Da kommt etwas auf uns zu!

Falk schrieb:
Kein Angler, kein Berufsfischer kann Bestände vernichten. Dezimieren: Ja. Vernichten: Nein. Die Folge: Wenn es sich nicht mehr lohnt auf eine Fischart zu angeln, ist diese Art nicht ausgestorben, sondern nur knapp und unrentabel. Dann hat sie Zeit, sich zu regenerieren, bis es sich wieder lohnt.

da muß ich aber ein klares veto einlegen! man kann einen fischbestand so sehr dezimieren, daß die marginalen reste es nicht mehr schaffen werden, einen gesunden bestand wie vor der befischung aufzubauen. die abfischung der ehemals größten kabeljaubestände vor der kanadischen küste hat dieses gezeigt.

dort sind mit modernen fischereimethoden die fische quasi ausgerottet worden, das ist mittlerweile fast 20 jahre her. danach wurden die dorsche dort unter strengsten schutz gestellt, der kommerzielle fang von kabeljau ist dort seitdem strengstens verboten.

und was ist mit dem dorschbestand passiert? nichts! er bleibt auf demselben niedrigen niveau.

die fischereibiologen haben daraus gelernt, daß es eben eine grenze gibt, die wenn sie bei der überfischung überschritten wird, dazu führt, daß die betroffene art sich auf dauer nie mehr erholen wird.

das scheint nämlich beim kabeljau in der nordsee auch passiert zu sein, und der dorsch in der ostsee ist nicht mehr weit davon entfernt.
 
Hallo Angelfreunde,

das Problem des Rückgangs der Dorsche ist meiner Meinung nach wie ein Rezept des Aussterbens zu lesen.
1. Überfischung,
2. Seeigel die die Nahrung wegfuttern,
3. Ein neues Fänomen. "Riesenkrabben", die die Norweger wachsen und gedeihen lassen, um diese dann an die Gourmetküchen in die ganze Welt zu verkaufen. Diese Krabben hauen so ziemlich alles an Weichtieren weg, was sie zu fassen bekommen. Wenn Diese über einen Abschnitt hinweg sind, ist dort nur noch Wüste. Das Vorkommen dieser Krabben ist ausgerechnet in diesen Breitengraden.
4. Die Veränderung der Wassertemperaturen und unregelmäßigkeiten bei den Meeresströmen in diesem Gebiet (Hier gibt es diverse Studien).
5. Die Krebsfischerei
Alles in allem macht es die Mischung dieser vielen Faktoren, die dem lieben Dorsch nach und nach den Gar ausmachen werden. Hier erinner ich immer wieder gerne an ein Zitat der Crees: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann!"
Lasst uns hoffen, das es nicht soweit kommt, da der Dorsch ein Kämpfer ist! Jedoch ohne Hilfe und unser aller dazutun wird es wohl nichts werden. Auch wir Angler sollten gewissenhaft mit den Dorschen umgehen. Soll heißen: Mindestmaße beachten, Laichdorsche wieder zurücksetzen und nicht dem Rauschfischen verfallen. Wenn Kiste voll dann voll und man muss ja nicht noch das Boot füllen. Denkt daran und zerstört nicht selbst was Ihr liebt, um nachfolgenden Generationen die Schönheit und Vielfalt der Natur zu erhalten.
 
Hallo miteinander,

In diesem Tread wurde schon sehr viel Fachliches geäußert, aber für mich stellt sich wie auch in vielen anderen Berichten die Frage: wo her stammen die Informationen und treffen sie wirklich zu?(Nicht nur auf die Angelei bezogen)

Denn vielfach sind die Informationen nicht neutral sondern sehr Intressenlastig, soll heißen: ich kann im Interesse der Angler, der Fischer, der Naturschützer, der Ornitologen usw. berichten und dem zufolge wird auch die Meinungsbildung je nach Infostand anders sein.

Deshalb bin ich vorsichtig geworden, wenn es um irgendwelche Meldungen geht, wie z.B. Rückgang der Dorschbestände in der Ostsee und deren Ursachen und Hintergründe.

So und nun gebt mal Vollgas und bombardiert mich mit fachfundierten und belegten Berichten und Studien die mehr enthalten als blanke Vermutungen!
 
Laslotiker schrieb:
In diesem Tread wurde schon sehr viel Fachliches geäußert, aber für mich stellt sich wie auch in vielen anderen Berichten die Frage: wo her stammen die Informationen und treffen sie wirklich zu?(Nicht nur auf die Angelei bezogen)

So und nun gebt mal Vollgas und bombardiert mich mit fachfundierten und belegten Berichten und Studien die mehr enthalten als blanke Vermutungen!

wir sind hier doch nicht auf einem wissenschaftlichen seminar. wenn ich irgendwo etwas lese, dann schreib ich mir doch nicht gleich den namen des verfassers usw. auf. und da erst noch nachforschen - nee, da hab ich keinen nerv drauf. wenn es so nicht genug ist, dann schreib ich eben nichts mehr zu dem thema.
 
Laslotiker schrieb:
Hallo miteinander,

In diesem Tread wurde schon sehr viel Fachliches geäußert, aber für mich stellt sich wie auch in vielen anderen Berichten die Frage: wo her stammen die Informationen und treffen sie wirklich zu?(Nicht nur auf die Angelei bezogen)
Bei meinen Aussagen handelt es sich entweder um Aussagen von Meeresbiologen, Fischern und auch Kutterkapitänen, sowie Aussagen von anderen Anglern und eigenen Erfahrungen.

Wenn es dafür jetzt "DIE LÖSUNG" gäbe, hätte sie schon Einer aufgeschrieben. Nur die Fakten der jeweiligen Probleme sind allumfassend nicht zu greifen. Daher werden immer gerne einzelne Bereiche herausgepickt und nur diese Bereiche werden dann als die "Schuldigen" hingestellt.

Beispiel Dorsch, westliche Ostsee:

Vor ca. 20 Jahren gab es fast keine Dorsche mehr. Es gab Angler, die mit einem Dorsch auf 5 Kuttern Tagessieger wurden. Und es gab massenhaft Aalmuttern.
Irgendwann hat das wieder gekippt und der Dorsch war wieder da. Es gab sogut wie keine Aalmuttern. Jetzt, seit ca. 2 Jahren sind nur sehr wenig Untermaßige Dorsche sowohl auf Kuttern, Booten oder in der Brandung vorhanden. Da fehlen fast ganze Jahrgänge. Und die Aalmuttern sind wieder am Kommen.

Nur, warum fehlen diese Dorsche?

1. Weil der Salzgehalt in den Laichgebieten gesunken ist und die Eier zwar abgelegt werden, aber nichts werden.
2. Weil nicht allumfassend gedacht wird. Wie kann man das Maß heraufsetzten, aber im Gegenzug vergessen, die Maschengröße zu erhöhen?
3. Wie kann man dann noch obendrauf, in dem Wissen, daß ganze Jahrgänge sich nicht oder nur sehr wenig vermehrt haben, die Fangquote erhöhen?

Aussagen zu dem Thema findet Ihr u.A. auch hier:
http://forum.lsfv-sh.de/showthread.php?t=1406
 
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Hallo Alexander,

nu sei nich gleich sauer,ich wollte niemande zu Nahe treten, aber nicht jeder Bericht sollte gleich zum großen Alarm führen (Panikmache).Das was ich meine hat Falk schon fast beantwortet: Es gibt soviele Faktoren ,die zB das Vorkommen der Dorsche in unseren Gewässern beeinflußt, dass eine Schuldzuweisung m.E. Blödsinn ist und durch Fangverbote u. ä. ob für Fischer oder Angler zwar unmittelbar was getan wird (Öffentlichkeit,es wird was unternommen) aber auf die eigentlichen Ursachen(sofern man sie überhaupt wirklich kennt????)zB Salzgehalt, Nahrungsgrundlage, Konkurenten usw. kaum wirklich Einfluss hat. Vieles regelt die Natur von alleine wenn man ihr nur Gelegenheit gibt und nicht wieder schlauerweise (oder aus Gewinnsucht) andere Arten ansiedelt zB Austern in der Nordsee, Riesenkrabben im Nordmeer usw.

Soll jetzt aber nicht heißen, dass zur Zeit Maßnahmen zum Schutz der Dorsche nicht notwendig sind, ich denke nur das sie auf Dauer nicht den gewünschten Erfolg bringen.(dauerhaften Erhalt der Dorschbestände durch Verhängung von Fangverboten)

Hallo Oli, sind bestimmt interessante Infos, aber sorry das Norwegisch is nicht so gut.



Hallo Falk, echt gut dieser Link. Sehr Informativ und wirklich fachlich begründet
 
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@ Falk
Danke für den Link! Ich nehme an, du hast einen recht guten Draht zu Martin Purps. Der Mann könnte mit seinem fundiertem Wissen auch hier manche Anregung zum Nachdenken geben.;<
Nachdem ich alles gelesen habe, festigt sich bei mir der Gedanke, das nur eine Schonzeit und ein gleichzeitiges absolutes Fangverbot in den Laichgebieten dem Ostseedorsch wieder auf die Sprünge helfen.:(
 
Weil mein Bruder und ich der Meinung sind und waren, daß man endlich mal mit fundiertem Wissen diskutieren sollte, habe ich mich bemüht, Martin Purps in den Landesverband zu integrieren.

Da der Landesverband leider nicht in der Lage ist, in seinem eigenem Forum zu lesen und dann etwas gegen uns Angler gemacht hat, führte dazu, daß wir unseren Moderatorentitel abgegeben haben.
Ich, oder wir konnten die Meinung unseres Verbandes nicht mehr mit "geradem Kreuz" unterstützen.

Der Verband hat reagiert und:

Jan, seine Frau und ich sind gesperrte User.

Begründung: Ich habe mich gegen die "falsche Meinung des Verbandes" stark gemacht. (Der Verband will nicht dazu lernen und erst recht kein Fachwissen kennen lernen.)
So etwas mag die Vertretung von uns Anglern nicht, die von uns bezahlt wird. ( Da sitzen im Vorstand Leute, die gerade wissen, wie man Computer buchstabiert, aber, daß es Den schon gibt, haben die noch nicht mit bekommen.)

Und ohne Begründung wurden noch 3 oder 4 weitere Angler bei denen gesperrt. (Die kenne ich sehr persönlich)

Trotzdem ist die Meinung von Martin Purps sehr gut und ich habe den Link gesetzt, damit es noch mehr Leute lesen.


PS.: Ich möchte hier nicht über meine Sperrung im Landesverband diskutieren. Es ist nur eine Info.
 
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