Big Game vom Segelboot aus

Cod

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AW: Big Game vom Segelboot aus

Ja, das ist hochprozentige Alkohol (eigentlich fuer Grog gedacht :)) Angeblich stellt das den Fisch nicht nur ruhig, sondern toetet ihn auch. Habe das noch nie probiert. Es soll Leute geben, die lassen sogar Rum an der Schnur runterlaufen, wenn der Fisch am Boot mit dem Kopf aus dem Wasser schaut, damit sie ihn ruhig reinziehen koennen.
 

Cod

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AW: Big Game vom Segelboot aus

didi: TNT im Grog ??? :D
Na denn Prost + schoenes WE!
 

serviola

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AW: Big Game vom Segelboot aus

Also nochmals zum PVC Rohr.

Kaufe einen Durchmesser von 7 cm. Da passen die Ruten mit Kreuzschlitz in der Regel rein.

In höhe des Kreuzschlitzabschlusses bohrst du ein horizontales Loch mittig ins Rohr. Da kommt der 3 mm dicke Splint durch.

Nun befestigst du mit Panzertape oder Kabelbindern das Rohr an der Rehling oder den Stahlseilen der Rehling. Eine Neigung von 35-40 Grad nach hinten ist nicht schlecht, das minderst den Druck beim Einstieg eines grösseren Fisches.

Auch kannst du an das untere Ende des Rohres ein Lich oder einen weiteren schlitz einschneiden, der verhindert, dass sich das Rohr während der Fahrt verdreht. Ich stelle das Rohr z. B. auf den unteren Stahlseilsteg ab und fixiere es eben oben und unten. Fertig ist der Rutenhalter, zudem leicht und stabil.

Nein 20 lbs ist zu weich.

Beste Grüsse
 

Cod

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AW: Big Game vom Segelboot aus

@serviola:
Ahhhh, jetzt hab ich ein Bild vor Augen, danke fuer Deine Geduld. Ich teste die Konstruktion schonmal im Sommer beim Ostseetoern (natuerlich nicht mit so einer dicken Rute).

Und der Rum kommt bei mir nur in den Tee :)

Schoenes WE euch allen.
Sven
 

lucky78

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Finally: Ich hab’s probiert im Ionischen Meer…

AS: Ich habe auch einen ganz ähnlichen Bericht auch auf dem www.big-game-board.info veröffentlicht.

Servus zusammen. Hier also nach langer Funkstille mein der Schleppsegelbericht. Ich bitte, meine Schilderungen mit Vor- und Nachsicht zu genießen. Ich bin Schleppanfänger und habe mit einer Angel noch nie so große Fische gefangen wie auf diesem Trip. Ich möchte trotzdem meine wenigen Erfahrungen teilen. Vielleicht hilft’s ja jemand weiter. Mir ist völlig klar, dass mein überschaubarer Fang im BG-Bereich in die „Kategorie Köderfisch“ fällt, aber meiner kindlich freudigen Aufregung beim Drill tat das keinen Abbruch… Nun denn:

Route: Gestartet am 29.8. in Korfu. In 2 Wochen durch den Kanal von Lefkas bis nach Kefalonia und gemütlich wieder zurück.

Schiff: Sun Odyssey 49i

Wetter: Durchwachsen. Erst heiß, dann eher regnerisch und kühl.



Wind: Erst gut, dann bescheiden. Letzten beiden Tage wieder guter Wind, aber kaputtes Schwert.

Geschwindigkeit: Unter Segeln zwischen 3 und 9 Knoten. (Meist zwischen 5 und 7.) Unter Motor zwischen 5 und 6.

Angelmethode: Ausschließlich Schleppen „nebenbei“, d.h. ohne Beachtung des Plotters. Mit der Mannschaft waren keine Umwege aus bzw. zu Fischgründen machbar.

Montage: Zunächst ambitionierte 5 Angeln gleichzeitig. 3 vertikal gleichmäßig über’s Heck verteilt (Außenseiten und Mitte) sowie 2 horizontal in Verbreiterung der Relingstangen über das Heck hinaus.

Nach der ersten Wende war ich um 100m Schnur ärmer (totales Wuling aus 3 Schnüren) und dafür um die Erkenntnis reicher, dass 3 Ruten für mich wohl die Obergrenze darstellen: die beiden horizontalen als Verbreiterung des Hecks und die vertikale in der Mitte. Der mittlere, etwas kürzer geschleppte Köder taucht dann bei Manövern unter einer der beiden Außenleinen durch ohne sich zu verheddern.

Alle Ruten steckten in PVC-Wasserrohren, die an die Reling getapet bzw. gebunden waren und waren natürlich noch angeleint. Nicht gerade stylish, aber funktional und haltbar.



Fischkontakt: Bei 2 Gelegenheiten.

Nachdem die Crew schon leicht genervt war, dass wir „den Scheiß“ schon seit 2 Tagen ohne Erfolg durchs Wasser ziehen, erster Anbiss im Norden von Lefkas unter Segeln bei um die 7 Knoten. Rute an Steuerbord. Köder: Yo-Zuri Hydro Magnum in Makrele. Ziemlich rasanter Schnurverlust. Ich an die Rute mit Fisch, meine Freundin an die Backbordrute zum Einkurbeln. Ansonsten totales Chaos an Bord. Von Aufschießer keine Rede. Ich halte also völlig euphorisch die Rute und lasse den Fisch Schnur nehmen. Peng. Schnur gerissen. Entweder an meinem Segelhandschuh, den ich dämlicher Weise an die Schnur gehalten hatte oder sonst wo. Jedenfalls für einen Sekundenbruchteil Absturz in ein Enttäuschungsloch. Da plötzlich meine Freundin: „Hier wäre dann die 2. Chance!“ Während des Einkurbelns hatte an der Backbordrute noch einer angebissen. Ich also nach Backbord. Meine Freundin kurbelt die Rute in der Mitte ein - dabei reißt auch hier die Schnur nach einem heftigen Ruck und mein schöner Ilander ist futsch. Naja, an Backbord zieht’s jedenfalls noch. Inzwischen steht das Schiff fast. Schätze, der Fisch nimmt bis dahin insgesamt ca. 80 - 100m Schnur. Schwimmt dann unter dem Kiel durch. Beinahe Herzinfarkt: Ruder und Schwert! Ich krabble am Heck unter der Bimini nach Steuerbord und wurstele die Angel dabei außen um die Stagen. Drille dann stehend eingeklemmt zwischen Rehling, Steuermann und Bimini und hoffe, dass der Fisch nicht auf die Idee kommt, Kreise um den Schiffsunterbau zu schwimmen. Dankenswerter Weise erinnerte sich meine Freundin an den 10€-Gimbal und bindet mir das Ding um. Keine Ahnung, wie lang der Drill gedauert hat. Irgendwann war der Fisch jedenfalls an der Badeplattform am Heck. Packe ihn nach missglückter Gafflandung an der Schwanzflosse und schmeiße ihn auf’s Achterdeck. Der blau-weiß-rote Spro Chica hing merkwürdiger Weise im Schwanzflossenbereich und nicht im Maul (?) und in den Doppelhaken hatte sich ein ziemliches Schnurknäul gebildet. Komisch. Aber egal: Mein erster Little Tunny! Freude riesengroß. Mein Schwager nimmt wieder Kurs auf und gibt Gas, da wir spät dran waren. Fisch umgebracht. (Ikeatüte war eine gute Idee angesichts des blutigen Geschäfts…) Komisch, an dem Schnurknäul am Chica zieht’s noch ziemlich. Da läuft auch noch ein Schnurstrang über’s Heck ins Wasser. Vielleicht hängt da noch einer meiner verloren geglaubten Köder dran? Ich hole Hand über Hand ein. Ok, es zieht ein bisschen arg für einen Wobbler… Schwager muss wieder Gas rausnehmen und… nach ca. 30m Schnur erscheint der völlig apathische Little Tunny, der als erster den Hydro Magnum geschluckt hatte. Die abgerissene Schnur muss sich beim oder nach dem Abriss wohl irgendwie in den Haken des Chica verhangen haben, an dem schon der andere Tunny hing. (Manchmal eben doch lucky…) Gleiches Prozedere wie bei Tunny 1, nur dass die Ikea-Tüte inzwischen leckt. Blutbad auf dem Achterdeck. Egal. Am Abend jede Menge Sashimi und gegrillte Filets für 6 Personen. Auch am nächsten Tag noch ein nettes Abendessen.



Leider ging es nicht im gleichen Takt weiter. Um genau zu sein, hatte ich nur noch einen einzigen, allerdings sehr heftigen Anbiss auf der Ostseite von Itaka unter Motor auf einen tieflaufenden goldenen Abu Garcia Tormentor, der erst seit 3 Minuten im Wasser war. (siehe Köder) Der Fisch hat sich allerdings, noch bevor man richtig drillen konnte, losgerissen.

Rute, Rolle & Schnur: Alle Anbisse passierten an einer Kombination aus vierteiliger „Shimano Exage AX STC Boat“ (20-30lb, 170cm) mit Sationärrolle „Tica Cybernetic GG 100“, auf die ich zwischen 450 und 500m 46er Berkley Big Game gespult hatte. Serviola hatte mir dringend zu einer 50lb Kombi mit Multirolle und deutlich mehr als 500m Schnur geraten, was angesichts einer Schwertfischsichtung am vorletzten und dem völligen Chaos an Bord bei uns nach dem Anbiss vor Lefkas (resultierend in schneller Geradeausweiterfahrt und viel mehr Schnurverlust als unter Motor) sicher eine gute Idee gewesen wäre. Ich wollte aber (die angelunwilligen Mannschaft und meine mangelnde Erfahrung mit Multis einberechnend) kein Vermögen für eine Profiausrüstung investieren und bin daher auf diese 30lb-Lösung mit Stationärrolle für ca. 150€ ausgewichen. Natürlich war der Törn kein Belastungs-Dauer-Extremtest, aber für Fische in der Kategorie von Little Tunnys scheint die Kombi gut zu funktionieren. Die Rollenbremse lässt sich sehr fein einstellen und trotzdem sehr fest zudrehen. Die Kurbel läuft auch unter Druck schön rund. Überhaupt macht die Rolle einen sehr robusten Eindruck. Die Rute hat sehr viel Rückrat (ist allerdings auch in der Spitze recht hart, ob zum Schleppen zu hart, kann ich nicht beurteilen). Die ganze Kombi schien mir jedenfalls durch die Fischlis, die ich gefangen habe, noch ziemlich unterfordert. Ich habe im Wohnzimmertest damit 10kg Gewicht gehoben, was (körperlich) gar nicht so einfach war und woraufhin meine damalige Testschnur (38er) beim ersten Schaukler des Gewichts gerissen ist. Daraufhin hatte ich auf 46er umgesattelt, denn die Rute schien mir eher 20kg zu verkraften. Als relativ günstige, gut transportable und leichte Einsteigerschleppkombo im Mittelmeerbereich für einen Angelanfänger mit ausschließlich wenig Stationärrollenerfahrung kann ich die Kombo bisher jedenfalls empfehlen. Ich werde nichts desto trotz mittelfristig Serviola-gemäß zwei 50lb Kombis anschaffen, falls es doch mal ein richtiger Thun werden sollte. Wenn also jemand ein gutes Angebot hat… ;-)

Köder: Ich schreibe hier nur über die, mit denen ich beim Segeln zufrieden war. (Meine unzähligen Fehlkäufe erspare ich Euch.)

Grundsätzliches: Alle „Flachläuferwobbler“ sind früher oder später an die Oberfläche gekommen und dort geblieben. Zum „nebenbei Schleppen“ eignen die sich wohl eher nicht. Die Wobbler habe ich unter Segel zwischen 30 und 50m hinter dem Boot geschleppt. Unter Motor etwas weiter weg. An allen Ködern hatte ich 2,5m Fluorcarbon.

Spro Chica: Superduper. Wobbelt schön und das wie auf Schienen von 3,5 bis 9 Knoten. Völlig resistent gegen Wellenschaukeln, Richtungs- und Geschwindigkeitswechsel („Störfaktoren“).

Yo-Zuri Hydro Magnum: Super. Gleiche Beurteilung wie oben, wobbelt allerdings schon ab 2 Knoten. Leider jedoch nur bis zum ersten Anbiss. Seitdem schert er zunächst stark nach Backbord aus und kommt dann sofort an die Oberfläche. Nicht mehr zu gebrauchen. Ich könnte ko… Außerdem rosten die Drillinge ziemlich arg. (Ist das normal?)

Rapala X-Rap Magnum: Bei 2 bis fast 6 Knoten läuft er schön wackelnd und fast ganz gerade (ganz leichter Backborddrall, aber kein Ausscheren). Nicht so gut wie die beiden obigen, aber noch relativ unanfällig gegen Störfaktoren in diesem Geschwindigkeitsbereich. Über 6 Knoten völlig unberechenbar und eine Gefahr für alle anderen Schleppleinen.

Abu Garcia Tormentor (Tiefläufer, 11cm): Ähnlich dem Rapala, nur wesentlich billiger und etwas besser im Laufverhalten hinsichtlich Geschwindigkeitsbereich und Störfaktoren. Die Drillinge sind allerdings im Vergleich zum ähnlich großen Yo-Zuri/Rapala winzig und sehr dünn, was vielleicht ein Grund für den Fischverlust vor Itaka war.

Yo-Zuri Hydro Squirt: Wohl ein sehr beliebter Schleppköder im ionischen Meer. Gibt’s überall zu kaufen. Die kleinen liefen bei mir besser als die großen. Zwischen 2 und 6 Knoten. Allerdings sehr flacher Läufer und wohl daher empfindlicher gegen Störfaktoren. Ohne Vorblei immer gleich wieder an der Oberfläche. Mit 200g Bleiolive 2,5m vor dem Wobbler lief er allerdings bis mind. 6 Knoten gut und zuverlässig unter Wasser.

Iland Sea Star Flasher: Läuft super ab 5 Knoten. Bei mir ca. 20m hinter dem Boot. Gleichmäßiges Hüpfen und gut sichtbare Blasenspur. Sah von oben aus wie ein panischer Teilnehmer eines Köderfischschwarms an der Oberfläche. Glitzert außerdem sehr auffällig in den Tauchphasen.

DANK: Ganz herzlichen Dank möchte ich vor allem noch mal Jürgen, aka Serviola, sagen, der mir hier an Bord und im BG-Board geholfen hat. Aber auch bei all den anderen, die mir Tipps gegeben haben, möchte ich mich noch mal ganz herzlich bedanken, z.B. Palometta, aka Frank, der mich auf die Chicas gebracht hat… ;-)
 

Bluestone

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AW: Big Game vom Segelboot aus

Dank an alle Schreiber. Ich habe (fast) alles durchgelesen und als zukünftiger Weltumsegler einiges gelernt. Sicher geht es auch bei mir nur um die Anreicherung des Speiseplans. Da ich aber kein Zeitdruck haben werde, ist auch mal motoren zur Stromerzeugung und Wäsche waschen einzuplanen und gleichzeitiges Schleppangeln sollte drin sein.
So sind wenigstens meine derzeitigen Vorstellungen.
 

Weltumsegler

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AW: Big Game vom Segelboot aus

Guten Tag,

ich habe diesen alten Beitrag hier gefunden, den ich wirklich toll finde und dem ich einige spezifische Fragen zufügen möchte, die ich hier nicht beantwortet gefunden habe.

Aber zunächst kurz zu mir. Mein Name ist Bernd und ich habe eine Angervergangenheit. Habe fürher viel und sehr erfolgreich im Süßwasser geangelt, dann aber lange Pause gemacht. In Skandinavien habe ich es auf dem Land bis zum Nordkapp geschafft und auch an einigen Tagen abends etwas aus dem Meer gezogen um den Speiseplan aufzubessen. Zukünftig möchte ich segeln und auf langen Strecken meine Bordküche mit frischem Fisch versorgen. Es geht hier also nicht darum, große Fische zu fangen, sondern ehr solche, die ich mit 2 Personen und Kühl-/ Gefrierschrank an Bord eines 12-15m Bootes auch sinnvoll verwenden kann.

Dazu folgende Fragen:

- welche Fangmethoden und Zielfische gibt es, die sich gut verwerten lassen? Oben ist immer von Oberflächenangeln hinter dem Boot die Rede. Ist das überall möglich? Was ist mit tiefer schleppen (wie tief) und womit?

- Ich habe verstanden, dass große Schnurreserven und Klassen notwendig sind. Ist 50 lbs auch unter dem Aspekt Essfische zu angeln notwendig (schließlich kann man sich ja nicht aussuchen, was anbeisst)?

Ach ja, Fahrgebiet, erst Küste von Skandinavien und später dann über den Atlantik. Wenn ich es bis dahin geschafft habe, frage ich noch mal wie es sich im Pazifik verhält :-).


Gruß
Bernd
 

bluemarlin54

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AW: Big Game vom Segelboot aus

Hi Bernd
in Skandinavien brauchst Du mit dem Segler mit Sicherheit keine 50lb; da langen auch schon 30lb.
Wichtig ist eine Rolle mit ausreichender Schnurreserve, da du ja, beim Biss, erstmal beidrehen musst und dem Fisch nicht hinterherfahren kannst.
Köder Schleppfischen: Wobbler, je nach Zielfisch, zwischen 8 - 18cm Länge, Oberfläche oder tieflaufend: zB. Manns Heavy Duty 25+.
Alternative zum Schleppfischen: Pilken oder Naturköder-Angeln vom ruhenden oder driftenden Boot aus.
Wichtig beim Schleppen: Wirbel gegen Verdrallung und langes, starkes Vorfach, um den Fang ans Boot ziehen zu können, Gaff , um ihn an Bord hieven zu können.
Rztenhalter für die Reling kannst du dir kostengünstig aus PVC Rohr und Kabelbinder (Baumarkt) bauen.
Nicht vergessen: die Rute beim Schleppen immer mit eine Sicherungsleine mit Karabiner sichern.
Gaff zum Selbstbau: 12/0 Big Game Haken an Stange montiert.
Anders sieht es in wärmeren Gewässern, angefangen beim Mittelmeer, aus : 50lbs Rute, Rolle mit minimum 500m Füllung (je mehr, desto besser), Oberflächenköder: Wobbler, Federjiggs, 12 - 20 cm Lures. Vorfach minim. 130-150lbs, Wirbel, Gimbal (Bauchgurt)
Weitere Info's gerne persönlich (06373 506040, ab 17h)
VG & TL
Wolfgang
 

molo

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Hier ein Update von mir:

Vielen Dank erstmal an die vorherigen Tips und Ratschläge welche wirklich sehr geholfen haben!
Ich habe dieses Jahr zwei Segeltörns a 14 Tagen unternommen. Der erste im Frühjahr in der Adria - Skippertraining und auch ein erster Equipmenttest.
Anschließend ein Urlaubstörn ebenfalls im Ionischen Meer von Korfu aus.


Mein Material:

2x Shimano Exage SCT 30 50 (siehe Forenbeitrag )
2x Penn Squall 50 Lever Drag 2-Gang Multirolle
Günstige 50lbs Mono DAM Damyl 0,6 mm (25€ für 3km)
Fluoro 1mm 120lb
Teaserbar Eigenmontage mit Gummitieren (Amazon US)
Jede Menge Köder in verschiedenen Größen und Ausführungen (fängig nur um 10 cm dazu später mehr)
Teleskopgaff und Kampfgurt
Als Rutenhalter die bereits vorgeschlagenen PVC Rohre mit Kabelbindern im Heckkorb befestigt

Bis auf die mit 15cm zu großen Köder war eigentlich alles zufriedenstellend.


Hier unsere Erlebnisse:

Der erste Törn im Frühjahr war eher vorbereitendes Skippertraining für meinen ersten eigenen Törn im Sommer/Herbst. Hier lag der Fokus sehr stark auf der Ausbuldung und ich bin dementsprechend kaum zum Angeln gekommen. Bei den Manöverübungen hätten die Schleppruten eher gestört.

Hier habe ich aber auch erste Probleme beim Erstellen der Montagen erfahren und mich anschließend dazu entschlossen eine Crimpzange sowie Fluoro Vorfächer zu erstellen um die meisten Köder zuhause vorriggen zu können.

Für den Urlaubstörn in Griechenland habe ich mich also nochmal ausgiebig vorbereitet.
Etliche Köder mit je 2m 1mm Fluoro-Vorfach vorbereitet. Dies hat gut mit den Alu-Crimps und einer Crimpzange von Spro geklappt. Dies fand ich sehr praktisch da man schnell die Köder wechseln kann und vom Wirbel direkt am Köder abgeraten wurde.
Zusätzlich habe ich eine Teaserbar zusammengestellt mit verschiedenen Gummisquids um die Fische zum Boot zu locken unter Segeln.
Der Tip mit den Wasserrohren ist übrigen sehr gut, diese lassen sich zügig mit drei Kabelbindern im Heckkorb befestigen.
Zusätzlich zur Sicherung der Ruten habe ich ca. 1m lange Tampen mit Karabinern an Reling und Rollen eingehängt. Wenn man diese gleich auf seine Rettungsweste anpasst, hat man quasi schon einen richtigen Kampfgurt falls was größeres beißt.

In den ersten Tagen konnte ich mich leider nicht so sehr um die Angeln kümmern da ich, vorallem als frischgebackener Skipper, relativ viel mit dem Boot und der Naviagtion beschäftigt war. Glücklicherweise hatte ich zwei Freunde dabei die genauso heiß waren wie ich ein paar Fische für die Kombüse zu fangen. Die zwei Ruten sowie die Teaserbar waren also immer kurz nach dem Ableger ausgebracht und wurden durchgehend mit verschiedenen Ködern und auf verschiedenen Abständen gefahren.

Leider ging in der ersten Woche garnichts und wir hatten (zumindest angeltechnisch) schon ein kleines Stimmungstief (auch beim Spinnfischen in den Ankerbuchten ging nicht viel).

Glücklicherweise lagen wir eines Abends im Stadthafen von Argostoli direkt vor einem Angelshop.
Also sind wir Jungs erstmal vorstellig geworden um einen neuen Speer für die Speargun zu kaufen welche uns doch beim Schnorcheln ebenfalls ziemlich gut gefällt. Nach dem Abendessen ist Patrick nochmal rein um etwas zu stöbern und hat unser bis dato erfolglosen Angelversuche thematisiert.

Der entscheidende Tip war: Ihr macht eigentlich alles richtig, aber versucht es doch mal mit etwas kleineren Ködern. Die großen Fische kommen erst im Herbst wenn das Wasser kälter wird.
Wir hatten bisher mit Wobblern und Lures um die 15cm geschleppt wie es hier öfters vorgeschlagen wurde.

Abends also nochmal die Ködertasche gecheckt und geguckt was denn kleineres dabei ist.
Tja da sah es eher schlecht aus, ich hatte mich ja auf die Großen Fische vorbereitet :D
Notgedrungen bereiteten wir einen ca. 10cm 60g Pilker als Köder und einen kleineren Gummisquid vor.
Was sollten wir schon verlieren - weniger fangen ging ja nicht.

Der Einheimische sollte natürlich Recht behalten. Keine zwei Stunden nachdem wir abgelegten hatten wir unseren ersten Biss.
Wir waren aufgrund von Gegenwind und längerer Etappe unter Motor richtung Osten unterwegs.
Alle waren aufgeregt Patrick war an der Rute und holte langsam ein. Wir nahmen nur etwas Fahrt raus um die Schnur auf Spannung zu halten. Die zweite Rute und die Teaserbar holten wir zügig ein. Patrick dachte irgendwann, dass es kein Fisch sondern eine Plastiktüte sei da man es stark gelb schimmern sah. Doch noch etwas näher konnte man den Fisch erkennen.
Ein kleiner Mahi Mahi!
Das Gaffen hat nicht so gut geklappt unter der Fahrt und wir haben ihn lieber schnell an der Schnur reingehoben.

Der Bann war also gebrochen und die Freude natürlich riesengroß.
Wir hatten im Vorfeld den Mund etwas zu voll genommen und die Damen an Bord hatten schon öfters die Augen verdreht.
Den ganzen Tag mit den Angeln rumhantieren und nichts auf den Teller bringen. Es wurde zwischenzeitlich schon vorgeschlagen die Angeln zu verkaufen um im Restaurant oder Hafen den Fisch zu kaufen.

Kurz vor Erreichen des nächsten Hafens erneut ein Biss und wieder ein Mahi Mahi am Pilker dran!

Nun also endlich der Erfolg und für jeden eine Portion feinsten Mahi Mahi zum Abendessen.
Das Essen schmeckt ja bekanntlich nach einem schönen Segeltag grundsätzlich gut, aber so ein selbstgefangener Mahi Mahi war natürlich vorzüglich. Die Akzeptanz für unsere Angelei bei den Damen stieg also wieder erheblich :)

Am nächsten Tage folgten 3. und 4. Biss unter Motor - wir hatten leider öfters Flaute und sind dadurch viel Motort.
Jonas wollte unbedingt den zweiten Fisch an Bord holen und hatte seinen Stammplatz direkt neben der Rute.
Leider hat sich Mahi Nummer 3 auf der Badeplattform ausgehakt als er mit der Heckflosse Bodenkontakt hatte und ist wieder zurück ins Meer gehüpft. Nummer 4 hat sich 20 Meter hinter dem Heck abgehakt.
Das war natürlich ein herber Rückschlag und Jonas wollte garnicht mehr in die Nähe der Rute.

Der folgende Tag war Land- und Badetag wobei wir einiges beim Speerfischen erwischt haben, einige Barsche und sogar einen Oktopus welcher uns im Restaurant freundlicherweise zubereitet wurde.

Am folgenden Tag kam Jonas doch noch zum Zug und holte einen Thonine an Bord.
Auch ganz lecker aber geschmacklich konnte er nicht mit dem Mahi Mahi mithalten.

Der krönende Abschluss folgte am nächsten Tag zwischen Preveza und Paxos. Ich holte einen weiteren Mahi Mahi an Bord und die Handgriffe und Abläufe der Crew saßen langsam.
Wir hatten mittlerweile an der einen Rute eine Squid Daisychain mit folgender Lure etwas weiter draußen, die zweite Rute mit schlankem 10cm Wobbler kurz hinter der Teaserbar also recht nah am Boot. Auf einmal surrten beide Klicker gleichzeitig los und die Rollen sangen.

Double Strike!

Jonas und Patrick waren an den Ruten und kurbelten wie besessen. Ich holte schnell die Teaserbar ein und versuchte das Verheddern zu verhindern.
Patrick hatte ganzschön zu kämpfen und wollte schon durchwechseln da erkannten wir auch warum.
An der Lure hing ein Mahi Mahi dran und am letzten Lure der vorgeschaltetend Daisychain ein weiterer!
Schnell zog ich die beiden mit Gaff und an der Schnur ins Cockpit. Viel Zeit blieb mir jedoch nicht.
Jonas hatte ja auch noch einen Mahi Mahi an der Angel und der war sogar etwas größer und einige Sekunden später von mir ins Cockpit geschwungen.

Wir hatten also einen Triple Strike an zwei Ruten!

Die anschließende Sauerei im Cockpit könnt ihr euch ja sicherlich vorstellen danach war auf jeden Fall erstmal ordentlich Deckschrubben angesagt.
Unser Abendessen war also mehr als gesichert und die Freude riesig.
Das Filetiermesser hatte sich also doch gelohnt und wir fühlten uns fast schon wie bei Battle Fish :)


Unser Urlaub war also ein voller Erfolg. Neben dem grandiosen Törn, Land und Menschen, einer Verlobung und bestem Wetter konnten wir also auch noch 6 Mahi Mahis und einen Thonine sowie einige kleinere Barsche und einen Oktopus beim Spinn- und Speerfischen verspeisen.
Das Mittelmeer scheint also an manchen Stellen doch nicht so leer zu sein oder sich langsam wieder zu erholen.
Während dem Segeln ist das Schleppfischen auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung und ohne viel Aufwand verbunden wenn man die Köder vorriggt. Ob die Teaserbar wirklich nötigt ist kann ich nicht beurteilen, wir hatten auf beide Ruten Bisse, ob nah an der Teaserbar oder weiter draußen. Entscheidend ware auf jeden Fall die kleineren Köder.


Falls Ihr weitere Fragen habt meldet euch gerne!
Viele Grüße
Moritz
 

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