AW: Flatanger Rorbu!!!
Tja Christian,
Wettergott bin ich leider nicht, aber die Norweger sagen schon seit 1966, dass der Juni eigentlich am beständigsten sein soll.
Ob das in diesem Jahr im Juli auch so ist, weiß ich eben nicht.
Eine kleine Hilfe kann sein, dass im Allgemeinen bei zunehmendem Mond sich das Wetter bessert. Ich an Deiner Stelle, würde mal das Wetter so ab Ende Juni im Internet unter yr.no und dort "langtidsvarsel" (Langzeitvorhersage) verfolgen.
Verfolgt über dieselbe "Schiene" immer die Wettervorhersage vor Ort, bevor Ihr rausfahrt. Manchmal ist es dort so, dass vormittags z.B. nur schwerlich ein angeln an den Fjordeingängen möglich ist. Das kann sich aber leicht ändern, wenn der Wind z.B. mittags sich legt. Sollte es abends wieder aufbriesen wollen, bleibt in den Fjorden; es gibt dort eigentlich immer Fisch. Noch etwas: sollte der Atlantik - also das Wetter - mal sehr pusterich sein, Vorsicht danach, denn der Atlantik roll mit seiner langen Dünung mindestens einen Tag nach; dann lieber in den Fjördmündungen sich hinter den Insel verstecken, die brechen die langen Wellen.
Wollt Ihr im Küstenbereich etwas länger angeln oder Euch etwas vor die Küste auf die Fischbänke bzw. Unterwasserberge wagen, solltet Ihr das nur tun, wenn das Wetter über ca. zwei Tage als ruhig angekündigt wird.
Die Foldabucht ist nicht ungefährlich. Deshalb ist auf der Seekarte nicht umsonst auf der See zu finden:
"Attention ! Dangerous waves !"
Selbst bei "Angelwetter" können plötzlich aus dem Nichts Wellen auftauchen, die es zu meistern gilt.
Noch einen Tipp: Immer die Kimm in Windrichtung beobachten. Wenn sie keine klare Linie zeigt, droht Seenebel.
Der kommt, kann aber auch schnell wieder weg sein. Nicht hektisch werden und ins "Blaue" fahren wollen.
Ihr habt in den Booten das GPS, das Euch Euren Weg zeigt, woher Ihr gekommen seid. Ihr braucht dann nur vorsichtig die Linie wieder zurückfahren, bis Ihr im Küstenbereich seid. Dann auf das Echolot achten: Unterwasserfelsen !!!
Ich nehme seit Jahren immer einen zuverlässigen Hand-Kompass mit, der sagt Euch wo Osten und damit die Küste ist. Elektronik ist eine tolle Sache, wenn sie aber keinen "Saft" mehr hat, Sch.....
Hütet Euch auch davor im Küstenbereich Wege abkürzen zu wollen. Das hat schon so manchem Schlauberger die Schraube oder gleich das ganze Getriebe gekostet. Beim letzterem bist Du mit ca. 1.500 € dabei und wenn sonst alle Boote ausgebucht sind, könnt Ihr vom Ufer aus angeln. Geschweige denn, Euer Boot ist antriebslos und der Wind will Euch nach England, Faröer oder Island treiben.
Deshalb empfehle ich Euch auch, wenn Ihr etwas vor die Küste fahren wollt: tut Euch mit einem anderen Boot zusammen, dann ist im Notfall einer für den anderen da. Alleinsein kann romantisch sein, nicht aber auf dem Wasser und dann vielleicht mit streikendem Motor.
Aber wenn Ihr schon in Nordnorwegen und in der Gegend um Bergen gewesen seid, wisst Ihr das ja alles.
So, Christian ein paar Ratschläge für Euch.
Freut Euch auf Eure Tour. Hoffentlich sind die "Außenbordskameraden" wenn Ihr fahrt, nicht auf Betriebsausflug nach Island. Wir hatten letztes Jahr nur die "Notbesetzung" angetroffen.
Nicht mal die Fischer aus der Gegend hatten Vernünftiges anzubieten. Schulterzucken: "Jeg har ingen fisk !"
Gruß nach Dassow
Dorschikowski