Da kommt etwas auf uns zu!

HeJueMeHH

Hamburger Jung
Registriert
5 Februar 2004
Beiträge
987
Ort
Bergen
Habe eben in der VG folgenden Artikel gefunden : http://www.vg.no/pub/vgart.hbs?artid=137561
2/3 des Küstendorschbestands in Nordnorge ist in den letzten 5 Jahren verschwunden!
Nun werden bestimmt auch die Politiker aktiv.
In einem Gebiet auf den Lofoten ist die Fischerei bereits verboten ( Angeln und Handschnüre noch erlaubt).
Wenn man diesen Artikel liest kommt einem das Gruseln...
Wenn ich dann noch an den Artikel mit den beiden deutschen mit ihren 470kg Filet denke, dann kann ich mir gut vorstellen, das es bald zu Restriktionen kommen wird.
*seufz*
 
Ja die Forscher schlagen kräftig Alarm jetzt sehen sie den Rückgang ganz deutlich. Hoffe es wird schnell reagiert damit der Bestand nicht ganz zusmmenbricht.
 
Dorschalarm!

Innerhalb von 5 Jahren sind fast 2 Drittel aller Küstendorsche vor Nordnorwegen verschwunden. Jetzt schlagen Forscher Alarm.

Das ist ein Problem. Wir sehen einen bedrohlichen Bestandsniedergang, bestätigt der Staatssekretär im Fischerei- und Küstenministerium, Vidar Ulriksen.

Nach Angaben des Meeresforschungsinstitutes sank der Gesamtbestand deas Küstendorsches um 63 % von 2000 bis 2005 nördlich des 62. Breitengrades bis einschließlich des Varangerfjordes (anm. des übers.: ganz im osten an der russischen grenze).

Vilhelm Bjerknes vom Norwegischen Institut für Wasserforschung (NIVA) meint, eine der Ursachen könnte der stetig wachsende Bestand an Seeigeln sein, die sich von der Unterwasserflora ernähren. Im Februar dieses Jahres veröffentlichte das NIVA einen Bericht über das ökologische Umfeld des Küstendorsches.

Auch die Zahlen des Laichbestandes, die leichter zu ermitteln sind als der Küstendorschbestand, zeigen einen starken Niedergang. Seit 2000 bis einschließlich 2005 ist der Laichbestand um 54% zurückgegangen.

Das ist ein Problem für die Küstenfischer und für die Umwelt, sagt der Forschungsgruppenleiter des Meeresforschungsinstitutes in Bergen, Harald Gjøseter.

Der Küstendorschbestand hat seit 1994 kontinuierlich abgenommen.

Es gab Nachwuchsschwächen. Die Ursache ist sehr vielschichtig, und nicht nur zu viel Fischerei, sagt Gjøseter.

Regulierungen

Das Fischerei- und Küstenministerium ist ebenso besorgt.

Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, daß der Küstendorschbestand auf einem solchen Niveau bleibt, daß wir ihn auch in Zukunft nutzen können, sagt Staatssekretär Vidar Ulriksen.

Das Fischerei- und Küstenministerium hat unter anderem die Regulierung eingeführt, daß große Fischkutter nur außerhalb der Fjordlinie fischen dürfen. Der Bereich um Henningsvær auf den Lofoten ist für Fischerei gesperrt worden, außer für Angelfischerei und Handleinen.

Wir haben Regulierungen eingeführt, die die Fischerei in den küstennahen Gebieten einschränken, und haben das Meeresforschungsinstitut darum gebeten, den Forschungen am Küstendorsch Priorität einzuräumen. Wenn der Bestandniedergang weitergeht, sind wir gezwungen strengere Regulierungen einzuführen, sagt Ulriksen.
 
Küstendorsche vor Nordnorwegen verschwunden

Danke für die prompte Erledigung.


Das sind wahrlich keine guten Nachrichten.
Sie werden sicher in naher Zukunft auswirkung auch auf uns Angler haben.
erich
 
ich habs mal eben in das neue forum verschoben, ich meine hier paßt es besser hin.


übrigens haben wir hier in tromsö alleine von 2004 auf 2005 einen erschreckenden rückgang der dorsche festgestellt.
 
Hallo !
Das ist wahrlich keine gute Nachricht!
Das es die Wahrheit ist, hat sicher jeder von uns, der in den letzten 10-15 Jahren nach Norwegen gefahren ist, auch in seiner eigenen Fischtonne gemerkt. Und sicherlich haben auch die mehrere 100000 Angeltouristen jedes Jahr einen sehr geringen Teil dazu beigetragen. Aber die Gesamtschuld trägt die Menschheit allgemein und nicht wir Angler, die gewissenhaft mit der Natur umgehen und der wir es verdanken, solch ein wunderschönes Hobby zu haben.
Aufklärung auf höchster Ebene und vernünftige Entscheidungen sind jetzt gefragt und nicht etwa nur Touristen sanktionieren.
Aber eins ist sicher: Sloche Typen mit ner halben Tonne Filets oder Kisten voller Kinderdorsche dürfen dieses Paradies nie wieder betreten!
Ich freue mich jedes Mal riesig auf Norge, zähle die Tage und ich möchte mich auch in 20 Jahren noch genauso darauf freuen können!!!

Lenglui
 
und jetzt muß ich wieder selbstkritik üben:

warum haben wir angler keine schuld? sicher ist es die ganze menschheit, die mit ihrer gier die meere leerfrißt. aber zu der gehören wir auch.

und an der misere in norwegen tragen gerade wir norwegenangler unsere eigene, kleine mitschuld, dadurch, daß wir mehr fisch essen, als der durchschnittliche konsument, der die produkte der kommerziellen fischerei vertilgt.

immer mit dem finger auf die berufsfischer zeigen, bringt auf dauer auch nichts. die fangen nur im auftrag der allgemeinheit riesige mengen. aber wenn man das dann pro kopf hochrechnet, ich meine die fangergebnisse der europäischen berufsfischer auf die europäische bevölkerung hochgerechnet, und das dann gegen die mengen aufrechnet, die ein jeder von uns als selbstgefangenen fisch verspeist, dann sehen wir aber im vergleich eher schlecht aus.

wir tun im kleinen nichts anderes als die berufsfischer im großen, die aber für viele leute stellvertretend. wer mit dem finger auf andere zeigt, auf den zeigen vier finger zurück.;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Genau!!!

Mal als Rechenbeispiel:
Pro Woche werden im Schnitt 20 kg Filet von einem Angler gefangen (der eine mehr, der andere weniger).
Bei 50 Anglern (vielleicht sind so viele ja ungefähr gleichzeitig z.B. auf Hitra) sind dies immerhin 1.000 kg bzw. 1 Tonne Filet pro Woche.
Bei ca. 20 Wochen, die eine Saison dauert, sind dies 20 Tonnen Filet.
Wenn ich dann davon ausgehe, dass der Filetanteil am Gesamtfisch ca. 40 % beträgt, komm ich auf eine Gesamt-Fischmenge von 50 Tonnen.
Und das soll nicht wenig sein?

Gruß

Thomas
 
Das ist schon eine Gewaltige Menge Fisch aber in einem Jahr gerechnet. Denn es ist ja nur im "Sommer" Saison.
Die Gleiche Menge machen aber auch Fabrikschiffe an einem Tag und das Mindestens 10 Monate jeden Tag lang und ich weiß nicht wieviele Schiffe es davon wohl so gibt in norge.
Was aber nicht heißen soll das man mit dem Fisch als Angler auch vernünftig umzugehen hat (Maßvoll und Mindestmaß sowie Schonzeiten einzuhalten)
 
so ist es. und wieviele solcher anlagen gibts in norwegen? dazu die ferienhäuser? ich denke, wenn das mal 100 gerechnet wird, dann reicht das noch lange nicht... das sind tausende von tonnen fisch. jedes jahr.

nicht umsonst möchte in herr arnstein larsen in kabelvåg auf den lofoten nicht, daß die mengen von fisch, die seine gäste verarbeiten, fotografiert werden.
 
leuchtturm schrieb:
Die Gleiche Menge machen aber auch Fabrikschiffe an einem Tag und das Mindestens 10 Monate jeden Tag lang und ich weiß nicht wieviele Schiffe es davon wohl so gibt in norge.

die frage ist aber, wieviele menschen mit dieser fangmenge versorgt werden. und wieviele menschen mit der fangmenge der angler versorgt werden.

und schon sieht man, daß die angler in wahrheit pro kopf mehr fisch konsumieren, als der durchschnittliche konsument, der durch die fangfabrkschiffe versorgt wird.
 
Hallo Hein !
Die Abnahme des Dorschbestandes ist wirklich erschreckend8o !!!!
Aber muss ich nun ein schlechtes Gewissen haben weil ich Angler bin oder habe ich noch mal Glück gehabt , dass ich nicht als Seeigel geboren wurde ( hoffentlich auch nicht in meinem nächsten Leben !) ?
Ich kann Deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen ! Sollen die Angler nicht mehr Angeln , sollen wir weniger Fisch essen oder sollen wir vernünftiger mit den vorhandenen Fisch umgehen ( was heisst das?) ? So wie ich die Sache deute , muss ich bei jedem gefangenen Dorsch ein schlechtes Gewissen haben ;) .
Meinst du wirklich das man den Menschen für alles verantwortlich machen muss ? Veränderungen hat es schon immer gegeben , auch vor den Menschen .

Gruss:] !
Mavo
 
nein, ich stelle das angeln an sich nicht in frage. ich kann es nur langsam nicht mehr hören, daß immer mit dem finger auf die berufsfischerei gezeigt wird, und man meint, nur weil diese viel größere mengen fängt, ist man als angler aus dem schneider. so ist das m.E. eben nicht.

was jetzt der seeigel damit zu tun hat, verstehe ich zwar nicht, aber gut.

fakt ist doch, daß die menschheit immer weiter wächst, bei 6 milliarden wird es wohl kaum bleiben. wenn alle soviel fisch essen würden, wie der naffe im durchschnitt, dann hätte das wohl einen sehr negativen einfluß auf die bestände.

die fischbestände lassen sich eben nur aufrechterhalten, wenn der mensch maß hält, und nicht alles gierig in sich hineinschlingt. die meere sind offenbar nicht so produktiv, daß sie unendlich viele menschen mit qualitativ hochwertigem fisch versorgen können. also ist man irgendwo an dem punkt, wo man sagen muß: mehr fisch darf nicht gefangen werden, sonst geht alles vor die hunde (und zur zeit wird soviel gefangen, daß wir über diesen punkt deutlich hinaus sind!).

warum also sollten wir als angler eine extra-wurst gebraten kriegen und somit moralisch das recht haben, mehr fisch verbrauchen zu dürfen, als das, was pro kopf gerechnet die fischbestände weltweit vernichten würde?

ist nur mal so als anregung zu verstehen...
 
Ich weiß ja nicht wie der Durchschnittsverbrauch bei dir ist Hein ich esse aber nur einmal höchstens Pro Woche Fisch und das ist wohl noch ganz im Durchschnitt wenn nicht noch darunter. Außerdem hast du beim Zitieren wie die Politiker und Zeitungsleute nur einen Teil gezeigt.
Ich schrieb das wir als angler doch auch Maßhalten sollten.
Zum Fabrikschiff ist noch zu sagen das dort wohl mehr als 30 % Abfall produziert wird die Restlichen 70 % gehen dann in die Produktion von denen dann nochmal 50 % Abfall oder Fischmehl ist.
Von dieser Menge kommt dann im Einzelhandel auch nicht mehr 100 % an und dort verdirbt auch nioch mal 15 % jetzt mache deine Rechnung nocheinmal mit echten Zahlen auf dann sehen wir weiter.
Im Übrigen habe ich nicht mit dem Finger auf die Fangschiffe gezeigt. Sondern nur die Rechnung verfolständigt die Thomas Zeidler angefügt hat.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wer sagt denn, dass Angler mehr Fisch essen als Nichtangler?

Und ist es nicht so, dass jeder Fisch, der von einem Angler gefangen und verzehrt wird, von den Berufsfischern weniger gefangen werden muss?

Das Ganze ist doch kein Problem von Berufsfischern und Hobbyanglern.

Es ist einfach so, dass immer mehr Menschen immer mehr Nahrung benötigen und daher die vorhandenen Ressourcen immer mehr in Anspruch genommen werden.

Und das Nachwachsen dieser Vorräte (hier der Fisch) wird immer mehr erschwert, weil der Mensch mit seinem ungesunden Wachstumsdenken die Umwelt immer mehr zerstört.

Solange hier kein Umdenken erfolgt, wird sich an der Situation nichts ändern.
Man wird weiter die Wirkung bekämpfen und nicht die Ursachen.

Gruß Herbert
 
Pälzer schrieb:
Das Ganze ist doch kein Problem von Berufsfischern und Hobbyanglern.

Es ist einfach so, dass immer mehr Menschen immer mehr Nahrung benötigen und daher die vorhandenen Ressourcen immer mehr in Anspruch genommen werden.

genauso sehe ich das auch. ein prozeß, der vielleicht gar nicht mehr zu stoppen ist.

daß angler mehr fisch essen, als nicht-angler habe ich jetzt einfach mal so behauptet, da das meine beobachtung in meinem bekanntenkreis ist. ich selbst esse im übrigen mindestens 2 mal die woche fisch, bin also selbst kein stück besser.:rolleyes:



@leuchtturm: was wäre denn deiner meinung nach die alternative zu fangfabrikschiffen, um den riesigen bedarf zu decken?
 
Eine Alternative habe ich auch nicht dazu aber ich finde es nicht richtig den angler der wernünftig mitFisch umgeht als schlechter oder genausoschlecht hinzustellen. Mein "Wirkungsgrad " der Fischverwertung ist weitaus höher.
Das Problem liegt an der Bevölkerung aber daran läßt sich nicht viel ändern.Was im Mittelalter die Pest und Colera hingerichtet hat. Haben in der Jüngeren Vergangenheit die Kriege gemacht.
Jetzt ist Frieden (Wenigstens so fast) das ist auch gut so, aber die Probleme der modernen Zivilisation kommen dann anderswo.
Ein Ausweichen von Fisch auf Fleisch geht ja auch nicht und die Getreidereserven sind auch nicht gerecht verteilt.
Aber nun ist gut dieses sollte kein Endzeitdrama werden sondern auch nur einen Anstoß geben.
Ich kann für meinen Teil nur sagen ich fische nicht auf Kleinfisch oder Laichfische und wenn ich genug habe dann ist schluß mit angeln und ich genieße die Natur.
Deshalb störte mich das Posting von Dir ein wenig.
 
Also ich finde die fängschiffe mit ihren riesen netzen haben auch schuld daran das es immer weniger fisch gibt. Mit ihren netzen zerstören sie den Ökosystem, weil sie alles wegfangen, und manchmal auch den boden zerstören. Das geht also viel weiter als nür fisch wegfangen. Ein angler dagegen zerstört den boden und dem ökosystem nicht, er fängt nür zielgericht seine fische. Das ist doch ein riesiger unterschied!
Berufsfischer mit langleinen zerstören da viel weniger, da den boden und dem ökosystem viel weniger zerstört wird. Es ist nicht die menge die man wegfangt, aber wie man es wegfangt. Ich hoffe ihr versteht wie ich es gemeint habe.

MFG

Patrick
 
Berufsfischerei und Angler sind m.E. nur zwei teile im Ganzen . Ich glaube auch nicht das dieser ganze Vorgang wieder Rückgängig gemacht werden kann . Ich denke nämlich das da noch andere Faktoren mit daran schuld sind . Luftverschmutzung , Erd -und Meereserwärmung , Giftstoffe die ins meer gespült werden bzw. gekippt werden , falsche netze die die Korallenriffe vor Norwegen kaputt machen usw.
das Problem für uns alle ist eher , von selbst etwas zu machen ! Klar , sich beim Kabeljauschutz anmelden ist erst mal nur ein kleiner Schritt ! Wichtiger ist allerdings den Kabeljau/Dorsch aktiv in Norwegen zu schützen , indem er eben nicht von uns verwertet wird und wenn , dann ab einem gewissen mindestmaß und nicht während der Laichzeit.......Tja , aber daran halten sich wenige und die berufsfischerei leider nicht.
 
Oben