Reisebericht Ølensvag im September
Hallo liebe NAFFEN,
hier nun wie angekündigt mein Bericht und einige Bilder vom Familienurlaub ( kein hardcorefishing ) im September 2006 in Norge.
Start am 16.09.06 um 7:00 Uhr in Wolfsburg.
Ankunft in Hirtshals um 15:45 Uhr am Terminal der Color Line wo die Prinsesse Ragnhild bereits wartete um uns in’s gelobte Land zu bringen.
18:00 Uhr hieß es „Leinen los“ und wir genossen den Sonnenuntergang an Deck bei einer gepflegten Hopfenkaltschale.
Das anschließende skandinavische Büffet war ein gelungener Auftakt für einen Norwegenurlaub.
Die Überfahrt verlief ruhig, so dass wir um 6:15 Uhr ausgeruht in Stavanger anlegten.
Der Zoll machte an diesem Sonntag Morgen eine Auszeit und so konnten wir ungehindert die Autofahrt Richtung Boknafjord fortsetzen, wo auch schon eine Fähre auf uns wartete.
Auf der Überfahrt erlebten wir den ersten Sonnenaufgang in Norge, was immer wieder ein besonderes Erlebnis ist.
Nach einer weiteren guten Stunde Autofahrt durch eine abwechslungsreiche Landschaft erreichten wir unsere Hütte in Ølensvag.
Wir beeilten uns alle Sachen auszuladen und in der Hütte zu verstauen, da ein blauer Himmel und Ententeich zur ersten Bootsfahrt einluden. Da es ja kein reiner Angelurlaub werden sollte, was ich zu Hause ja hoch und heilig versprochen habe, blieben bei dieser Tour die Ruten an Land. So blieb mir auch mehr Zeit die schöne Landschaft genauer zu betrachten, was ja sonst beim beobachten von GPS und Echolot immer etwas zu kurz kommt.
So entdeckten wir auch eine Gruppe Schweinswale im Etnesund, die uns ein wenig begleiteten.
Am späten Nachmittag knurrte nun doch der Magen und es hieß „Grill an und Bier marsch !“
Gegen Abend trudelten dann unsere Hüttennachbarn von einer sehr erfolgreichen Angeltour ein. Es waren Kabolsky ( NAF ) und seine sieben Angelkumpel die mir erst mal eine anständige Strecke ans Ufer legten. Ich war ganz platt, denn sie hatten Seehechte bis zu einer Länge von 109 cm verhaftet.
Nach einem kurzen HALLO ließ ich die Jungs bei ihrer Filettierarbeit in Ruhe um meine Ausrüstung für den nächsten Tag vorzubereiten.
Leider zeigte sich der nächste Morgen nicht von seiner besten Seite aber der Wind meinte es immer noch gut mit mir, so dass die ersten Makrelen auch schnell im Boot lagen.
Danach ging es zu den bekannten Lengrevieren um diesen schmackhaften Räubern nachzustellen. Leider Fehlanzeige, die Fische waren entweder nicht in Beisslaune oder umgezogen. Außer einem Wittling war an diesem Vormittag nichts zu holen.
Am Dienstag stand nun die erste Besichtigungstour auf dem Programm. Bei eher schlechtem Wetter besuchten wir Etne, den Langfoss, die Stabkirche in Røldal, und die Lachsstation in Sand am Sandfoss. Diese Fahrt durch eine ständig wechselnde Landschaft, in der einem nur selten ein Auto begegnet, ist eine tolle Sache und wir sind uns einig, das war nicht die letzte Tour.
Mittwoch ein Kurzbesuch in Haugesund und ein Angeltörn mit mäßigem Erfolg, während
Kabolsky und seine Mannen wieder sehr Erfolgreich waren.
Am Donnerstag starteten wir eine gemeinsame Ausfahrt mit fünf Booten und hatten bei lebhaftem Wind eine gute Fischerei und viel Spass.
An diesem Tag habe ich von den Jungs viele nützliche Tipps über das Fischen in diesem Revier im September erhalten, die ich in den nächsten Tagen erfolgreich umsetzen konnte.
DANKE MÄNNER !!!
Leider war es die einzige gemeinsame Ausfahrt mit dieser tollen Truppe, da sie ihr Limit bereits erreicht hatten.
So war ich am Freitag wieder allein auf dem Wasser und nach einer etwas längeren Suche nach den Makrelen konnte ich bei stark abflauendem Wind noch einige gute Seehechte landen.
Samstag Morgen verabschiedete ich zunächst Kabolski und seine Mitstreiter, um danach zu einer weiteren Rundfahrt um die Fjorde zu starten. Es ging über Etne, Skånevik, Matre Rosendal und Sundal nach Odda zum Folgefonn Gletscher. Leider war der Himmel auch an diesem Tag Wolkenverhangen, so dass die Sicht sehr eingeschränkt war.
Auf der Rückfahrt kamen wir noch am berühmten Latefoss ( Zwillingswasserfall ) vorbei, der ebenfalls als Fotomotiv herhalten musste. Über Skare und Jøsendal ging es zurück nach Etne und Ølen.
Sonntag war ein kurzes Makrelenfischen und Fischgrillen mit anschließendem Relaxen angesagt. So eine Autofahrt durch die Bergwelt Norwegens stresst den Fahrer ja schließlich gewaltig, hi, hi !
Montag ( 2. Woche ) erneuter Versuch ein paar gute Fische in’s Boot zu holen, was auch prompt gelang. Wie das tapfere Schneiderlein, „sieben auf einen Streich“.
Für Dienstag stand der Tagesausflug nach Bergen auf dem Programm. Also zeitig in’s Bett denn um 4:15 Uhr klingelt der Wecker. Mit dem Schnellboot geht es um 5:20 Uhr ab Ølen in Richtung Leirvik. Dort wechseln wir das Schnellboot und weiter geht es mit einem Affenzahn durch die Fjorde nach Bergen, wo wir um 8:20 Uhr in den Hafen einlaufen.
Aber was ist das !?
Ein deutsches U-Boot in der Hafeneinfahrt !
Haben wir irgendetwas nicht mitbekommen ???
Aha, wie wir erfahren ist es nur zu Besuch, genau wie wir.
Nach dem ersten Schrecken kaufen wir erst mal frische Reker auf dem Fischmarkt und bestaunen die anderen Köstlichkeiten ( und die Preise ! )
Das nächste Ziel ist die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Altstadt Brygen
( oder das, was noch übrig geblieben ist ), um hier unsere Fotosafari durch Bergen zu starten.
Ich bin zwar kein Städtefan, aber Bergen ist eine Reise Wert !
Ca. 15:00 Uhr setzt der für Bergen typische Regen ein, den wir mit einem Bier in einer Kneipe am Fischmarkt abwarten, um dann im Laufschritt zum Fähranleger zu spurten.
Um 16:15 Uhr geht es mit dem Schlachtschiff von HSD, der MS – Draupner mit einem Affenzahn durch die Fjorde zurück nach Leirvik. Dort wieder auf das kleine Boot gewechselt und zurück nach Ølen. Um 21:00 Uhr erreichen wir unsere Hütte und sind reif für die Koje.
Mittwoch starte ich einen neuen Versuch einen guten Leng zu erwischen und probiere es an mehreren Stellen und in unterschiedlichen Tiefen. Das Ergebnis ist mager, nur zwei Fische die den Namen Leng eigentlich noch nicht verdienen.
Am Donnerstag wollten wir dann eine letzte Tour mit dem Auto unternehmen, was wir aber wegen des schlechten Wetters unterließen. Also blieb mir die letzte Chance einen Seehecht von über einem Meter zu erbeuten.
Bei lebhaftem Wind und Dauerregen belud ich das Boot und eilte den Fischen entgegen.
Die Makrelen ließen nicht lange auf sich warten, waren aber eigentlich als Köder zu schade, da sie alle weit über 500g wogen. Also beschloss ich Diese zu räuchern und kleinere Exemplare zu suchen, was auch schnell gelang.
Danach steuerte ich die erfolgversprechende Seehechtstelle an und versuchte mein Glück.
Bei dem immer stärker werden Wind benötigte ich schon ein 560g Blei um zügig den Grund in ca. 70 m Tiefe zu erreichen und dort zu halten.
Den Fischen schien dieses Sauwetter sehr gut zu gefallen, die Bisse kamen häufig und sehr brutal.
Der größte Seehecht des Tages maß immerhin 95 cm und lieferte einen tollen Drill.
Im laufe des Nachmittags öffnete Petrus alle Schleusen und der Wind legte noch einen Zahn zu, so dass es in meiner Jolle langsam ungemütlich wurde. Der ABU – Floater war auch schon durch und so beschloss ich den Angeltörn zu beenden. Auf der Rückfahrt gab’s bei Gegenwind noch mal Salzwasser satt, was den Tag so richtig abrundete.
Freitag, oh Schreck, Abreisetag !
Die zwei Wochen sind schon wieder rum. Also Hütte reinigen, Auto beladen, von Terje und Anne, unseren Vermietern und Freunden verabschieden, und um 16:00 Uhr in Richtung Stavanger aufbrechen.
Die Prinsesse Ragnhild bringt uns wieder ruhig und sicher nach Dänemark, der Rest ist Autobahn, gähn !!
Viele Grüße vom Saalefischer :<-
PS: Die Planungen für 2007 sind natürlich schon wieder angelaufen, Norge wir kommen !
Und hier nun die Bilder: