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Männer, keine Stories, poetische Zeilen, Anekdoten, oder Dramen zum Thema Rotbarsch? @Grauhund und @TerenZill sind Teilenschuldigt.

Was mich schockt ist, wie souverän wieder vom RB zum Lumb zurück geleitet wurde. Ist ja irgendwie wie mit Trump, keiner mag ihn aber alle reden über ihn.

Gut, dann versuche ich nochmal wieder Richtung RB zu lenken:
Wusstet ihr das der Rotbarsch kein Barsch ist?
Er gehört zur Familie der Skorpionfische.

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Na gut @tauchprojekt.de...Also ein Bericht über die komatöse Tiefsee-Tomate.

Beginnen wir diesen Bericht direkt mit einer visuellen Enttäuschung: Es gibt hier kein heldenhaftes Beweisfoto. Wer strahlende Männer mit hochroten Fischen in blauen schwarzen Kisten sehen will, muss Google bemühen. Unsere persönliche Fotodokumentation zum Thema Rotbarsch gleicht nämlich der Beweislage für Bigfoot: nicht existent bis im Hintergrund mit viel Interpretationsspielraum erahnbar. Das liegt zu 99 % daran, dass wir chronisch zur Schonzeit in Norwegen aufschlagen. Wenn wir also versehentlich mal einen erwischen, ist er erstens oft illegal und zweitens meistens so winzig, dass ein Foto den Tatbestand der Erregung öffentlichen Mitleids erfüllen würde.

Dabei würden wir unsere Seele (oder wenigstens etwas mehr als die Stiefmutter) für eine volle Kiste dieser stacheligen roten Gesellen verkaufen. Kulinarisch ist der Rotbarsch nämlich der absolute Endgegner. Ein Gedicht in der Pfanne, im Ofen, im Rauch! Die paar Zufallsfänge wurden natürlich alle verwertet, denn Catch and Release ist bei einem Rotbarsch aus 200 Metern Tiefe ungefähr genauso sinnvoll wie der Versuch, einen ausgelösten Airbag nach einem Frontalcrash wieder liebevoll ins Lenkrad zu falten. Der Fisch ist ein physikalischer Totalschaden. Wenn der Kollege oben ankommt, hängen ihm die Augen auf halb acht und der Magen guckt ihm aus dem Maul wie eine verunglückte Kaugummiblase. Da hilft kein Streicheln, da hilft kein gut Zureden und erst recht kein sanftes Zurücksetzen – da hilft nur noch der ehrfürchtige Griff zum Filetiermesser. Aber zwischen uns und dem Festmahl steht ein unheiliges Bündnis aus (sinnvoller) norwegischer bestandsschonender Bürokratie, garstiger Meteorologie und unserer eigenen Ahnungslosigkeit. Gesetzt den völlig absurden Fall, wir erwischen das magische Zeitfenster außerhalb der Schonzeit, muss Petrus uns auch noch "Ententeich-Wetter" servieren. Kein Wind. Kaum Drift. Das Meer muss glatt sein wie ein frisch gebohnertes Linoleum. So ein Tag wo eh nichts anderes beißt weil man auf der Stelle steht. Und wenn das Universum uns tatsächlich mal diesen einen Tag schenkt? Dann stehen wir auf dem Boot, gucken uns blöd an und stellen fest: Wir haben absolut keinen blassen Schimmer, wo diese Fische wohnen. Kante? Loch? Freiwasser? Und wo an dieser steilen Kante die von Norwegen bis nach Island geht? und eher bei 100, 150, 200m?
Anglerisch verpasst man zum Glück rein gar nichts, wenn man das Rätsel nicht löst. Den Drill eines Rotbarsches Drill zu nennen, ist eine Beleidigung für jeden nassen Waschlappen. Es sei denn, man montiert acht Haken an einem Paternoster und pumpt einen voll behängten Weihnachtsbaum aus der Finsternis – dann hat man zumindest das Gewicht eines Kleinwagens an der Rute. Bei einem Einzelfisch sieht die Realität so aus: Man kurbelt aus 150 Metern Tiefe ein, wundert sich höchstens, ob das Blei heute etwas Feuchtigkeit gezogen hat, zweifelt an der eigenen Wahrnehmung, und plötzlich ploppt an der Oberfläche ein roter Ballon mit Glotzaugen auf. Biss? Gegenwehr? Adrenalin? Fehlanzeige. Man merkt erst, dass man geangelt hat, wenn der Fisch schon völlig apathisch neben dem Boot treibt. Wahrscheinlich nutzen deshalb nicht wenige hier die Elektrorolle. Es geht eher um den Einschlag im Magen als den Einschlag in der Rute.

Aber wie die aufmerksamen Leser schon wissen: Dieses Jahr wird alles anders. Ende April geht es hoch. Neue Jahreszeit, neues Glück, neue Chancen auf die rote Kiste!
... Oder auch nicht. Machen wir uns nichts vor: Wahrscheinlich ist Ende April genau die eine Woche im Jahr, in der der Rotbarsch kollektiv an Tiefsee-Migräne leidet. Oder er laicht. Oder Jupiter und Mond müssen für einen Biss im exakt 43-Grad-Winkel zueinander stehen, während an Land ein dreibeiniger Elch hustet. Irgendwas wird ohnehin wieder dazwischenkommen und uns vor dem Erfolg bewahren.

Sven? Butter bei die Fische: Wie sieht’s im April aus mit Rotbarsch? (Bitte sag mir, dass der Elch gerade Hustenzeit hat!).


Aber weil ich so gut durchgehalten habt, hab ich die Fotos mal durchforstet. Das letzte Bild ist von 2019. Also doch besser dokumentiert als Bigfoot. Aber keine Menschen drauf, könnte also KI sein oder Google, oder beides. Auf jede Fall nicht spannend, trotzdem als Anhang als Belohnung fürs Durchhalten.

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Okay - vor 10 Jahren haben wir noch in der Mündung vom Namsenfjord - nähe Knappholmen - auf 200 m Rotbarsch ohne Guide gefangen - weil wir dort aber die letzten 9 Jahre nur Lumb fingen - erfolgte Ende August 2026 eine erfolgreiche Guidingtour mit der bekannte Mecklenburger Fachkraft - auf dem Bild Halbzeit und extea Screenshot wegen Datum. Die Koordinaten kennt die Fachkraft ... Screenshot_20260304_111247_Photos.webp
 
Na gut @tauchprojekt.de...Also ein Bericht über die komatöse Tiefsee-Tomate.

Beginnen wir diesen Bericht direkt mit einer visuellen Enttäuschung: Es gibt hier kein heldenhaftes Beweisfoto. Wer strahlende Männer mit hochroten Fischen in blauen schwarzen Kisten sehen will, muss Google bemühen. Unsere persönliche Fotodokumentation zum Thema Rotbarsch gleicht nämlich der Beweislage für Bigfoot: nicht existent bis im Hintergrund mit viel Interpretationsspielraum erahnbar. Das liegt zu 99 % daran, dass wir chronisch zur Schonzeit in Norwegen aufschlagen. Wenn wir also versehentlich mal einen erwischen, ist er erstens oft illegal und zweitens meistens so winzig, dass ein Foto den Tatbestand der Erregung öffentlichen Mitleids erfüllen würde.

Dabei würden wir unsere Seele (oder wenigstens etwas mehr als die Stiefmutter) für eine volle Kiste dieser stacheligen roten Gesellen verkaufen. Kulinarisch ist der Rotbarsch nämlich der absolute Endgegner. Ein Gedicht in der Pfanne, im Ofen, im Rauch! Die paar Zufallsfänge wurden natürlich alle verwertet, denn Catch and Release ist bei einem Rotbarsch aus 200 Metern Tiefe ungefähr genauso sinnvoll wie der Versuch, einen ausgelösten Airbag nach einem Frontalcrash wieder liebevoll ins Lenkrad zu falten. Der Fisch ist ein physikalischer Totalschaden. Wenn der Kollege oben ankommt, hängen ihm die Augen auf halb acht und der Magen guckt ihm aus dem Maul wie eine verunglückte Kaugummiblase. Da hilft kein Streicheln, da hilft kein gut Zureden und erst recht kein sanftes Zurücksetzen – da hilft nur noch der ehrfürchtige Griff zum Filetiermesser. Aber zwischen uns und dem Festmahl steht ein unheiliges Bündnis aus (sinnvoller) norwegischer bestandsschonender Bürokratie, garstiger Meteorologie und unserer eigenen Ahnungslosigkeit. Gesetzt den völlig absurden Fall, wir erwischen das magische Zeitfenster außerhalb der Schonzeit, muss Petrus uns auch noch "Ententeich-Wetter" servieren. Kein Wind. Kaum Drift. Das Meer muss glatt sein wie ein frisch gebohnertes Linoleum. So ein Tag wo eh nichts anderes beißt weil man auf der Stelle steht. Und wenn das Universum uns tatsächlich mal diesen einen Tag schenkt? Dann stehen wir auf dem Boot, gucken uns blöd an und stellen fest: Wir haben absolut keinen blassen Schimmer, wo diese Fische wohnen. Kante? Loch? Freiwasser? Und wo an dieser steilen Kante die von Norwegen bis nach Island geht? und eher bei 100, 150, 200m?
Anglerisch verpasst man zum Glück rein gar nichts, wenn man das Rätsel nicht löst. Den Drill eines Rotbarsches Drill zu nennen, ist eine Beleidigung für jeden nassen Waschlappen. Es sei denn, man montiert acht Haken an einem Paternoster und pumpt einen voll behängten Weihnachtsbaum aus der Finsternis – dann hat man zumindest das Gewicht eines Kleinwagens an der Rute. Bei einem Einzelfisch sieht die Realität so aus: Man kurbelt aus 150 Metern Tiefe ein, wundert sich höchstens, ob das Blei heute etwas Feuchtigkeit gezogen hat, zweifelt an der eigenen Wahrnehmung, und plötzlich ploppt an der Oberfläche ein roter Ballon mit Glotzaugen auf. Biss? Gegenwehr? Adrenalin? Fehlanzeige. Man merkt erst, dass man geangelt hat, wenn der Fisch schon völlig apathisch neben dem Boot treibt. Wahrscheinlich nutzen deshalb nicht wenige hier die Elektrorolle. Es geht eher um den Einschlag im Magen als den Einschlag in der Rute.

Aber wie die aufmerksamen Leser schon wissen: Dieses Jahr wird alles anders. Ende April geht es hoch. Neue Jahreszeit, neues Glück, neue Chancen auf die rote Kiste!
... Oder auch nicht. Machen wir uns nichts vor: Wahrscheinlich ist Ende April genau die eine Woche im Jahr, in der der Rotbarsch kollektiv an Tiefsee-Migräne leidet. Oder er laicht. Oder Jupiter und Mond müssen für einen Biss im exakt 43-Grad-Winkel zueinander stehen, während an Land ein dreibeiniger Elch hustet. Irgendwas wird ohnehin wieder dazwischenkommen und uns vor dem Erfolg bewahren.

Sven? Butter bei die Fische: Wie sieht’s im April aus mit Rotbarsch? (Bitte sag mir, dass der Elch gerade Hustenzeit hat!).


Aber weil ich so gut durchgehalten habt, hab ich die Fotos mal durchforstet. Das letzte Bild ist von 2019. Also doch besser dokumentiert als Bigfoot. Aber keine Menschen drauf, könnte also KI sein oder Google, oder beides. Auf jede Fall nicht spannend, trotzdem als Anhang als Belohnung fürs Durchhalten.

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Da muss ich mich selbst in der Frage an Sven korrigieren… April ist ja noch mehr Schonzeit als sonst im Mai oder September. Also Glück gehabt, egal wie der Elch nun unterm Mond steht - wird eh kein Rotbarschjahr für uns!
 
@ Tauchprojekt

Das der Rostbarsch nicht zünden Barschen gehört wusste ich nicht
Das Aussehen lässt doch arg vermuten daß er zu den Barschen gehört.
Und ich finde auch geschmacklich gibt es da durchaus Parallelen.
Geschmacklich ist er ohnehin über jeden Zweifel erhaben.
Ich habe bisher lediglich einmal am Romsdalsfjord zwei Exemplare gefangen.
Ich denke es war die kleine Sorte denn Riesen waren es wirklich nicht.
Da sie aber aus ca 100 Meter Tiefe kamen war zurücksetzen keine Option.
Aber auch die kleinen Vertreter waren sehr lecker. Aus der Fischtheke waren sie mir aber bereits vorher gut vertraut...😅
 
Habe keine kultige Geschichte zum Rotbarsch anzubieten. Aber der direkte Schwenk zurück zum Lumb bringt auch mich völlig aus der Fassung.

Zum Glück kamen noch Beiträge und somit späte Gerechtigkeit für die Roten. Auch obwohl in einer Geschichte wieder der Lumb mitgemisch hat..

In der Hinsicht sind sich Forum und Ozean ziemlich ähnlich, überall muss sich der Rotbarsch gegen den Lumb behaupten.

Wird bei 10kg wohl so enden, dass sich weniger erfahrene Rotbarschangler zwischen "Lumb über Bord" und glühenden Teppichmessern entscheiden müssen, wenn der Lumb die Roten überrumpelt und das Verhältnis von Zielfisch zu Beifang ad absurdum führt.

Na ja wir angeln eh lieber flach, am Ende bleibt vielleicht nur die Erinnerung an die ewige Nr. 1 in der Küche.
 
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