So, ich hatte ja versprochen, dass ich etwas von unserer Reise nach Sandsoya, Anfang Juni 2016 erzähle.
Die Arbeit und die Ferien der Kinder haben meinen Vorsatz zu meinem Verdruss etwas verzögert, nun hab ich aber Zeit gefunden, auf meinem Sofa liegend, mein Versprechen wahr zu machen.
Am 02.06.16 morgens um 06:00 Uhr starteten wir vier vom Eichsfeld aus in Richtung Kiel.
Wir vier, das sind ein Kollege von mir (bisher 1x in Norwegen), sein Schwager (Norwegenneuling), mein Vater (Norwegenneuling) und Ich (1x in Norwegen und hyperinfiziert).
Das Wetter bei der Abfahrt hätte eher zu einer Beerdigung gepasst. Nieselregen, 10 Grad und Nebel. Uns war das aber egal, wir waren endlich auf dem Weg nach Norwegen!!!!!
Bis nach Kiel lief alles perfekt. A7 ohne Stau, das ist selten. Ab Hannover dann auch strahlender Sonnenschein!
Wie oft wir unterwegs auf wie vielen Wetterportalen die Vorhersagen für Sandsoya gecheckt haben weiß ich nicht mehr. Gefühlt waren wir daueronline und die Prognosen waren spitze! Sonne und Windgeschwindigkeiten von max. 5m/s. Wir waren seelig.
Wir kamen pünktlich um 12:30 in Kiel am Kai der Color Line an. Die Color Magic wartete bereits und das Einchecken verlief problemlos.
Was für ein Schiff! Ich hatte eine Fähre erwartet und befand mich nun auf einem Luxusliner, zumindest meiner Wahrnehmung nach. Die 20 Stunden Überfahrten verliefen sehr ruhig. Wir konnten alle Annehmlichkeiten des Schiffes genießen.
Beim üppigen Frühstück zog am Fenster der Oslo Fjord vorbei, was unsere Vorfreude bis ins Unerträgliche steigerte.
Der Zoll bereitete keine Probleme. Eine kurze Frage zum Zweck der Reise und zum mitgeführten Alkohol, wir sind innerhalb der erlaubten Menge geblieben (ehrlich!!!), und schon ging es weiter in Richtung Norden. Wir fuhren die E16 hinauf, dann die 51 und schließlich die E 15 bis kurz vor den Abzweig Geiranger. Hier übernachteten wir im Danfoss Camping Center in einem hervorragend ausgestatteten Blockhaus.
Auf der gesamten Strecke kamen wir nur langsam voran. Das lag nicht am Gespann (VW Passat mit Anhänger), sondern an der traumhaften Landschaft! Wir konnten nicht anders, wir mussten oft anhalten und einfach nur das Panorama genießen.
Nach der angenehmen Zwischenübernachtung ging es morgens um 10:00 Uhr weiter zum Ziel.
3,5 Stunden Fahrt orakelte das Navi. Fast 5 Stunden brauchten wir aus den bereits genannten Gründen. Wir fuhren durch Wald, durch Felsen, durch Schnee und gefühlte 100 Tunnel.
Und plötzlich stand er am rechten Straßenrand. Ein Elch. Am hellichten Tage! Und was für einer! Mit langen Beinen, längerer Schnauze und großem Geweih!!! (ich weiß, ein Jäger benutzt andere Begriffe, ich bin Angler.)
Es war ein prachtvoller Anblick!
Wir erreichten nach unzähligen landschaftlichen Superlativen die jeder Postkarte zur Ehre gereicht hätten, unsere Fähre nach Sandsoya gegen 15:00 Uhr.
Schnell waren wir auf der Insel Forsa, hatten die Brücke nach Sandsoya überquert und kamen am Borks Haus 133/1 an. Der Vermieter war nach kurzem Telefonat innerhalb von 5 Minuten zur Stelle. Es folgte die Übergabe von Haus und Boot.
Schnell das Gepäck im Haus untergebracht, rein in die Angelklamotten und los zur ersten Ausfahrt. Soweit so gut.
Ab hier begann das Westkap mit seinen unbarmherzigen Schlägen.
Wind.
Die Prognosen waren alle falsch. Schon an der Mole von Sandsoya 2 Meter hohe Wellen mit Schaumkronen so weit das Auge reichte. Bei strahlendem Sonnenschein.
Egal, dachten wir. Am ersten Tag sollte man nicht zu viel erwarten, wir hatten ja 7 Tage Zeit.... und der Wettergott lachte laut und gehässig...
Wir ließen im Bereich des Molenkopfes das erste mal in diesem Jahr die Angeln zu Wasser. Was hatte ich erwartet?
Im letzten Jahr, Soreide bei Bjordal, Sognefjord fingen wir Makrelen. Und einen 60er Pollack. Und einen 60er Dorsch.
Mehr nicht.
Die Ruten hatten wir mit Seelachssystem und 120g Bergmann Pilker bestückt. Wassertiefe 30 Meter.
Auf halbem Wege zum Grund rappelte es bereits. Alle Systeme voll mit Seelachs in Küchengröße oder kleiner. Die kleinen durften weiterschwimmen.
Dann ein Freudenruf meines Kollegen! Ein Rotbarsch, und was für einer! So erklang der Ruf in meinem Rücken. Ich freute mich erst, dann überlegte ich kurz: 30 Meter tief, großer Rotbarsch? Das klang für mich zumindest ungewöhnlich und ich drehte mich von meiner Rute weg um den Barsch zu betrachten. Es war keiner. Dafür ein 50cm langer schön gefärbten Tangdorsch. Nach noch einigen verwertbaren Seelachsen fingen wir noch 3 Pollack im Freieasser, am Seelachssystem. Wir waren mit dem ersten Probelauf mehr als zufrieden. Es folgte der Drahtseilakt der Rückfahrt zum Haus. Wassertiefe bei Ebbe teils unter 1 Meter. Die Schraube blieb jedoch ganz, trotz gelegentlicher Grundberührung.
Nach einer erholsamen Nacht folgte der
Tag2.