fangen. Ich verbuchte 2 oder 3 Bisse die aber nicht haengenblieben und befuerchtete schon ich muesste mit nur 3 Fischen nach Hause gehen. Kurz vor Schluss rissen dann ploetzlich beide Ruten gleichzeitig runter. Wow! Ich griff mir die, die am meisten wippte und drillten einen feisten Fisch heran. Der sprang und waelzte sich wie ein Wilder. Ich sah, dass der so um 5 Pfund herum war. Ca. 10m hinter dem Boot liess ich ihn erstmal mit weicher Bremse im Rutenhalter stecken und schnappte mir die andere tanzende Rute. Auch dieser machte einen wilden Tanz. Als ich den am Boot hatte, sah ich, dass es ein etwa 5 pfuendiges Maennchen war. Der andere war ein Weibchen. Also schwuppte ich den Mann ins Boot und packte ihn auf Eis und liess lieber das Weib frei um fuer Nachwuchs zu sorgen. Dann packte ich zufrieden ein. Die Blamage noch mal vermieden.

Am Schlachttisch war viel los. Ein Guide neben mir filletierte einen schoenen vielleicht 60 pfuendigen Butt und einen feisten 18 Pfund Chinook. Sein Gast hatte ihn in der winzigen, einzigen Stelle vor der Marina gefangen, an der die Entnahme von Chinooks erlaubt war. Fragt bitte nicht wie das Sinn macht aber so verrueckt sind die Regeln hier mittlerweile. Vielleicht versuche ich es an dieser kleinen Stelle das naechste Mal auch mal. Scheint ja doch zu gehen – hin und wieder zumindest. Jetzt geht’s an’s Raeuchern!

1.JPG

2.jpg
 
Oben