Seekrankheit - es kann jeden treffen, Strategien?

Moin zusammen,

ja die Seekrankheit ist ein wichtiges Thema. Das hat schon vielen einen schönen Angelausflug versaut. Die Tipps und Tricks von euch sind richtig gut und lassen sich gut umsetzen. Ich will da auch nicht viel ergänzen. Da ich auch Leid geplagt bin hier nur meine Erfahrungen.
Es ist sehr vom Boot und der Dünung abhängig. Kurzfrequentes Schaukeln wie auf einem Kleinboot macht mir nix. Langsames auf und ab geht auch bis zu einer gewissen Wellenhöhe. Kreuzende Welle ist am schlimmsten. Ein Medikament, dass ich empfehlen kann ist "Agyrax". Das gibt's leider nur über Onlineapotheken aus den Nachbarländern zu bestellen. Es kostet nicht viel und hat mir schon oft die Tour gerettet. Eine Stunde vor Fahrtbeginn 2 bis 3 Tabletten a 25mg sind optimal. Das Mittel macht nicht so Müde, wirkt 24 Stunden, hat aber auch seine Grenzen. Ich hatte mal 3m kreuzende Wellen auf der "Bodil". Da hat nix mehr geholfen. An Bord haben sich schon dramatische Szenen abgespielt. Aber hey, Kotzen und Angeln schließen sich nicht aus. Ich hab gut angefüttert und gut gefangen. So als Faustregel: Wenn der Pilkeimer abhebt wirds hart!
Wenn der Kippenrauch vom Angelnachbarn zu aufdringlich wird, kann's für Nichtraucher auch übel ausgehen. Reflexkotzen wenn's bei den Ersten losgeht und ein gewisser Geruch in der Luft liegt sollte auch nicht unterschätzt werden. Eine gute Vorbereitung ist genauso wichtig, wer erst an Bord anfängt seine Sachen zusammen zu basteln ist auch schneller betroffen. Ich wünsche jedenfalls allen Betroffenen möglichst ruhige Ausfahrten. Wer die Tipps hier befolgt ist schon mal gut aufgestellt.

Beste Grüße Jens
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus persönlicher Erfahrung ist es so, dass die meisten Menschen bei aufkommender Seekrankheit erstmal still vor sich hin leiden, anstatt rechtzeitig etwas zu sagen.
Vielen, vor allem "uns" Männern, ist es einfach peinlich, nicht seetüchtig zu sein.
Wenn man frühzeitig den Hafen ansteuert und der Betroffene sich hinlegt, ist am nächsten Morgen meist wieder alles gut. Da sich aber viele erst dann zu Wort melden, wenn sie sich übergeben müssen, kann sich das auch mal ordentlich in die Länge ziehen.

Ansonsten, wie bereits genannt:
- am Vorabend nicht zu viel Alkohol
- nicht überfressen, aber auch nicht mit leerem Magen losfahren
- Blick zum Horizont oder zu "stehenden Dingen" wie Inseln, Gebäuden,...
- Feinarbeiten wie Schnursalat lösen, Vorfächer binden,... auf dem Boot vermeiden
 
Ich würde noch ergänzen wollen:
- auf gar keinen Fall an Seekrankheit und schon gar nicht an Übelkeit auch nur denken! *
- immer etwas zu tun haben, also aktive Ablenkung

* kann natürlich durch blöde Fragen ruiniert werden, wie
... Warum bist du so blass? ...Ist dir nicht gut? ...Ist dein Bier schal? ...Will einer von mir 'nen Schluck Rhabarbersaft haben? .....
 

Das sollte auch mal getestet werden...
 
Tipp vom Fischer: Apfelkuchen, schmeckt runter wie hoch.🤣
Spaß beiseite, mir helfen die Reisetabletten von Ratiopharm. Meistens brauche ich die nur die ersten zwei Tage ,danach geht's ohne.
Ich hatte früher immer das Problem dass Seekrankheit nur auf den Darm geschlagen ist. 😵‍💫😵🥴
 
Ich würde noch ergänzen wollen:
- auf gar keinen Fall an Seekrankheit und schon gar nicht an Übelkeit auch nur denken! *
- immer etwas zu tun haben, also aktive Ablenkung

* kann natürlich durch blöde Fragen ruiniert werden, wie
... Warum bist du so blass? ...Ist dir nicht gut? ...Ist dein Bier schal? ...Will einer von mir 'nen Schluck Rhabarbersaft haben? .....
Ist dein Bier schal hat mich gekillt. Wobei die Tasache noch schlimmer ist wie die Frage. Wie da Beppe schrieb war auch meine schlimmste Ueberfahrt Korsica-Sardinien. Tagelang ist die Fähre wegen Mistral nicht gefahren, sie mussten einfach mal weil Bonifacio voll mit Autos und Campern wurde. Am Tag davor waren wir oben auf den Felsen, 8-10 Windstärken bei schönstem Wetter kann man sich kaum vorstellen. Als es losging hab ich mich noch gefreut, wir gingen ja surfen:-). Langsam wurden die Wellen höher aber seeehr lang. Innen hat man irgendwann nur noch Himmel oder eine Wasserwand gesehen. Schiff fuhr gefühlt minutenlang den Berg hoch und kippte oben und genausolang schräg nach unten ohne aufzuhören. Es hat also letztlich nicht gewackelt. Die eigentliche Höhe der Wellen war unfassbar aber sie waren ja auch 100-200m lang schätze ich. Und, es war wohl wirklich kaum einer Nicht seekrank, wir hatten als eine der wenigen nicht gekotzt (WC und Gänge waren schlimm..) aber mir war noch stundenlang hundeelend, obwohl ich mich draussen an der Luft irgendwo festhielt.
 
Ich hatte das nur bei starker Düngung mal auf soroya.
Seitdem wenn es auf Skrei geht und Düngung ansteht zum Frühstück eine Postafen und alles ist gut.
Ein Mal an der Ostsee 3 Stunden gegen schlechtes Wetter gefahren und dann auch gekotzt wie auch andere. Haben vorne gestanden weil drinnen war noch schlimmer bei der Welle. Dann aber geangelt und Rückfahrt mit der Welle alles entspannt.
 
Danke für eure Schilderung eurer Erfahrung mit Seekrankheit (und was dagegen hilft bzw. helfen kann).
Ich selbst hatte meine erste Seekrankheit mit 5 oder 6 Jahren, als mein Vater mit mir von Bremerhaven nach Helgoland gefahren ist (1973 oder 74). Ich hatte irgendwann Bauchschmerzen, daran kann ich mich noch gut erinnern.
Wir waren die ganze Zeit im Dampfer, ob die damals schon Stabilisatoren hatten?

Wenn ich mir heute die Dokus über den Krabbenfang in der Beringstraße vor Alaska anschaue, unter welchen Seegängen, Schiffsbewegungen und
Stürmen auch immer, die Jungs auf Deck schuften müssen, ist es ein Wunder, das kaum einer Seekrank wird, auch fast keiner vom Kamerateam (alle vollgepumpt mit Medikamenten oder alles nur Gewöhnungssache?
 
die allermeisten leute werden entweder gar nicht seekrank, oder gewöhnen sich nach ein paar tagen auf see daran.
von den vielen leuten, mit denen ich schon auf see war, sind zb nur 2 absolut nicht seefest.
 
das Problem ist ja leider für uns Landratten das wir nur 1 oder 2 Wochen alle 1 oder 2 Jahre aufs Wasser kommen
 
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