Der Stör bietet als sogenannter „Riese der Flüsse“ fundamentale Vorteile für die Natur und intakte Gewässerökosysteme. Da er als anadromer Wanderfisch sowohl Flüsse als auch Meere bewohnt, erfüllt er eine unersetzliche ökologische Funktion.
Die wichtigsten Vorteile für die Natur im Überblick:
1. Funktion als „Flaggschiff-“ und „Schirmart“ (Umbrella Species)
Der Stör hat extrem hohe Ansprüche an seine Umwelt. Naturschützer wie der WWF Deutschland bezeichnen ihn daher als Flaggschiffart.
• Profiteure des Stör-Schutzes: Um den Stör zu retten, müssen Flüsse renaturiert, Barrieren (wie Wehre) durchlässig gemacht und Laichgründe aus Kies geschützt werden.
• Von diesen Maßnahmen profitiert automatisch eine Vielzahl anderer gefährdeter Arten, wie der Maifisch, das Meerneunauge sowie unzählige Kleinlebewesen, Insektenlarven und Pflanzen. Ein Fluss, in dem Störe leben können, ist ein gesunder, biologisch vielfältiger Fluss.
2. Förderung der Gewässervernetzung
Als Wanderfisch verbindet der Stör die Meere mit den Oberläufen der Flüsse. Seine Existenz zwingt den Menschen dazu, die Durchgängigkeit von Flusssystemen wiederherzustellen. Diese Vernetzung ist für den genetischen Austausch und das Überleben Dutzender anderer Fischarten überlebenswichtig.
3. Schlüsselrolle im Nahrungsnetz (Benthos-Regulator)
Mit seinem ausstülpbaren Maul wühlt der Stör den Gewässergrund nach Nahrung wie Würmern, Krebsen, Schnecken und Insektenlarven ab.
• Umschichtung des Sediments: Durch das gründelnde Suchen im Sand und Schlamm lockert der Stör den Boden auf. Dies belüftet das Sediment, kurbelt wichtige Abbauprozesse an und schafft neuen Lebensraum für Mikroorganismen.
• Wirt für andere Arten: Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) betont, dass der Europäische Stör beispielsweise ein essenzieller Wirt für die parasitären Larven der vom Aussterben bedrohten Riesenflussperlmuschel ist. Ohne den Fisch als Zwischenwirt kann sich diese Muschelart nicht fortpflanzen