Senja 2010 - "Auf zu neuen Zielen"

norge_klaus

Stammnaffe
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Eppstein-Vockenhausen
Hi Naffen,
nach vielen Urlauben in Norwegen, die uns bisher als nördlichstes Ziel auf die Insel Leka geführt haben, sollte es diesmal deutlich nördlicher gehen. Für 14 Tage Urlaub mit meiner Frau, kommen die Angelanlagen oder andere einfach gestrickte Unterkünfte nicht in Frage. Ein vernünftiges Ferienhaus mit brauchbarem Boot und das noch zu einem annehmbaren Preis, ist eher schwierig zu finden. Bei DanCenter wurden wir fündig. Ein super Haus und ein 17 Fuß Hansvik mit Halbkajüte + 30 PS Zweitakter waren auf Senja (Frovaghamn, Südwestseite von Senja) verfügbar.

Am 10.06. sind wir im Taunus durchgestartet und nach einer Übernachtung in Lulea am 12.06. und ca. 3.100 km Fahrt gut auf Senja gelandet.
 
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Am Sonntag wurde erstmal richtig ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und am zeitigen Nachmittag ging es erstmals aufs Wasser. Die ersten Dorsche und Lumb (ab ca. 20 m Tiefe !) kamen schnell an Bord. Da es in der Nähe unseres Hauses ein ausgeprägtes Flachwassergebiet mit ordentlich Gezeitenströmung gab, wurde auch dieses getestet. Dorschalarm bei ca. 10 -12 m tiefem Wasser. Teilweise Doubletten in einer Größe von 60 - 80 cm. Eine tolle Angelei ! Sollte an dieser Stelle leider die Ausnahme bleiben.
 
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Was wäre Nord-Norge ohne Steinbeisser ? leider konnten wir bisher noch keinen der urigen Fische erwischen. Bei einem abendlichen Kurzausflug in die Hausbucht, habe ich mein Glück an einem 12 m Berg mit Naturködern versucht. Leider erstmal nur die allgegenwärtigen Lumb. Nach einigen dieser Fische, kam dann aber bei 35 m Tiefe der Stoni ans Tageslicht. Der Bann war gebrochen. Es sollten noch einige dieser Fische im Laufe des Urlaubs folgen.

Habe mich dann auch mal auf 85 m driften lassen und bekam einen recht harten Biss. Großlumb ? Nach ordentlicher Gegenwehr kam ein Dorsch von 102 cm an die Oberfläche. Top ! Der zweite Angeltag und schon der erste Meterfisch. Sollte leider auch der größte Dorsch des Urlaubs bleiben.
 
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Am Rande von Husoy fielen uns Gestelle ins Auge, auf denen seltsame Dinge hingen. Also angehalten, ausgestiegen und was für ein Gestank. Alles voller Dorschköpfe die auf den Gestellen trockneten. Diese werden nach Nigeria exportiert. Dort kocht man daraus eine wohl sehr kräftige Suppe.
 
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17.06.2010 - unser 10. Hochzeitstag ! Ziel ist ein in ca. 12 km gelegenes 85 er Plateau, daß ringsum bis auf 350 - 400 m abfällt. Am Anfang nur Lumb, dann aber taucht aus großer Tiefe Cathis erster Stoni auf. Glückwunsch !

Etwas später bekomme ich einen recht ordentlichen Biss bei ca. 100 m auf Naturköder. Ordentlich Gegenwehr, Großlumb (?), Dorsch (?) oder Doublette ? Nö !
Da taucht doch tatsächlich der erste Heilbutt (98 cm) am Bootsrand auf. Gaff gesetzt und mit Schwung ins Boot. Cool ! Ist doch garnicht so schwer ! :D:):D
 
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18.06. - Tag des Spieles Deutschland : Serbien. Da das Wetter eher schlecht ist, funktioniert der Fernseher wieder mal nicht. Angeln ist eh interessanter. Es regnet ein wenig und der Wind hat auf Nord gedreht. Ich fahre allein aufs Wasser. Also ab unter Land und eine kleine, sandige Bucht westlich unseres Hauses angesteuert. Die Tiefe fällt dort gleichmäßig von 10 auf 35 m ab. Diesen Bereich beangle ich. Sehr viele kleine Dorsche und Seelachse stürzen sich auf den Pilker. Als ich (13 m Tiefe) mal wieder einen Dorsch nach oben kurbele, taucht so ca. 3 - 4 m unter dem Boot ein Heili von ca. 1 m Länge auf. Ich stoppe und der Heili umkreist den Kleindorsch mehrmals, packt zu und verschwindet langsam mit der Montage. Anhieb, kurze Gegenwehr und weg ! Der Dorsch hängt noch am Pilker und ich lasse die Montage 3 - 4 m durchsacken. Es gibt einen heftigen Ruck, 2 - 3 m Schnur werden von der Rolle gezogen und losgelassen. Schöne Schei....... ! Aber ein tolles Erlebnis.

Eine gute halbe Stunde später taucht doch glatt wieder ein Kveite auf. Gleiches Schauspiel, nur ist der Fisch größer und packt sich den Kleindorsch. Ich gebe einfach Schnur bis sich der Heilbutt bei ca. 21 - 22 m auf den Grund legt. Der soll mal schön fressen ! :D:D:D

Nach ca. 1 - 2 Minuten der Anhieb. Boah der ist tatsächlich größer ! Ein konsequent harter Drill bringt den Fisch zügig an die Bootskante. In einer Hand die Rute und in der anderen das Klepp. Mit Schwung das Klepp im Kopfbereich platziert und der Heili explodiert förmlich. Bekomme das Klepp zum Glück sofort frei und der Fisch geht wieder zum Grund. Das gleiche Spiel nochmal ! Diesmal gelingt es mir den Fisch über die Bootskante zu wuchten. Großartig ! Genial ! Der zweite Heilbutt in zwei Tagen und das Messen an Land ergeben 127 cm. ich angle noch ein wenig weiter und bekomme doch tatsächlich nochmals einen Nachläufer, den ich auch kurz aber erfolglos drille.

Was für ein Angeltag !!!!!

Spatzi kann es kaum glauben, ist aber schon ein wenig enttäuscht, nicht dabei gewesen zu sein.
 
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Klasse! Das sind Sachen, die vergißt man nicht mehr!
 
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Schöner Bericht und echt schöne Fische:daumen::]
 
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super Bericht kann euch nachfühlen,das sind schon Sternstunden.
 
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Sehr schöner bericht!Kann es kaum erwarten endlich da oben auch ma meinen pilker runterzulassen!Nja noch 43 tage dann ists soweit.gruß marco
 
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Am nächsten Tag gab es natürlich einen neuen Versuch, die Heilis zu überlisten. Also wieder eine kleine, sandige Bucht gesucht und los geht es. Schon nach kurzer Zeit taucht hinter einem Dorsch den Cathi an die Oberfläche drillt ein Heili auf. Dorsch zu groß und Heili zu klein. Er dreht einfach ab. Dann steigt bei Cathi doch noch ein Heili direkt auf den Pilker ein. Mit ca. 60 cm etwas klein, aber doch recht zappelig !
 
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Schöne Fische habt ihr dort gefangen und das Wetter schien euch ja auch ein wenig gnädig gewesen zu sein:daumen:

Gruß

Sven:]
 
Die restlichen Tage sind sehr schnell vergangen. In der vorletzten Nacht habe ich noch eine geniale Stelle für Dorsch entdeckt. Fische um die 70 - 90 cm haben sich in einer Tiefe von 10 - 15 m die Bäuche mit Tobi's und Krebsen vollgeschlagen. Ab und zu paßte auch noch ein Pilker rein ! :lach:lach:lach
Bin dann nochmal am Freitag Vormittag mit Cathi an gleiche Stelle gefahren. Die Dorsche waren noch immer vor Ort. Jetzt aber auch die Heilis. Wir hatten vier Nachläufer bis kurz vor unser Boot. Im klaren Wasser echt geil. Alles Fisch um ca. 1 m Länge. Für die Dorsche am Pilker leider zu klein.
 
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Die Rückfahrt war entspannt. Wir sind am 26.06. auf Senja ca. 8:30 Uhr aufgebrochen und waren fast pünktlich zum Anpfiff des Spieles der dt. Kicker an unserem Zweitwohnsitz in Sachsen-Anhalt (2.779 km). Wir hatten "etwas" zuviel Filet im Gepäck und es war auch noch bei der Ankunft knüppelhart gefrohren. Der Grenzübergang von Norge nach Schweden ist in diesem Bereich auch unproblematisch. Kann nur den Supermarkt in Kiruna (COOP) empfehlen. Genial ! Preise okay und Sortiment super.

Gruß
Klaus
 
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schöne fische und schöner bericht
petri zu diesem gelungenen urlaub.
 
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Hallo,

ich bin mit großer Begeisterung auf deinen Bericht gestoßen, ich war ja auch schon 2x in dem Haus :-)

Schön zu lesen das es immer noch so "heiß her geht" da oben...ich möchte auch wieder da hoch...

Eine Frage noch: Gibt es immer noch den "Hügel" auf dem Weg zum Haus, also in der Einfahrt?
 
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Hi Donald,

die Zufahrt ist echt gewöhnungsbedürftig. Bin mit meiner C-Klasse (AMG und damit seeeeeehr tief) mehrfach mit dem Unterboden aufgesetzt.

Gruß Klaus
 
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