Hallo an die Norwegen-Fahrer
Offensichtlich hat sich an den Zuständen im Borks Ferienhaus 212/1 über die Jahre nichts geändert. Hier unser Bericht:
Aus unserer Anglergruppe, die nicht zum ersten Mal nach Norwegen fuhr, habe ich nun die „Ehre“ eine Beurteilung für Borks und für die einschlägigen Angler-Foren zu verfassen.
Wir waren mit 6 Mann vom 7. bis 10. Mai im Ferienhaus Borks 212/1. Die Reisevorbereitung , Hausbuchung und Fähre alles Bestens.
Beim Haus angekommen riefen wir den Vermieter bzw. dessen Sohn an, der uns dann zum Haus brachte. Eine herzliche Begrüßung sieht anders aus. Wichtig war dem Vermieter die Übergabe der Kaution. 2.000 Kronen hatten wir nicht umgetauscht. In Euro wollte er dann aber doch 250 EUR haben. OK dann sind das eben 2.340 Kronen. Wir wollten angeln und die Kaution bekommen wir ja wieder (dachten wir).
Das Haus ist ok. Die Betten halt für ausgewachsene Männer mit 70 cm doch ein wenig schmal. Lässt sich schlecht von Fischen träumen.
Die Lage am Fjord wirklich schön. Auf zum Angeln! Wo ist das Boot? Es war kein Boot da! Der Sohn des Vermieters konnte ebenso wenig Englisch wie wir. Aber wir verstanden, dass das Boot in einem Hafen liegt und wir dort hinfahren sollen, um es zu holen. Aber nicht mehr heute, weil es so windig war. Dann zeigte er uns doch noch das Boot. Ca. 2 km entfernt liegt der Kahn. Die Einweisung (hier sollte es ja einen Borks-Standard geben) dauerte 2 Minuten. „Alles Klar!“ Weg war er.
Auf dem Bild sieht das Boot ja ganz ordentlich aus. Dies war auch der Grund, warum wir uns für dieses Haus entschieden haben. Aber bei Tageslicht es ist dann doch ein alter vermoderter Kahn. Die Kajüte total muffig, feucht und verkeimt. Der Motor nicht ohne technisches Verständnis zu bedienen. Vorwärts- und Rückwärtsgang nicht ohne Gefummel und Gerühre einzulegen. Na gut, wir wollten Angeln.
Bei der ersten Ausfahrt plätscherte es im Motorraum. Die Schwungmasse des Motors brachte das Wasser aus der Bilge in einer Fontäne nach oben. Was ist denn hier los? Bloß gut, dass wir einen Fachkundigen dabei hatten. Die Lenzpumpe hatte sich von automatisch auf manuell gestellt. Ursache hierfür die Batterie, die nicht befestigt war. Sah im Motorraum wirklich nach viel Gefrickel aus. Naja, andere Länder – andere Sitten (Vorschriften). Die Lenzpumpe muss ständig auf Automatik stehen, sonnst säuft der Kutter ab. Das Wasser findet seinen Weg. Auch durch die Planken. Ok – wir wollten ja angeln.
Das Manövrieren in die Steganlage am Haus gestaltete sich schwierig, da der Rückwärtsgang nicht so schnell einzulegen war, wie wir ihn gebraucht hätten. Also ein hartes Anlegemanöver mit Kratzspuren am Rumpf. Na gut, passiert, wenn der Motor aus dem vorigen Jahrhundert ist. Wir waren ja zum Angeln da.
Auf die Frage nach den besten Angelstellen zeigte der Vermieter in drei Richtungen – da, da und da. Na prima. Ein Hüttenbuch gab es auch nicht. Wahrscheinlich wurde es einkassiert, damit die Gäste keinen Blödsinn reinschreiben.
Unsere Fänge gestalteten sich übersichtlich. Wobei unsere Vermieter, der mitunter ohne anzuklopfen mitten im Zimmer stand, uns dann erklärte, das andere Angler an dem Tage 15 Kilo Filet einfrieren konnten. Anglerlatein?
Krönender Abschluss ein Tag vor Abfahrt. Plötzlich stand der Vermieter und sein Sohn mit Enkel im Raum. Wortlos setzte sich der alte Mann auf einen Sessel, schickte seinen Sohn nach oben in die Schlafräume. Dieser kam dann offensichtlich zufrieden wieder runter. War das jetzt Hausfriedensbruch? Nun wurde verlangt, dass wir das Boot wieder in den Hafen bringen. Haben wir dann nicht gemacht. Dann war auch der Spuk schon vorbei. Sohnemann dampfte mit dem Kutter los.
Der Oberhammer allerdings war, dass uns der Vermieter am Abreisetag eine Rechnung präsentierte von über 3.000 Kronen, für die angebliche Reparatur des Seelenverkäufers. In der Aufstellung sind drei Stunden Reparatur vermerkt. Schöner Stundensatz von 90 EUR. Hätten wir auch gern. Wir haben uns geweigert die Mehrkosten zu bezahlen und der Vermieter hat die 250 EUR Kaution einbehalten. Unglaublich. Für den Dieselverbrauch zahlen wir gern, aber nicht für Reparaturen die nicht nachzuvollziehen sind. Dann schmiss der Vermieter uns raus, da schon die nächsten Gästen angereist waren. Ein kurzes Gespräch mit den neuen Anglern ergab, dass die Problematik mit dem Boot schon länger bekannt war. Bei der Abreise sind wir noch kurz in den Hafen, um uns von den Reparaturarbeiten ein Bild zu machen (haben wir auch). Lediglich der Rumpf (wo ein paar Schrammen waren) wurden mit Farbe übergepeitscht. Keine 250 EUR wert.
Hier fordern wir Borks auf die Sache, in unserem Sinne zu klären und verlangen die Rückzahlung der Kaution (abzüglich der Dieselkosten).
Ob wir im nächsten Jahr wieder bei Borks buchen, können wir noch nicht sagen. Dieses Haus mit dem Kahn bestimmt nicht.