Unbekannt: Seehase

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Nordlicht
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Utvorda/Flatanger (N-Trøndelag)
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www.nord-flatanger.no
Seehase, Lumpfisch

Lat.: Cyclopterus lumpus Linnaeus, 1758

Norw.: Rognkjeks (weibl.), Rognkall (männl.)

Engl.: Lumpfish, Lumpsucker

Verwandte Arten: Die Familie der Seehasen umfasst etwa 30 Arten, von denen manche nur eine maximale Länge von zwei Zentimetern erreichen. Einige Arten lassen sich in der Arktis finden, andere in der Tiefsee. Der gewöhnliche Seehase ist die einzige relativ bekannte Spezies.

Wissenschaftliche Systematik: Knochenfisch –Barschartige –Groppenverwandte–Seehasen

Beschreibung: In Norwegen, Nord- und Ostsee ist der Seehase unverwechselbar. Im ersten Moment erinnert er vielleicht an einen Kugelfisch. Der Körper ist gedrungen, beinahe rund. Die Haut ist mit kleinen knochenplatten bedeckt, die in längslaufenden Linien angeordnet sind. Seehasen haben keine Schuppen.
Sie werden 40 bis 60 cm lang (maximales Gewicht etwa 3 kg), Weibchen werden größer als Männchen. Die Farbe variiert beim Männchen von organge-rot bis bräunlich, Weibchen sind eher grün-grau, oder dunkel-bläulich gefärbt.

Die Rückenflosse ist recht weit hinten angeordnet, die Brustflossen sind auffallend groß und rund. Auch die Schwanzflosse ist rund und alle Flossen verfügen über sehr massive Flossenstrahlen. Unter dem Bauch befindet sich eine Saugscheibe und der Seehase verfügt über keine Schwimmblase.

Das Maul ist mit wulstigen Lippen versehen. Die Augen sind relativ klein.

Verbreitung: Der Seehase ist gewöhnlich entlang der gesamten norwegischen Küste, in der westlichen Ostsee und Nordsee, sowie um Island und bis in die Hocharktis (beispielsweise Grönland und Spitzbergen).

Lebensraum/Lebensweise: Der Seehase ist ein typischer Bodenfisch. Er bevorzugt felsigen Boden und hält sich gern in Kelp- und Tangwäldern auf. In der Ostsee dienen oft auch Wracks als Ersatz für mangelndes Hartsubstrat. Besonders wichtig ist für sie dieser harte Meeresgrund wenn sie Laichen und dazu in flaches Wasser ziehen, während sie sich einen Großteil des Jahres in tieferem Wasser bis zu einigen hundert Metern Tiefe von kleinen Krustentieren, Würmern, Quallen und auch kleinen Fischen ernähren.

Interessant: Seehasen kümmern sich um ihren Nachwuchs, jedenfalls bis dieser schlüpft. Weibchen heften die Laichballen an festen Untergrund im flachen Wasser. Das Männchen bewacht die Eier anschließend und fächert mit den großen Brustflossen sauerstoffreiches Wasser zu.
Auch wird er den ungeschlüpften Nachwuchs gegen Fressfeinde verteidigen. Ich konnte einmal beobachten wie ein Seehase sich zwischen den Laich und einen allzu interessierten Seewolf drängte und sogar versuchte den Seewolf zu beißen (was vermutlich anders herum deutlich dramatischere Folgen gehabt hätte). Während dieser Zeit nimmt das Männchen keine Nahrung zu sich und magert ab. Auch soll es schon vorgekommen sein, dass der Laich zu flach platziert wurde und dann bei Vollmond trocken gefallen ist. Das bewachende Männchen bliebt bin zum bitteren Ende beim Laich.

Verwertbarkeit: Der Seehase ist als Speisefisch eher nicht von Bedeutung. Das Fleisch männlicher Fische soll aber gut schmecken. Allerdings wir der Rogen als Kaviarersatz verkauft und die Fische werden hierzu mit Netzen befischt.
In Norwegen ist der Seehase zudem mittlerweile als „Putzerfisch“ in der Lachszucht im Einsatz. Ausgesetzt in den Netzkäfigen fressen sie dabei Lachsläuse und befreien die Zuchtfische so von den Parasiten. Hierzu werden in Norwegen Seehasen mit großmaschigen Netzen gezielt gefangen, sowie auch gezüchtet.
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