AW: War wieder mal Aal-Angeln
Bei uns in der Donau ist der Aal nicht heimisch, er wandert nur in die atlantischen Zuflüsse ein. Im Donauraum wurde/wird der begehrte Fisch aber seit etwa 1900 regelmäßig in die Fließgewässer und in Seen eingesetzt. In unserer Region setzen wir ausschließlich Glasaale, keine Farmaale!
Unzweifelhaft dürfte sein, dass sich das Geschlecht bei Glasaalen noch nicht entwickelt hat. Es wird nach Meinung von Biologen vorwiegend bestimmt durch die Faktoren, die den Fischchen zuteil werden. So könnte ich mir vorstellen, dass sich in einer räumlich engen Farm mit hoher Bestandsdichte im Gegenteil zu einem Fluss oder See mit verhältnismäßig geringem Bestandsdruck nur wenige großwüchsige Weibchen entwickeln. Grundsätzlich gilt: Großes Wasser, große Fische, kleines Wasser, kleine Fische. Weil sich aber, in welchem Verhältnis auch immer, in der Farmhaltung das Geschlecht erst entwickelt und schließlich erkennen lässt, liegt die Vermutung nahe, dass man kleinwüchsige Männchen zum Besatz veräußert, während großwüchsige Weibchen als Speisefische Verwendung finden.
Ein weiterer Grund für mich, Farmaale zu meiden, ist die Vermutung, dass die Aale in der Massentierhaltung zur Vermeidung von Verlusten und zur Gewinnmaximierung mit Medikamenten (Malachitgrün, Antibiotika, Wachstumsdoping) behandelt sein könnten.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass in mehreren Baggerseen unserer Region, die nach Jahren einer anderen Zweckbestimmung zugeführt und verfüllt wurden, einst mit Glasaalen besetzt, beim Fischen/Angeln

nur noch große bis armdicke Aale gefangen wurden. Gefangen wurden die vorwiegend mit totem Köderfisch. Nicht ein Schnürsenkel wurde gefangen! Fressen etwa die Großen die Kleinen?
Ich nehme oft am Monitoring (E-Fischen zur Bestandskontrolle) eines beauftragten Fischereibiologen in der Donau teil. Obwohl der Aalbesatz bei weitem nicht mehr im Umfang früherer Jahre erfolgt, gibt es dort immer noch reichlich Aale. Allerdings streckenweise überproportional, an anderen Stellen dagegen gleich null! Größen meist zwischen 60, eher 70 - 90 cm. Und sie sind gut genährt, randvoll mit Bachflohkrebsen und Kamberkrebsen samt Schale!
Wer also am richtigen Ort seinen Köder auslegt, der fängt. Wer sein Revier nicht ausreichend erkundet und kennt, angelt/fischt:spiegel: evtl. erfoglos.
Unser Hauptproblem sind die Wasserkraft-Turbinen, denn auch in der Donau, anders als in geschlossenen Seen, wandern die laichreifen Aale stromabwärts und überleben den Weg durch die Turbinen der Wasserkraftwerke kaum.
Wohin die wenigen, die es möglicherweise schaffen, letztendlich ziehen - durch das Schwarze Meer, den Bosporus, ins Mittelmeer, in den Atlantik zur Sargassosee? Und deren auf Donauwasser geprägte Kinder gar zurück? Aal müßte man sein. Mit Navi könnten sie auch den Weg über den Rhein, den Main und den RMD-Kanal zur Donau finden.
Ich weiß nur, dass es im Mittelmeer in Kroatien bis Dubrovnik Aale gibt. Hab ich dort beim Tauchen wiederholt in Fischreusen im Meer gesehen und von Berufsfischern bestätigt bekommen.
Rhein- und Elbeeinzugsgebiet sollten ein natürliches Aalaufkommen haben. Wie es mit den Ostseezuflüssen aussieht, weiß ich nicht. Ich meine schon, dass die Aale dort natürlich einwandern. Wenn dem nicht so sein sollte, wir Südstaatler wüßten es gerne.
Serus, Südwind