Dorschalarm!
Innerhalb von 5 Jahren sind fast 2 Drittel aller Küstendorsche vor Nordnorwegen verschwunden. Jetzt schlagen Forscher Alarm.
Das ist ein Problem. Wir sehen einen bedrohlichen Bestandsniedergang, bestätigt der Staatssekretär im Fischerei- und Küstenministerium, Vidar Ulriksen.
Nach Angaben des Meeresforschungsinstitutes sank der Gesamtbestand deas Küstendorsches um 63 % von 2000 bis 2005 nördlich des 62. Breitengrades bis einschließlich des Varangerfjordes (anm. des übers.: ganz im osten an der russischen grenze).
Vilhelm Bjerknes vom Norwegischen Institut für Wasserforschung (NIVA) meint, eine der Ursachen könnte der stetig wachsende Bestand an Seeigeln sein, die sich von der Unterwasserflora ernähren. Im Februar dieses Jahres veröffentlichte das NIVA einen Bericht über das ökologische Umfeld des Küstendorsches.
Auch die Zahlen des Laichbestandes, die leichter zu ermitteln sind als der Küstendorschbestand, zeigen einen starken Niedergang. Seit 2000 bis einschließlich 2005 ist der Laichbestand um 54% zurückgegangen.
Das ist ein Problem für die Küstenfischer und für die Umwelt, sagt der Forschungsgruppenleiter des Meeresforschungsinstitutes in Bergen, Harald Gjøseter.
Der Küstendorschbestand hat seit 1994 kontinuierlich abgenommen.
Es gab Nachwuchsschwächen. Die Ursache ist sehr vielschichtig, und nicht nur zu viel Fischerei, sagt Gjøseter.
Regulierungen
Das Fischerei- und Küstenministerium ist ebenso besorgt.
Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, daß der Küstendorschbestand auf einem solchen Niveau bleibt, daß wir ihn auch in Zukunft nutzen können, sagt Staatssekretär Vidar Ulriksen.
Das Fischerei- und Küstenministerium hat unter anderem die Regulierung eingeführt, daß große Fischkutter nur außerhalb der Fjordlinie fischen dürfen. Der Bereich um Henningsvær auf den Lofoten ist für Fischerei gesperrt worden, außer für Angelfischerei und Handleinen.
Wir haben Regulierungen eingeführt, die die Fischerei in den küstennahen Gebieten einschränken, und haben das Meeresforschungsinstitut darum gebeten, den Forschungen am Küstendorsch Priorität einzuräumen. Wenn der Bestandniedergang weitergeht, sind wir gezwungen strengere Regulierungen einzuführen, sagt Ulriksen.