Westkap - Sandsoya

Hallo Cosmic 18 und Noah ;

wir starten am 20.06. richtung aram.

koennt ihr uns noch paar ködertips geben.

was habt ihr für naturköder genutzt ,wir hoffen das die makrele langsam kommt.
seelachs als köder brachte uns noch keinen erfolg.

was für vorfächer haben sich auf seelachs gut gemacht ?

Danke schonmal im vorraus.


freundlichst steinbit
 
Makrelen, könnte schwierig werden...wären aber natürlich die besten Naturköder.
Wir haben Köhler als Naturköder verwendet, funktionierte aber auch...manche nutzen auch fetzen vom Lumb, da steht wohl der Leng total drauf, habe ich selber aber noch nicht probiert. Verwendet haben wir da die klassischen Montagen mit Octopus...

Zum Fischen auf Köhler haben wir nur einzelne Pilker verwendet, Vorfächer brachten bei uns nur selten bis keinen Erfolg, von Speedy oder Danmark Blitz Pilker in Gewichten von 75 bis 200 Gramm...je nach Wind und Driftstärke. Einfach gut absinken lassen und dann zügig durch das Wasser ziehen...dabei haben sich dann meist Köhler, manchmal Pollack und seltener sogar Dorsch eingehängt.
 
so Sind wieder drin das bringt einfach nix man kommt nirgends hin,morgen is unser letzter Tag und da is auch Wind gemeldet.samstag legt sich das ganze dann wenn wir abreisen,super Timing.
Von 8 Tagen sind wir nur an 2 Tagen an die Stellen gekommen wo der Fisch is.
@steinbit zu Naturköder kann ich dir nix sagen sind nicht dazu gekommen.
Bei Köhler is so wie Noah schon sagt, pilker ohne beifänger runter lassen und zügig hochkurbeln.
 
Mal zum NK Fischen. Solange keine Makrelen da sind geht Seelachs hervorragend auf Leng. Sobald die Makrelen ankommen stellen sich die Grundfische auf fetthaltige Kost um. Mit den Minitunen kommen meist die Seehechte und etwas später die Rotbarsche vor die Küste.
Wir haben unsere größten Leng, und damit meine ich Fische über 50Pf immer vor der Makrelenankunft gefangen. Liegt auch daran, daß ich meist nur bis Juni da gefischt habe. Mal sehen was dieses Jahr so bringt.

Tight Lines Mario
 
Danke Mario, erklärt vielleicht warum wir ( als schon Makrelen da waren, wir aber keine bekommen haben ) mit Köhler nur Leng bis 12 Kg erwischt haben.
Deswegen dies Jahr 2 Wochen später, da sollten die Makrelen voll da sein. Rotbarsch ging aber sehr gut auf Köhlerfetzen, wobei ein Tag NK Fischen mit 6-10 Leng über 1 meter ja nun kein Grund zum heulen ist. Will dies Jahr aber definitiv 1,50 + !!!!
 
Ich bin schon nach Fosnavag zu Hafen gefahren um Köder zu besorgen frühs am letzten Angeltag. Makrelen waren seit Tagen keine zu bekommen, und das im August. Lohn zweimal 157cm 18 u 21kg.
 
So, ich hatte ja versprochen, dass ich etwas von unserer Reise nach Sandsoya, Anfang Juni 2016 erzähle.
Die Arbeit und die Ferien der Kinder haben meinen Vorsatz zu meinem Verdruss etwas verzögert, nun hab ich aber Zeit gefunden, auf meinem Sofa liegend, mein Versprechen wahr zu machen.

Am 02.06.16 morgens um 06:00 Uhr starteten wir vier vom Eichsfeld aus in Richtung Kiel.
Wir vier, das sind ein Kollege von mir (bisher 1x in Norwegen), sein Schwager (Norwegenneuling), mein Vater (Norwegenneuling) und Ich (1x in Norwegen und hyperinfiziert).
Das Wetter bei der Abfahrt hätte eher zu einer Beerdigung gepasst. Nieselregen, 10 Grad und Nebel. Uns war das aber egal, wir waren endlich auf dem Weg nach Norwegen!!!!!
Bis nach Kiel lief alles perfekt. A7 ohne Stau, das ist selten. Ab Hannover dann auch strahlender Sonnenschein!
Wie oft wir unterwegs auf wie vielen Wetterportalen die Vorhersagen für Sandsoya gecheckt haben weiß ich nicht mehr. Gefühlt waren wir daueronline und die Prognosen waren spitze! Sonne und Windgeschwindigkeiten von max. 5m/s. Wir waren seelig.
Wir kamen pünktlich um 12:30 in Kiel am Kai der Color Line an. Die Color Magic wartete bereits und das Einchecken verlief problemlos.
Was für ein Schiff! Ich hatte eine Fähre erwartet und befand mich nun auf einem Luxusliner, zumindest meiner Wahrnehmung nach. Die 20 Stunden Überfahrten verliefen sehr ruhig. Wir konnten alle Annehmlichkeiten des Schiffes genießen.
Beim üppigen Frühstück zog am Fenster der Oslo Fjord vorbei, was unsere Vorfreude bis ins Unerträgliche steigerte.
Der Zoll bereitete keine Probleme. Eine kurze Frage zum Zweck der Reise und zum mitgeführten Alkohol, wir sind innerhalb der erlaubten Menge geblieben (ehrlich!!!), und schon ging es weiter in Richtung Norden. Wir fuhren die E16 hinauf, dann die 51 und schließlich die E 15 bis kurz vor den Abzweig Geiranger. Hier übernachteten wir im Danfoss Camping Center in einem hervorragend ausgestatteten Blockhaus.
Auf der gesamten Strecke kamen wir nur langsam voran. Das lag nicht am Gespann (VW Passat mit Anhänger), sondern an der traumhaften Landschaft! Wir konnten nicht anders, wir mussten oft anhalten und einfach nur das Panorama genießen.
Nach der angenehmen Zwischenübernachtung ging es morgens um 10:00 Uhr weiter zum Ziel.
3,5 Stunden Fahrt orakelte das Navi. Fast 5 Stunden brauchten wir aus den bereits genannten Gründen. Wir fuhren durch Wald, durch Felsen, durch Schnee und gefühlte 100 Tunnel.
Und plötzlich stand er am rechten Straßenrand. Ein Elch. Am hellichten Tage! Und was für einer! Mit langen Beinen, längerer Schnauze und großem Geweih!!! (ich weiß, ein Jäger benutzt andere Begriffe, ich bin Angler.)
Es war ein prachtvoller Anblick!
Wir erreichten nach unzähligen landschaftlichen Superlativen die jeder Postkarte zur Ehre gereicht hätten, unsere Fähre nach Sandsoya gegen 15:00 Uhr.
Schnell waren wir auf der Insel Forsa, hatten die Brücke nach Sandsoya überquert und kamen am Borks Haus 133/1 an. Der Vermieter war nach kurzem Telefonat innerhalb von 5 Minuten zur Stelle. Es folgte die Übergabe von Haus und Boot.
Schnell das Gepäck im Haus untergebracht, rein in die Angelklamotten und los zur ersten Ausfahrt. Soweit so gut.
Ab hier begann das Westkap mit seinen unbarmherzigen Schlägen.
Wind.
Die Prognosen waren alle falsch. Schon an der Mole von Sandsoya 2 Meter hohe Wellen mit Schaumkronen so weit das Auge reichte. Bei strahlendem Sonnenschein.
Egal, dachten wir. Am ersten Tag sollte man nicht zu viel erwarten, wir hatten ja 7 Tage Zeit.... und der Wettergott lachte laut und gehässig...
Wir ließen im Bereich des Molenkopfes das erste mal in diesem Jahr die Angeln zu Wasser. Was hatte ich erwartet?
Im letzten Jahr, Soreide bei Bjordal, Sognefjord fingen wir Makrelen. Und einen 60er Pollack. Und einen 60er Dorsch.
Mehr nicht.
Die Ruten hatten wir mit Seelachssystem und 120g Bergmann Pilker bestückt. Wassertiefe 30 Meter.
Auf halbem Wege zum Grund rappelte es bereits. Alle Systeme voll mit Seelachs in Küchengröße oder kleiner. Die kleinen durften weiterschwimmen.
Dann ein Freudenruf meines Kollegen! Ein Rotbarsch, und was für einer! So erklang der Ruf in meinem Rücken. Ich freute mich erst, dann überlegte ich kurz: 30 Meter tief, großer Rotbarsch? Das klang für mich zumindest ungewöhnlich und ich drehte mich von meiner Rute weg um den Barsch zu betrachten. Es war keiner. Dafür ein 50cm langer schön gefärbten Tangdorsch. Nach noch einigen verwertbaren Seelachsen fingen wir noch 3 Pollack im Freieasser, am Seelachssystem. Wir waren mit dem ersten Probelauf mehr als zufrieden. Es folgte der Drahtseilakt der Rückfahrt zum Haus. Wassertiefe bei Ebbe teils unter 1 Meter. Die Schraube blieb jedoch ganz, trotz gelegentlicher Grundberührung.
Nach einer erholsamen Nacht folgte der

Tag2.
 
Ja, der Tag 2,....
Wir kamen nicht ganz so früh aus den Betten, es war ja auch Sonntag. Trotzdem waren wir gegen 8:00 Uhr im Boot und starteten die erste Ausfahrt. Der Wind hatte etwas nachgelassen. Deshalb wagten wir uns in den Sandsfjord und steuerten die 100m-Kante direkt vor der Mole an.
Erstes Ablassen und sofortiger heftiger Fischkontakt an der Rute meines Vaters!
Was auch immer dran hing, es nahm Schnur von der Multirolle an der 30lbs Rute. Die Spitze zeigte zur Wasseroberfläche und ich bremste meinen Eisele Black Panther 120g nach bereits 20 Metern um freie Bahn für den Drill zu schaffen.
Nach 5 Minuten betont vorsichtigen Drill kam das Seelachssystem an die Oberfläche, mit zwei großen Seelachsen dran, dachte ich erst. Mit Hilfe des Gaffs kamen beide an Bord und wurden als Pollacks identifiziert. 82cm und 76cm. Mein Vater war erschöpft, Fische mit solcher Kraft hatte er nun doch nicht erwartet! Weiter ging es.
Der Schwager meines Kollegen fing kurz darauf einen Seelachs, diesmal war es wirklich einer, und mit 88cm ein Wahnsinnsfisch! Zumindest für unsere Verhältnisse! Die Stimmung im Boot war überragend! Als nächstes wollten zeit Leng zu uns ins Boot. Mit 81cm und 75cm keine Giganten ihrer Art, jedoch gut verwertbar und für uns wieder ein Grund zur Freude!
Ich war bis jetzt nahezu Schneider, zumindest was Fische jenseits der 50cm Marke betraf. Ich brobierte beharrlich den Eisele Pilker, mit Paternoster, ohne Paternoster, mit Fischfetzen am Drilling und ohne, langsam und schnell geführt, am Grund, im Mittelwasser und in nur 10 Metern Tiefe über 100m tiefem Wasser, nichts.
Der Tag neigte sich zum Ende und trotz meines bescheidenen Erfolges war meine Laune großartig! Schließlich war ich mit im Boot und konnte so am Fang der großen Fische teilhaben. Ein unvergessliches Erlebnis!
Der Wetterbericht sagte für die nächsten zwei Tage die erhofften 3m/s Wind voraus. Also ging es nachts um 2 Uhr,es war taghell, ins Bett.
Ich ging im Bett in Gedanken schon die verschiedenen Köder Arten für den nächsten Tag durch und schlief darüber ein. Dann kam der Tag 3....
 
Tag 3, 06:00 Uhr, Wecker klingelt

Nach einer Tasse Kaffee fuhr ich mit meinem Vater zur ersten Ausfahrt dieses Tages. Der Wetterbericht stimmte. Der Sandsfjord glich einem Ententeich. Wir fuhren zu der 90Grad Ecke vor der Bucht von Gjerdsvika. Dort ragen zwei Felsen am Eingang der Bucht aus dem Wasser. Das Echolot zeigte eine Tiefe von 18m bis 30m bei auflaufendem Wasser. Es herrschte fast keine Drift. Ich überredete meinen Vater hier zum Einsatz der leichten 40g Spinnruten mit Kopyto Gummufisch, ca. 10cm lang, Farbe Motoroil.
Er führte den ersten Wurf parallel zur Küste, ließ den Köder zum Grund absinken und begann mit langsamen Umdrehungen einzuholen. Wir wollten Pollack.
Nach kaum 5 Kurbeldrehungen, ich hatte noch nicht ausgeworfen, ein deftiger Fluch meines Vaters. Hänger, war sein nächster Kommentar.
Er zog vorsichtig, rückte zwei, dreimal mit der Rute und der " Hänger" war frei. Er nahm schnell und ausdauernd derart Schnur dass die Rolle kreischte. Es begann ein aufregender Drill. Während des Drill belustigte mich das Minenspiel meines Vaters! Erstaunen, Anstrengung, Anspannung, Freude und Angst, den Fisch zu verlieren, wechselten sich in atemberaubender Folge ab. Genau das hatte ich mir für ihn erhofft!
Nach langen Fluchten kam schließlich ein Pollack an die Oberfläche und fand den Weg ins Boot. Ein Prachtkerl von sage und schreibe 93cm!!!
Jubelschrei und Belohnungszigarrette in zittrigen Fingern und dann wollte ich auch endlich.
Auswerfen, absinken lassen und dann laaaangsam einholen. Krach! Mir riss es fast die Rute aus der Hand. 10 Meter vor dem Boot hatte wieder ein Pollack meinen Köder gepackt und nahm Schnur. Kurz gesagt, er war mein!
87cm! Der bis dahin größte Fische meines Lebens! So ging das dann noch 2 Stunden. Die Kiste voll mit schönen großen Pollacks ging es zum Haus, frühstücken. Die anderen beiden hatten ausschlafen wollen, sahen unseren Fang und beeilten sich nun mit dem Frühstück.
Bei der zweiten Ausfahrt ging es an die gleiche Stelle. Doch die Bedingungen hatten sich geändert. Eine zweite Sternstunde wurde es zwar nicht, jedoch konnten noch 3 weitere Pollacks zwischen 70cm und 80cm gefangen werden. Mittlerweile war ablaufendes Wasser.
Mein Kollege hatte nun einen 20cm Gummifisch 3Meter über Grund bei 20m Wassertiefe. Er wollte etwas ruhen, dabei bewegten nur Drift und Seegang den Köder. Plötzlich war auf dem Echolot zu sehen wie sich etwas vom Meeresboden löste und zum Köder aufstieg. Mein Kollege war nun hellwach, spürte einen kurzen Ruck in der Rute und dann..... nichts mehr. Könnte das vielleicht ein Butt gewesen sein? Spekulation.
Nach diesem erfolgreichen Tag ging es zurück mit einer Ahnung was diese Gegend an Fischen zu bieten hat. Es konnte ja nur noch besser werden,oder.....?
Wir freuten uns auf Tag 4.....
 
"Der Tag neigte sich zum Ende und trotz meines bescheidenen Erfolges war meine Laune großartig! Schließlich war ich mit im Boot und konnte so am Fang der großen Fische teilhaben. Ein unvergessliches Erlebnis!"

So muss das sein!!!
 
Der Tag 4 brach an....

Um 07:00 Uhr waren wir, diesmal zu viert, auf dem Wasser. Mein Kollege war letztes Jahr in Fosnavag. Da er dort gut gefangen hatte, das Wetter stimmte und niemand etwas dagegen hatte, fuhren wir in Angegründe westlich der Vogelinsel Runde.
Es war eine Fahrt von einer Stunde. Unser Boot hatte ja nur 25PS, und das war schon das größte für unser Haus zur Verfügung stehende. Ein Ruderboot mit 25PS Außenborder und Echolot.
Egal, wir lebten und fingen damit.
Dort angekommen, befanden wir uns in hoher Dünung. Damit verbunden war eine heftige Drift. Dieser versuchten wir mit schweren Pilkern bei 80 Metern Tiefe zu trotzen, fingen aber nur kleine Zappelseelachse unter 40cm. Die durften wieder ins Wasser.
Zu allem Übel wurde mein Kollege nun seekrank. Wir brachen also ab und fuhren 1 Stunde zurück. Frühstück. Danach ging es los zur zweiten Ausfahrt. Das Ziel für diese Reise war das Riff nördlich der Insel Sandsoya. Dort erheben sich vier oder fünf kleine Inseln aus dem Meer. Auf den freundlichen Tipp unseres norwegischen Nachbarn hin begaben wir uns in ein Gebiet westlich des Riffs, wo sich eine große Senkel in 120m Wassertiefe befindet. Er meinte dass es dort regelmäßig große Seelachse zu fangen gäbe. Das wollten wir!
Dort angekommen, war die Drift immernoch vorhanden, ließ sich aber beherrschen. Bergmannpilker von 300g und 400g waren die Köder unserer Wahl. Kaum waren die silbernen Bananen im Wasser, rappelte es auch schon. Seelachse. Kleine.
Lag es daran, dass ich den Köder zu langsam,also kontrolliert, abgelassen habe?
Neuer Versuch. Ich ließ den Pilkern unkontrolliert in die Tiefe rauschen und kam an den kleinen vorbei. Dachte ich. 5 Meter über Grund bei 120 Metern Tiefe wieder dieses charakteristische Zappeln. Ich war faul. Sollte ich 120 Meter einfärben wo ich doch gerade erst abgelassen hatte? Mitten in der Überlegung plötzlich verstärkter Zug. Ich konnte gerade noch fest das Griffteil packen als es einen heftigen Schlag in der Rute gab!
Die Rutenspitze war im Wasser! Wirklich! Der Zug war enorm und der Fisch zog etliche Meter von der Multirolle. Nach ca 10 Minuten nette hoch gerade mal 40 Meter gewonnen als der Zug plötzlich weg war. Aufgeschlitzt.
Was zum Henker war das für ein Fisch? Ich hätte ihn gern wenigstens mal gesehen.
An dieser Stelle konnten wir, den Prognosen des Norwegers entsprechend, unsere Kiste mit Seelachs und Pollack füllen. Sogar einen Leng von knapp 80cm fingen wir dort. Auf dem Rückweg grübelte ich noch lange über den Aussteiger.....
Vor der Mole ließen wir noch einmal die Ruten ins Wasser und wurden mit einem weiteren Leng von 83cm belohnt. Ein gelungener Angeltag, nur dieser Aussteiger.... Der fühlte sich wirklich groß an.....
Tag 5 sollte kommen.....
 
Der Tag 4 brach an....
Die Rutenspitze war im Wasser! Wirklich! Der Zug war enorm und der Fisch zog etliche Meter von der Multirolle. Nach ca 10 Minuten nette hoch gerade mal 40 Meter gewonnen als der Zug plötzlich weg war. Aufgeschlitzt.

ja das hatte ich dieses Jahr auch im Bereich des Riffes erlebt...das ungewisse ärgert einen, aber es macht auch neugierig auf mehr... :angeln::angler:
 
Früh morgens, Tag fünf.....

06:00 Uhr, ich kam nur schwer aus dem Bett, die Dünung vom Vortag hatte sich ordentlich auf die Tiefenmuskulatur ausgewirkt. Ich wusste bis dahin garnicht dass ich so etwas hatte....
Meinem Vater ging es genauso, aber zu meiner Schande muss ich gestehen dass ich mit meinen jugendlichen 42 Jahren mehr jammerte als mein Vater, der immerhin schon 69 Sommer gesehen hat.
Wir beide waren auch die einzigen die sich so früh aus dem Bett schälten. Von der Terassentür aus sahen wir voller Entsetzten auf den Sandsfjord. Alles voller weißer Schaumkronen! Der Nordostwind pfiff uns um die Ohren!
Egal, wir wollten es probieren.
Hier möchte ich bemerken dass die Vorsicht bei uns an erster Stelle stand, wir wollten ja auch wieder nach Hause kommen und uns waren die Grenzen unseres Bootes sehr bewusst.
Wir kamen dennoch gut über den Fjord zur Bucht von Gjerdsvika. Jedoch war die vom Wind und Seegang verursachte Drift so stark dass das Angeln sehr mühsam war, selbst mit der Spinnrute. Nach der ersten erfolglosen Stunde waren aber plötzlich die Pollacks wieder da! In diesen widrigen Bedingungen konnten wir 3 dieser Burschen fangen! 87cm, 86cm, und 82cm waren die und lieferten alle einen heißen Kampf! Zum Frühstück wurde beratschlagt.
Mein Kollege konnte wegen der Wellen nicht mit und beschloss, von der Mole aus zu angeln. Mein Vater und der Schwager meines Kollegen wollten mit der nächsten Ausfahrt bis zum Nachmittag warten, in der Hoffnung dass der Wind sich legt. Also ging ich mit auf den Molenkopf. Eine weise Entscheidung! Mit kleinen Gummifischen bis 10cm, Farbe schwarz/weiß an 40g-Bleiköpfen und schlanken blauen 40g-Zockern versuchten wir es mit der Spinnruten. Das hatte ich jedoch nicht erwartet! Was für eine herrliche Angelei! Fast jeder Wurf brachte einen Fisch, Pollack und Köhler bis 60cm bissen hier entsprechend der langsamen oder schnellen Köderführung! Den krönenden Abschluss markierte mein Kollege mit einem Tangdorsch, der auf einen langsam und grundnah geführten Gummifisch biss.
Mit schönen Fischen holten wir die beiden Schlafmützen aus dem Nachmittagsschlaf.
Der Wind hatte nicht nachgelassen, trotzdem wollten wir es wenigstens vor der Mole an der Kante versuchen. Auf dem Wasser begann der Kampf. Hohe Gischt von der Bugwelle im Gesicht, hartes Aufprallen des Bootes im Wellental, heftiger Nordostwind im Gesicht! Mir kam dabei so eine Serie von DMAX in den Sinn.
Die Drift war stark. Die Schnüre mit 300g Bergmann bestückt (größere hatten wir nicht) liefen im 45 Grade Winkel vom Boot weg. Ich hatte bei 100m Tiefe 230m Schnur draußen. Aufgeben gildet aber nicht. Und die Beharrlichkeit wurde belohnt! Meine beiden Mitstreiter konnten jeweils einen großen Pollack und einen Leng nahe der 90cm ins Boot ziehen. Und ich? Kein Zupfer!
Ich gab aber nicht auf. Erst als die anderen zurück zum Haus wollten, es war bereits 23:30 Uhr, gab ich es auf. Nur noch einmal ablassen wollte ich. Und.... Wieder nichts. Also holte ich gedankenversunken den Pilker herauf. Plötzlich ein heftiger Einstieg in 80 Metern Tiefe, oder in 40 Metern? Mann muss ja die Drift berücksichtigen.
Der Drill begann. Ich bekam zunächst keinen Meter Schnur auf die Rolle, im Gegenteil, gerade als ich meinte, die Oberhand zu gewinnen, zog der Fisch erneut 10 Meter Schnur. Nach geschätzten 15 Minuten durchbrach der Fisch jedoch 20 Meter vom Boot entfernt die Wasseroberfläche. Ein Leng, und zwar ein guter! Schnell wurde er gegafft. Doch....Was war das? Der Leng sah komisch aus. Für seine Länge sehr schlank, hervorstehende Augen, aber eindeutig ein Leng. Ich überlegte angestrengt: Dann fiel es mir ein. Wegen der vergleichsweise geringen Tiefe hatte ich mit dieser Art nicht gerechnet, es war ein Blauleng!
Ich war mir todsicher,die Metermarke geknackt zu haben. Eine Messung ergab: 98cm! Mal ganz kurz, für eine Sekunde kämpfte meine Enttäuschung mit meiner Freude über diesen Fisch. Meine Freude siegte jedoch schnell, auf ganzer Linie und nachhaltig! Ich hab jetzt noch Gänsehaut wenn ich an den Moment denke! Nun konnten wir zurück zum Haus fahren!
Es war ein anstrengender Tag mit wenigen aber schönen Fischen! Norwegen eben!
Wir setzten neue Hoffnung auf Tag 6....
 
Der sechste Tag graue....

Obwohl, zu der Zeit graut es die ganze Nacht, es wurde nie dunkel, herrlich!!
Der erste Kaffee auf der Terrasse früh um sieben brachte Ernüchterung. Nicht weil er stark war sondern weil die gleichen Bedingungen herrschten wie am Vortag.
Mein Kollege und sein Schwager entschlossen sich daher zu einer Wanderung über die Insel. Trotz des heftigen Windes schien ja schließlich die Sonne und das muss genutzt werden.
Mein Vater und ich, ja, wir sahen uns kurz an und fuhren auf den Fjord. An der Pollackstelle von Gjerdsvika war diesmal kein Blumentopf zu gewinnen. Hohe Wellen und starke Drift setzten uns doch sehr zu. Es hatte den Anschein dass wir so schnell trieben, dass die Fische den Köder nicht erreichen konnten. (Das ist natürlich Blödsinn, Fische schwimmen schneller als jede Drift, aber die Empfindung war so. )
Also versuchten wir es auf der Uferseite von Gurskoya. Eine Drift um die andere brachte.... nichts. Außer den einen oder anderen kleinen der 20cm bis 30cm-Klasse.
Das Auslegen von Naturködermontagen war dritt des Anbringens von 1,2 kg Blei unmöglich. Sie kam nie am Grund an. Als ich 450m Schnur draußen hatte, gab ich diese Methode auf. Kein Grundkontakt möglich.
Also fuhren wir in den Fjordarm von Haugsbygda.
Hier war es gerade so möglich, mit großen Pilkern zu angeln. Dies taten wir auch bis zum späten Abend. Der Erfog: Ein Pollack von 70cm, gefangen von meinem Vater. Armselig, m öchte man meinen, jedoch, die gemeinsam mit meinem Vater verbrachte Zeit auf dem Meer in Norwegen war für mich sehr wertvoll und weder in Fisch noch in Gold aufzuwiegen! Das salzverkrustete Gesicht, die schmerzenden Hände und vom Salz brennenden Augen waren dafür ein Preis den ich nur zu gerne bezahlt habe!
Ordentlich geschafft kehrten wir zum Haus zurück, versorgten den Fang und genehmigten uns zusammen ein wenig vom mitgebrachten Schnaps. (Nein, wir waren nicht besoffen, und süchtig sind wir auch nicht. Wir hatten nur den Eindruck dass das ein krönenden Abschluss eines schönen Tages ist, und das war es auch tatsächlich.)
Wir kamen dabei zu der Erkenntnis, dass sich der Urlaub dem unvermeidlichen Ende nähert. Noch ein Tag auf dem Meer lag vor uns, noch einmal angeln.... Der 7. Tag.....
 
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