AW: Faeroy, Faernoy, Sognesjoen, Borks 91/1
Hallo zusammen,
nach meiner Reise zur Insel Faeroy möchte ich für meine Nachwelt ein paar Infos hinterlassen.
Zunächst zur An-/Abreise: Wenn es der Geldbeutel hergibt unbedingt mit der Fjordline über Bergen, tolle neue Schiffe und nur 3 Stunden Autofahrt in Norge. Sehr bequem. Ich hatte mir für die Anreise 3 Tage Zeit gelassen, um unterwegs noch ein wenig zu wandern (Anreise über Langesund). Auch die Abholung mit dem Boot vom Auto zur Insel klappte problemlos. Die Kontaktperson spricht englisch und etwas deutsch. Das Boot ist groß genug für 4 Leute mit Gepäck. Ab Windstärke 4-5 wirds dann aber feucht, also vorsichtshalber kleine Plane oder große Müllsäcke einpacken.
Das Haus wurde Anfang 2013 saniert und ist komplett ausgestattet. Allerdings war der Eigentümer beim Einräumen wenig sorgsam (Treppe von Möbeln zerkratzt, Schränke sind nicht richtig zusammengebaut, etc.). Ich hatte aufgrund eines Sturmes aus Süden eine komplett schlaflose Nacht, da ich die Terrassentür zuhalten musste und erst am Folgetag notdürftig reparieren konnte. Das Problem ist bekannt und soll abgestellt werden.
Die Möglichkeiten zum Angeln von Land sind begrenzt (wenn der Wind mal keine Ausfahrt zulässt). Das Boot ist top für 3-4 Angler. Leider hat das Echolot (Kombigerät Plotter/E-Lot) nicht funktioniert. Auch war wegen starken Windes nur an 6 von 13 Tagen eine Ausfahrt möglich. Da der Sommer auch in Norge sehr warm war, haben sich viele Fische aufs offene Meer verdrückt. Da konnte und wollte ich nicht allein raus, so dass ich mich aufs Fischen zwischen den Inseln beschränkt habe. Also gezielt auf Pollack und/oder Leng.
Im August waren viele Makrelen vor Ort, abends auch mal an der Oberfläche raubend ca. 300m vom Anleger entfernt. Ansonsten den Köderfisch auf den zahlreichen Bergen um die 20-30m Tiefe suchen. Besonders ergiebig war eine Kante ca. 3 Bootsminuten südwestlich des Hauses, wo es von ca. 10 m recht schnell auf weit über 100m abfällt (Insel mit dem schwarz-weissen Seezeichen). Hier waren im flachen Bereich immer Pollacks (ab 50 cm), dann über der Kante Makrelen und ab ca. 40 m Lumbs. Eine ähnliche Stelle fanden wir südlich der Insel Ospa kurz vor dem offenen Meer (bei Nordwind noch geschützt und genau da, wo die Dühnung aus Westen noch nicht stört). Hier waren die Pollacks auch größer.
Trotz einiger Versuche auf Leng blieben wir erfolglos. Dennoch hatten wir nach 6 Angeltagen (4 davon halbe Tage, war ja mit der Holden fischen) die Kühlbox ausreichend gefüllt. Gefangen haben wir überwiegend Makrelen (die letzten beiden Tage fast alle zurückgesetzt), Pollacks (fast ausschließlich maßig, größter ca. 75 cm), Lumb bis ca. 3 kg, Dornhai bis ca. 90 cm (rote Liste, Foto und ab zurück ins Wasser), Schellfisch und Köhler der Zwergenklasse (alle zurückgesetzt), Willling und gerade mal so maßige Dorsche. Die Artenvielfalt vor Ort ist aber größer. Rochen und Heilbutt sind dort gar nicht so selten. Nur muss das Wetter passen, um die sandigen Stellen auch beangeln zu können. Das war bei mir im Familienurlaub nicht möglich. Auch konnte ich wegen des Wetters die steilen Außenkanten der Inseln nicht befischen. Das war mein eigentliches Ziel. Auch die Nordseite der Insel konnte ich nicht antesten.
Dafür waren die windigen Tage auf der Insel von 2 reinen Steinpilzmahlzeiten gekrönt. Direkt am Wegesrand der Nordsjöloypa (Wanderweg auf der Insel, sehr gut ausgeschildert, hin und zurück ca. 2h). Butter- und Birkenpilze wuchsen auf dem Grundstück.
Mein Fazit: Für den Familienurlaub wegen der Einsamkeit und Wetteranfälligkeit (Nahrungsnachschub, Ausflüge) nur bedingt geeigneter Urlaubsort. Für Angler in der Gruppe jedoch gut. Das Haus ist gut für 6 Personen. Das vierte Schlafzimmer ist doch recht kühl und zugig.
Viel Dank nochmal an Mario für die Tipps.
Gruß
Holger