cohosalmon
Stammnaffe
16.8. 2026, Bamfield – Tag 1
Die Jungs wollten frueh raus und so waren wir schon kurz nach 6 Uhr abfahrbereit. Unsere beiden Kleinboote liefen zum Cape Beale aus waehrend Glenn mit seinen beiden Soehnen und seiner Schwiegertochter auf dem Guideboot Richtung Japan abdueste. Mit Ian und Dave hatte ich eine erfahrene Crew und wir kannten die Fischgruende hier gut. Ich fuhr uns direkt an den Fjordeingang beim Cape Beale wo wir zwischen einigen Felsklippen und Felsen ein produktives Kelpfeld wussten. Wenn dort Futterfisch stand dann wuerde es bald rappeln. Das Wasser um Cape Beale ist immer rauh und wellig. Dort brach sich die Duenung und die Wellen reflektieren von der Kueste zurueck und treffen auf die naechste reinkommende Wellenfolge. Ausserdem gab es dort ein Aufwellen weil das tiefere Wasser von draussen vom ploetzlich hochkommenden Boden und vielen Untiefen hochgedrueckt wird. Wir nennen das den Waschmachineneffekt und dementsprechend schuettelte es uns gut durch und es musste immer einer von uns eine Hand am Lenkrad und ein Auge auf die Umgebung haben. Auch weil noch einige andere Boote die gleiche Gegend befischten. Dave fischte mit Koederfischsystem und Ian hatte einen Blinker dran. Dave war heiss auf Fisch und wollte seine Truhe zuhause fuellen. Es war sein einziger Angeltrip dieses Jahr. Ian und ich fischten regelmaessig zu Hause und waren daher etwas entspannter. Wir teilten und die andere Bootsseite waehrend Dave eigentlich immer seine Rute im Einsatz hatte. Und die erste Aufregung kam auch von Dave’s Seite – seine Rute ruckte los und er sprang hinzu und kurbelte an. Wir waren gerade genau am Kelpfeld und an einer felsigen Untiefe die bis auf 13 m hochkam. Dave konnte den Biss nicht verwerten und vergass im Moment den Downrigger hochzuholen und so riss es ploetzlich hart am Rigger und schwupps war das Kabel schlaff. Mist! Gluecklicherweise hatte es aber “nur” das 6 Kg Blei abgerissen und die ganze Montage mit Clip und so war noch dran. Das Blei war schnell ersetzt, die ganze Montage wieder anzuroedeln haette locker 30 Minuten gekostet und waere bei der Schaukelei auch kein Spass gewesen.
Aber jetzt wussten wir das Fisch hier war. Ian verbuchte den naechsten Biss und auch der blieb nicht haengen. So kam meine Rute mit der Flashfly zu Einsatz und baem keine 10 Minuten spaeter wurde meine Rute brutal nach unten gerissen. Ein guter Fisch blieb haengen und kaempfte gut. Er hatte ein paar kurze aber heftige Fluchten in sich, die ich aber alle gut parieren konnte. Dann kam er unwillig in Bootsnaehe. Guter Teener, meinten wir alle. Ein paar Ueberraschungen hatte er aber noch im Programm als er partout nicht zum Kescher wollte. Aber dann sackte Ian ihn ein. Feiner Fisch! Vielleicht 17-18 Pfund! Als wir wieder am Schleppen waren, wollte ich gerade zur Fangstelle zurueckdrehen als Dave’s Rute auf Tauchstation ging. Wow, der Fisch wollte einfach nur weg! Eine lange Flucht und ich war schon besorgt das andere Boote ahnungslos ueber Dave’s Schnur fahren konnten. So drehte ich Richtung Fisch und versuchte dichter am Fisch zu bleiben. Dave musste dabei kurbeln wie ein Berserker. Aber das Manoever gelang und nun musste Dave den Fisch nur noch muede kriegen. Dave betete das der Haken hielt. Nach vielleicht 10 Minuten war der Fisch dann platt und wieder sackte ihn Ian fachgerecht ein. Ein Klon meines Lachses! Wir klatschten uns freudig ab.
Und so verlief der Morgen kurzweilig wenn auch nicht heiss. Alle 20-30 Minuten rappelte es an einer unserer Ruten. Besonders an Dave’s Rute. Ob es die Koederwahl oder einfach der eiserne Wille war, aber Dave fing deutlich mehr als Ian und ich zusammen. Es kam ein Trupp hungriger und guter Cohos durch und wir behielten 3 davon. Einer war markiert, die meisten nicht. Hier im Barkley Sound konnte man 2 Cohos pro Lizenz pro Tag behalten, davon durfte hoechsten 1 unmarkiert sein. Die Cohos waren ein toller Spass weil die meistens sehr aggressiv bissen. Man fuerchtete manchmal fast das der Rutenhalter brach. Die mussten in voller Fahrt den Koeder einfach mitreissen; zumindest sahen die Bisse so aus. Die Chinooks bissen dagegen etwas ruhiger und zaghafter. Wir liessen noch 2 Chinooks so um die 8-10 Pfund wieder frei. Wir wollten nicht die Lizenz mit solchen Kleineren fuellen.
Ueber Funk hoerten wir das Jerrod’s Crew auch ein paar Cohos fingen. Grosse Chinooks hatten sie aber noch nicht erwischt. Glenn meldete sich von Offshore, sie haetten ihre 4 Heilbutte erwischt, auch 2 Lings und einen Sablefish. Aber das Wasser waere bruehwarm mit Millionen von Quallen versaut. Man koennte ueberhaupt nicht auf Lachs schleppen. Blauhaie wuerden um das Boot zirkeln. Das Wasser waere allerdings ruhig und keiner war seekrank. Eine Ueberlegung fuer uns fuer morgen.
Wir wollten aber das ruhige Wetter heute noch fuer paar ufernahe Bodenraeuber nutzen. Jerrod hatte Dave eine faengige Stelle fuer Lingcods verraten. Man muesste die dort schleppen, nicht wie ich sonst pilken. Ich fuhr uns am Cape Beale vorbei, ein paar Kilometer Richtung Port Renfrew. Kurz nach dem Cape war das Meer ploetzlich herrlich still und glatt. Ein Genuss! Ein Buckelwal tauchte auf und bald eine ganze Gruppe von Seeottern. So weit suedlich waren diese niedlichen Tiere nun schon angekommen. Vor 25 Jahren gab es die erst ganz im Norden von BC. Vor 100 Jahren waren sie bis auf ganz oben in Alaska ueberall in Nordamerika schon ausgerottet. Dann kamen wir an der Lingstelle an. Besser eine Lingstrecke denn es war kein individuelles Riff oder Untiefe sondern ein mit Steinen belegtes Plateau. Wir schleppten grosse Gummifische am Downrigger und mussten nur aufpassen, dass die Downriggergewichte nicht in den Steinen haengenblieben. Hier zeigte sich Ian’s Kunst; nicht umsonst wurde er zuhause der Ling-King genannt. Er bekam Biss auf Biss und brachte regelmaessig Lings an die Oberflaeche. Allerdings waren die meisten untermassig. Hier konnte man gut sehen warum es so spaet in der Saison schwer ist gute Bodenraeuber ufernah zu finden. Viele der Lings die Ian und Dave hochbrachten waren 62-64 cm lang. Das Mindestmass ist 65 cm. Die gut erreichbaren und befischbaren Stellen sind Mitte/Ende August einfach abgefischt.
Aber wir hatten Ausdauer und am Ende fand Ian 2 massige Lings und Dave einige gute Felsenbarsche. Damit war meine Fischkiste rappelvoll und wir kehrten kurz nach 14 Uhr heim. Besonders Dave hatte viel zu filetieren. Wir waren zufrieden mit dem ersten Tag und ueberlegten uns schon eine Strategie fuer den zweiten Tag. Glenn riet von Offshore ab weil der Guide meinte es wuerde dort morgen ruppig werden. Sie wuerden morgen auch nur ufernah fischen. Auch weil Glenn’s Crew jetzt Lachs wollten; Bodenfisch hatten sie ja schon genug von heute. Fuer mich war die Entscheidung schwer; ich wollte gerne Heilbutt, Ian auch, und offshore wuerden wir sie sicher kriegen. Vielleicht nur Kleinere, aber immerhin fast sicher. Ufernah kann man auch welche fangen aber die Chancen waren vielleicht 50/50. Dafuer aber wahrscheinlich bessere Groessen. Was tun? 3 Stunden hin und zurueck gegen Wellen kaempfen fuer 3 kleinere Butte oder sich die Zeit, das Benzin und die Schuettelei sparen und auf einen der wenigen Uferbutte hoffen? Schwierige Entscheidung!













Die Jungs wollten frueh raus und so waren wir schon kurz nach 6 Uhr abfahrbereit. Unsere beiden Kleinboote liefen zum Cape Beale aus waehrend Glenn mit seinen beiden Soehnen und seiner Schwiegertochter auf dem Guideboot Richtung Japan abdueste. Mit Ian und Dave hatte ich eine erfahrene Crew und wir kannten die Fischgruende hier gut. Ich fuhr uns direkt an den Fjordeingang beim Cape Beale wo wir zwischen einigen Felsklippen und Felsen ein produktives Kelpfeld wussten. Wenn dort Futterfisch stand dann wuerde es bald rappeln. Das Wasser um Cape Beale ist immer rauh und wellig. Dort brach sich die Duenung und die Wellen reflektieren von der Kueste zurueck und treffen auf die naechste reinkommende Wellenfolge. Ausserdem gab es dort ein Aufwellen weil das tiefere Wasser von draussen vom ploetzlich hochkommenden Boden und vielen Untiefen hochgedrueckt wird. Wir nennen das den Waschmachineneffekt und dementsprechend schuettelte es uns gut durch und es musste immer einer von uns eine Hand am Lenkrad und ein Auge auf die Umgebung haben. Auch weil noch einige andere Boote die gleiche Gegend befischten. Dave fischte mit Koederfischsystem und Ian hatte einen Blinker dran. Dave war heiss auf Fisch und wollte seine Truhe zuhause fuellen. Es war sein einziger Angeltrip dieses Jahr. Ian und ich fischten regelmaessig zu Hause und waren daher etwas entspannter. Wir teilten und die andere Bootsseite waehrend Dave eigentlich immer seine Rute im Einsatz hatte. Und die erste Aufregung kam auch von Dave’s Seite – seine Rute ruckte los und er sprang hinzu und kurbelte an. Wir waren gerade genau am Kelpfeld und an einer felsigen Untiefe die bis auf 13 m hochkam. Dave konnte den Biss nicht verwerten und vergass im Moment den Downrigger hochzuholen und so riss es ploetzlich hart am Rigger und schwupps war das Kabel schlaff. Mist! Gluecklicherweise hatte es aber “nur” das 6 Kg Blei abgerissen und die ganze Montage mit Clip und so war noch dran. Das Blei war schnell ersetzt, die ganze Montage wieder anzuroedeln haette locker 30 Minuten gekostet und waere bei der Schaukelei auch kein Spass gewesen.
Aber jetzt wussten wir das Fisch hier war. Ian verbuchte den naechsten Biss und auch der blieb nicht haengen. So kam meine Rute mit der Flashfly zu Einsatz und baem keine 10 Minuten spaeter wurde meine Rute brutal nach unten gerissen. Ein guter Fisch blieb haengen und kaempfte gut. Er hatte ein paar kurze aber heftige Fluchten in sich, die ich aber alle gut parieren konnte. Dann kam er unwillig in Bootsnaehe. Guter Teener, meinten wir alle. Ein paar Ueberraschungen hatte er aber noch im Programm als er partout nicht zum Kescher wollte. Aber dann sackte Ian ihn ein. Feiner Fisch! Vielleicht 17-18 Pfund! Als wir wieder am Schleppen waren, wollte ich gerade zur Fangstelle zurueckdrehen als Dave’s Rute auf Tauchstation ging. Wow, der Fisch wollte einfach nur weg! Eine lange Flucht und ich war schon besorgt das andere Boote ahnungslos ueber Dave’s Schnur fahren konnten. So drehte ich Richtung Fisch und versuchte dichter am Fisch zu bleiben. Dave musste dabei kurbeln wie ein Berserker. Aber das Manoever gelang und nun musste Dave den Fisch nur noch muede kriegen. Dave betete das der Haken hielt. Nach vielleicht 10 Minuten war der Fisch dann platt und wieder sackte ihn Ian fachgerecht ein. Ein Klon meines Lachses! Wir klatschten uns freudig ab.
Und so verlief der Morgen kurzweilig wenn auch nicht heiss. Alle 20-30 Minuten rappelte es an einer unserer Ruten. Besonders an Dave’s Rute. Ob es die Koederwahl oder einfach der eiserne Wille war, aber Dave fing deutlich mehr als Ian und ich zusammen. Es kam ein Trupp hungriger und guter Cohos durch und wir behielten 3 davon. Einer war markiert, die meisten nicht. Hier im Barkley Sound konnte man 2 Cohos pro Lizenz pro Tag behalten, davon durfte hoechsten 1 unmarkiert sein. Die Cohos waren ein toller Spass weil die meistens sehr aggressiv bissen. Man fuerchtete manchmal fast das der Rutenhalter brach. Die mussten in voller Fahrt den Koeder einfach mitreissen; zumindest sahen die Bisse so aus. Die Chinooks bissen dagegen etwas ruhiger und zaghafter. Wir liessen noch 2 Chinooks so um die 8-10 Pfund wieder frei. Wir wollten nicht die Lizenz mit solchen Kleineren fuellen.
Ueber Funk hoerten wir das Jerrod’s Crew auch ein paar Cohos fingen. Grosse Chinooks hatten sie aber noch nicht erwischt. Glenn meldete sich von Offshore, sie haetten ihre 4 Heilbutte erwischt, auch 2 Lings und einen Sablefish. Aber das Wasser waere bruehwarm mit Millionen von Quallen versaut. Man koennte ueberhaupt nicht auf Lachs schleppen. Blauhaie wuerden um das Boot zirkeln. Das Wasser waere allerdings ruhig und keiner war seekrank. Eine Ueberlegung fuer uns fuer morgen.
Wir wollten aber das ruhige Wetter heute noch fuer paar ufernahe Bodenraeuber nutzen. Jerrod hatte Dave eine faengige Stelle fuer Lingcods verraten. Man muesste die dort schleppen, nicht wie ich sonst pilken. Ich fuhr uns am Cape Beale vorbei, ein paar Kilometer Richtung Port Renfrew. Kurz nach dem Cape war das Meer ploetzlich herrlich still und glatt. Ein Genuss! Ein Buckelwal tauchte auf und bald eine ganze Gruppe von Seeottern. So weit suedlich waren diese niedlichen Tiere nun schon angekommen. Vor 25 Jahren gab es die erst ganz im Norden von BC. Vor 100 Jahren waren sie bis auf ganz oben in Alaska ueberall in Nordamerika schon ausgerottet. Dann kamen wir an der Lingstelle an. Besser eine Lingstrecke denn es war kein individuelles Riff oder Untiefe sondern ein mit Steinen belegtes Plateau. Wir schleppten grosse Gummifische am Downrigger und mussten nur aufpassen, dass die Downriggergewichte nicht in den Steinen haengenblieben. Hier zeigte sich Ian’s Kunst; nicht umsonst wurde er zuhause der Ling-King genannt. Er bekam Biss auf Biss und brachte regelmaessig Lings an die Oberflaeche. Allerdings waren die meisten untermassig. Hier konnte man gut sehen warum es so spaet in der Saison schwer ist gute Bodenraeuber ufernah zu finden. Viele der Lings die Ian und Dave hochbrachten waren 62-64 cm lang. Das Mindestmass ist 65 cm. Die gut erreichbaren und befischbaren Stellen sind Mitte/Ende August einfach abgefischt.
Aber wir hatten Ausdauer und am Ende fand Ian 2 massige Lings und Dave einige gute Felsenbarsche. Damit war meine Fischkiste rappelvoll und wir kehrten kurz nach 14 Uhr heim. Besonders Dave hatte viel zu filetieren. Wir waren zufrieden mit dem ersten Tag und ueberlegten uns schon eine Strategie fuer den zweiten Tag. Glenn riet von Offshore ab weil der Guide meinte es wuerde dort morgen ruppig werden. Sie wuerden morgen auch nur ufernah fischen. Auch weil Glenn’s Crew jetzt Lachs wollten; Bodenfisch hatten sie ja schon genug von heute. Fuer mich war die Entscheidung schwer; ich wollte gerne Heilbutt, Ian auch, und offshore wuerden wir sie sicher kriegen. Vielleicht nur Kleinere, aber immerhin fast sicher. Ufernah kann man auch welche fangen aber die Chancen waren vielleicht 50/50. Dafuer aber wahrscheinlich bessere Groessen. Was tun? 3 Stunden hin und zurueck gegen Wellen kaempfen fuer 3 kleinere Butte oder sich die Zeit, das Benzin und die Schuettelei sparen und auf einen der wenigen Uferbutte hoffen? Schwierige Entscheidung!




























































