Ahoi aus dem winterlichen Flatanger.
Tatsächlich schönes Winterwetter am Stück. Allerdings halten mich andere Arbeiten und der doch sehr kalte Wind momentan noch vom Wasser fern.
Bei Sjøåsen ist der Fjord weiträumig zugefroren und es ruft nach Meereseisangeln dort.
Da ja langsam alle ein wenig mit den Hufen scharren, dachte ich mir aber mal hier nach und nach einige wichtige Fischarten einzustellen und dazu unsere (flatangerspezifischen) Erfahrung zusammenzufassen.
Los geht's mit dem Dorsch, als eine der wichtigsten Fischarten Anfang der Saison.
Die Bestände haben nachgelassen. Früher haben wir Ende März und Anfang April gezielt schöne Skrei in einem lokalen Gebiet vor Vikna gefangen. Fische bis knapp 30 kg kamen da. Interessant war, dass der Skrei immer auf 60 Metern Tiefe im Freiwasser stand, während gleichzeitig der Küstendorsch in dem Gebiet auf allen Tiefen zu finden war. Der Skrei war oft auch sehr beißfaul, selbst wenn man mit dem Echolot den Köder den Fischen direkt vors Maul manövriert hat.
Auch im Sommer haben wir offshore prlagische Dorsche. Die Fische kommen von der Haltenbank, ca 200 km vor der Küste. Sie sind oft etwas grünlich gefärbt und ziehen schnell von Riff zu Riff. Häufig erwischt man sie zufällig beim Köhlerkurbeln und eine Drift später sind sie auch schon weg.
Ansonsten ist da noch der Küstendorsch, den man das ganze Jahr an allen Plätzen und in allen Tiefen an den Haken bekommen kann.
Anfang der Saison steht Dorsch oft sehr flach 10-20 Meter. Offshore haben wir schon 10kg+ Fische auf Sicht gefangen. Im Laufe des Sommers sind sie oft tiefer. Im August bekommen wir gelegentlich große Dorsche beim Rotbarschangeln an den Haken.
Ist es nicht zu warm kann man schöne Küchendorsche aber auch im Sommer flach "werfen". Häufig handelt es sich dann um "Tangdorsche" die ihre Hautfarbe der Umgebung im Kelp angepasst haben und nun hübsch rötlich gefärbt sind.
Klassisch fischen wir Dorsch vertikal mit Gummifisch, Pilker ist unspezifischer, fängt aber manchmal besser.
Überbeißer funktioniert zeitweise sehr gut, ist allerdings Anfang der Saison oft nicht sehr fängig.
Farbpräferenzen bzgl Köder gibt es definitiv auch. Kontrastfarben (puffin) und motoroil sind oft einen Versuch wert. Manche Tage räumt allerdings dann nur blau ab, oder rot.
Naturköder fängt natürlich auch. Besonders beim Fischen mit großen NK auf Heilbutt oder Leng können ordentliche Dorsche am Haken landen.
Generell ist der Winterdorsch am besten für die Küche. Nach der Laichzeit, ab Mai sind manche Fische in ziemlich schlechter Kondition. Ist der Fisch flach gefangen und man sieht, dass der Rücken eingefallen und das der Fisch sehr weich wirkt, sollte man versuchen ihr zu releasen. Man würde später vom Filet enttäuscht sein und im Wasser hat der Fisch somit viel mehr Wert.
Zusammenfassung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne dürfen persönliche Erfahrungen, Fotos und Erlebnisse zu diesem Zielfisch in der Region hier geteilt werden 😃