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Ja. Scharf drauf den zu entnehmen waren weder Guide noch ihr kann ich bestätigen.
Der Pilker wurde, glaube ich, einige Tage davor bei einem Guiding von mir abgerissen. Gleiches Riff.

Wir hatten auch mal einen abgerissenen Schaufelschwanz, den wir paar Tage später im Magen eines HB gefunden haben, der auch am gleichen Riff gefangen wurde wo der Gummi zerrupft wurde. Die scheinen wirklich über Zeiten standorttreu zu sein.

Wie du schreibst angeln ja in Mittelnorwegen viel weniger gezielt auf HB, als im Norden. Das verzerrt eigentlich das Bild ganz gewaltig in Sachen Bestandsdichte.
Will nicht behaupten wir hätten ähnlich viel HB wie Finnmark. Aber wir hatten ja schon Truppen die gezielt angesetzt haben und in einer Woche 15 HB. Vor dem Betonwrack hatte mal ein member hier 3 HB innerhalb von ca 45 min und wir hatten bei Guidings auch schon 5-6 Fische am Tag.

Davon abgesehen hatte ich auch schon drehs um Tromsø bei denen wir bei bestem Wetter innerhalb einer Woche keinen maßigen Butt hatten und auch damals beim Dreh Sonderheft Heilbutt hatten wir mit Expertenhilfe und auf DER Buttinsel im Norden innerhalb 10 Tage bei bestem Wetter gerade mal 2 maßige Fische bei 2 Booten und 4 Anglern.

Also, gezielt HB in Flatanger ist definitiv kein Unterfangen bei dem man Zweifel haben muss ob das Revier auch liefern kann.

Anfang unserer Saison (Ende April und der ganze Mai) kommen oft in der Stückzahl wirklich viele HB.
Sven bitte nicht falsch verstehen- WIR angeln nicht gezielt auf HB (Köfi- NK, Gummi ) hatten aber in den letzten Jahren trotzdem immer welche am Band (letztes mal 3 Stück als "Beifang"). Wir pilken in der Regel oldscool auf Dorsch, Seelachs und Co. Dass das Gebiet für einen gezielten Fang sehr gut ist bezweifle ich keine Minute, im Gegenteil, ich war überrascht was da in den letzten Jahren gefangen wurde. Habe sogar mein Material etwas upgedatet und immerhin hat es für diesen HB mit 4 Fluchten auf 90 m gereicht.
 
Ja, bezog sich ja das du schriebst ihr angelt nicht gezielt und habt trotzdem jedes Jahr einen dabei.
Deshalb der Vergleich, dass bei uns HB meistens als Beifang kommt. Im Norden aber ein beachtlicher Anteil an Gästen durchaus gezielt darauf fischt.

Würde es in der Region mehr gezielte Angelei geben, wären die Stückzahlen vermutlich deutlich höher.
 
Dieses Jahr geht's auch mal wieder nach flatanger. War zu letzt auf senja. Aber der deutliche Mehrweg lohnt nicht wirklich. Sind Ende Juni da. Mal sehen wie es wieder wird.
Schwer vergleichbar mit Senja. Aber ich persönlich würde auch nicht weiter als Mittelnorwegen fahren, wenn es rein ums Fischen geht.
Bevor ich nach Flatanger gezogen bin, habe ich ja auch sehr viele andere Ecken Norwegens gesehen (jeden Sommer 4-6 Wochen mit eigenem Boot entlang der Küste von Bergen bis Troms unterwegs gewesen).
Mich persönlich hat die Artenvielfalt nach einiger Zeit immer mehr in Mittelnorwegen gehalten.
 
@tauchprojekt.de

Oh, sorry.
Ich denke da hat die Autokorrektur zugeschlagen....

@ Gänsejunge

Ich habe noch nie einen Heilbutt gefangen.
Aber sind Fische dieser Größe noch zu empfehlen oder lässt da der Speisewert doch deutlich nach?
 
@tauchprojekt.de

Oh, sorry.
Ich denke da hat die Autokorrektur zugeschlagen....

@ Gänsejunge

Ich habe noch nie einen Heilbutt gefangen.
Aber sind Fische dieser Größe noch zu empfehlen oder lässt da der Speisewert doch deutlich nach?
Der Speisewert leidet wahrscheinlich nicht so, aber je größer ein Fisch ist oder besser, je länger er lebt, so reichert er auch mehr Schadstoffe im Fleisch ein. Für die Küche sind eigentlich Butt bis zu einer max. Größe von 1,20 m für mich ideal. Größere Butt sollte man auch wegen dem Bestandsschutz nach Möglichkeit auch wieder zurück setzen, soweit er nicht zu sehr verletzt ist.

In Norwegen dürfen auch nur Butt bis zu einer Größe von 2 Metern entnommen werden wegen der Schadstoffanreicherung.
 
Der Speisewert leidet wahrscheinlich nicht so, aber je größer ein Fisch ist oder besser, je länger er lebt, so reichert er auch mehr Schadstoffe im Fleisch ein. Für die Küche sind eigentlich Butt bis zu einer max. Größe von 1,20 m für mich ideal. Größere Butt sollte man auch wegen dem Bestandsschutz nach Möglichkeit auch wieder zurück setzen, soweit er nicht zu sehr verletzt ist.

In Norwegen dürfen auch nur Butt bis zu einer Größe von 2 Metern entnommen werden wegen der Schadstoffanreicherung.
Ergänzend: große HB lassen sich schon verwerten. Erzähle mal einem Berufsfischer, dass ein Fisch 60kg+ lieber wieder ins Wasser sollte. Auch offenes Geheimnis das idR auch 2m+ nicht wieder ins Wasser geht.

Wenn man den Luxus hat zielgerichtet zu entnehmen, dann ist definitiv der gerade maßige Fisch und bis ca 20kg das was man am liebsten auf dem Teller haben möchte.
Neben den Schadstoffen ist beim großen HB das Fleisch eben auch Recht grob.
Und natürlich eben auch die Idee reproduktionsstarken Stammfisch lieber da zu lassen wo er am sinnvollsten ist.

Ich muss dazu sagen, dass mich der Umgang der touristischen Angler mit dem Thema beeindruckt. Schon seit Jahren sehe ich hier ein hohes Maß an Vernunft. Nur selten wird ein unbeschadeter Fisch über 40kg entnommen.
Ich persönlich sehe das nichtmal so eng, wenn's der Fisch des Lebens ist, oder der kompletten Gruppe noch Quote fehlt, oder eben man noch nie einen HB gefangen hatte..... In den sozialen Medien werden ja manche die große HB entnehmen geradezu gelyncht.
In der Gesamtheit geben die Angeltouristen zu diesem Thema ein gutes Bild ab. Bei norwegischen Freizeitfischern und Berufsfischern geht weder untermaßiger noch übermaßiger Heilbutt wieder ins Wasser (Ausnahmen wird es natürlich geben).
 
@ Gaensejunge und Tauchprojekt

Vielen Dank für die Aufklärung.
Sehr interessant. Hintergrund der Frage war der, dass mir beim Angeln der 60 bis 70cm Köhler deutlich lieber ist als der ( wie im letzten Jahr) von 113cm.
Da der aus ca 100m Wassertiefe kam wurde er natürlich nicht released sondern verwertet.
Wenn ich es mir aussuchen könnte wäre mir der 70cm Fisch aber deutlich lieber.
Ich empfand die großen Köhler als deutlich trockener und die Dicke der Filets war auch nicht so meins
Daher habe ich mich gefragt ob ein Fisch dieser Größe überhaupt noch schmeckt!

Gruß Christoph
 
Ahoi aus dem winterlichen Flatanger.
Tatsächlich schönes Winterwetter am Stück. Allerdings halten mich andere Arbeiten und der doch sehr kalte Wind momentan noch vom Wasser fern.
Bei Sjøåsen ist der Fjord weiträumig zugefroren und es ruft nach Meereseisangeln dort.
Da ja langsam alle ein wenig mit den Hufen scharren, dachte ich mir aber mal hier nach und nach einige wichtige Fischarten einzustellen und dazu unsere (flatangerspezifischen) Erfahrung zusammenzufassen.

Los geht's mit dem Dorsch, als eine der wichtigsten Fischarten Anfang der Saison.

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Die Bestände haben nachgelassen. Früher haben wir Ende März und Anfang April gezielt schöne Skrei in einem lokalen Gebiet vor Vikna gefangen. Fische bis knapp 30 kg kamen da. Interessant war, dass der Skrei immer auf 60 Metern Tiefe im Freiwasser stand, während gleichzeitig der Küstendorsch in dem Gebiet auf allen Tiefen zu finden war. Der Skrei war oft auch sehr beißfaul, selbst wenn man mit dem Echolot den Köder den Fischen direkt vors Maul manövriert hat.
Auch im Sommer haben wir offshore prlagische Dorsche. Die Fische kommen von der Haltenbank, ca 200 km vor der Küste. Sie sind oft etwas grünlich gefärbt und ziehen schnell von Riff zu Riff. Häufig erwischt man sie zufällig beim Köhlerkurbeln und eine Drift später sind sie auch schon weg.
Ansonsten ist da noch der Küstendorsch, den man das ganze Jahr an allen Plätzen und in allen Tiefen an den Haken bekommen kann.
Anfang der Saison steht Dorsch oft sehr flach 10-20 Meter. Offshore haben wir schon 10kg+ Fische auf Sicht gefangen. Im Laufe des Sommers sind sie oft tiefer. Im August bekommen wir gelegentlich große Dorsche beim Rotbarschangeln an den Haken.
Ist es nicht zu warm kann man schöne Küchendorsche aber auch im Sommer flach "werfen". Häufig handelt es sich dann um "Tangdorsche" die ihre Hautfarbe der Umgebung im Kelp angepasst haben und nun hübsch rötlich gefärbt sind.
Klassisch fischen wir Dorsch vertikal mit Gummifisch, Pilker ist unspezifischer, fängt aber manchmal besser.
Überbeißer funktioniert zeitweise sehr gut, ist allerdings Anfang der Saison oft nicht sehr fängig.
Farbpräferenzen bzgl Köder gibt es definitiv auch. Kontrastfarben (puffin) und motoroil sind oft einen Versuch wert. Manche Tage räumt allerdings dann nur blau ab, oder rot.
Naturköder fängt natürlich auch. Besonders beim Fischen mit großen NK auf Heilbutt oder Leng können ordentliche Dorsche am Haken landen.

Generell ist der Winterdorsch am besten für die Küche. Nach der Laichzeit, ab Mai sind manche Fische in ziemlich schlechter Kondition. Ist der Fisch flach gefangen und man sieht, dass der Rücken eingefallen und das der Fisch sehr weich wirkt, sollte man versuchen ihr zu releasen. Man würde später vom Filet enttäuscht sein und im Wasser hat der Fisch somit viel mehr Wert.

Zusammenfassung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gerne dürfen persönliche Erfahrungen, Fotos und Erlebnisse zu diesem Zielfisch in der Region hier geteilt werden 😃
 
Bist entschuldigt, die anderen nicht 🤣
Dann kommen jetzt hier ein paar sehr schön gefärbte Tangdorsche aus dem Bereich der Fjordmündung. Fangzeit Ende Mai aus 5-20m Tiefe. Ich habe auch das Gefühl, dass die Tangdorsche nicht ganz so anfällig sind für das "Wabbelfleisch". @tauchprojekt.de : Schellfisch wäre toll in Deiner kleinen Vorstellungsserie😊IMG_1687.webp
 
Bei der Gelegenheit mal eine Hommage an den Meterdorsch.

Er ist nicht der stärkste Kämpfer, nicht besonders schwer zu überlisten und in der Küche schlägt er sich je nach Jahreszeit mal besser und mal schlechter. Trotzdem ist er sowas wie der Schirmherr des Havfiske. Nicht der hellste Stern am Anglerhimmel, aber trotzdem irgendwie der, der über allen anderen wacht.

In größeren Stückzahlen hat er uns schon so manche Sternstunde beschert. Bei jeder noch so langen Anfahrt zu sagenumwobenen Offshore Plateaus ist er ein Main Charakter in den Träumen der Angler.

Aber er gibt uns auch Hoffnung, wenn Poseidon uns mal nicht so hold gesonnen ist. Egal wie misslich die Lage, egal wie leer die Kiste, egal zu welcher Jahreszeit. Der Meterdorsch ist immer in der Lage, das Blatt mit einer Einzelaktion zu wenden. Es lohnt sich, an ihn zu glauben.

Der Fang des ersten Meterdorsches war für alle von uns ein echter Meilenstein. Man mag im Laufe der Zeit noch so viele von ihnen gefangen haben, begeistert ist man immer wieder. Und wenn andere Angler Erfolg hatten und man den Meterdorsch auf dem Filettisch liegen sieht murmelt man irgendwas mit "schöner Dorsch" vor sich hin, geht gar nicht anders.

In Erinnerung an meinen ersten Meterdorsch hier ein Foto. Die DFB Aufkleber auf dem Eimer (heute undenkbar) zeugen noch vom besonderen Spirit der WM 2006.. Wem es auffällt, für einen einarmigen Banditen hat er ganz gut Ballet gemacht. Nachdem er auf einen als Beifänger zweckentfremdeten Dropshot Köder hereingefallen ist...so war das damals.

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Männer, ich bin stolz auf euch 👍 das wir hier Insider Wissen zum Thema haben wusste ich. Aber dazu noch in poetischer Form dargebracht......🤩
@heartship Schelli kommt dann als nächstes 😊
Dorsch: du hast völlig recht. Zu Zeiten wo die Fleischqualität beim Dorsch häufig schlecht ist, schlagen sich die Tangdorsche oft gut. Ich persönlich hatte oft das Gefühl sie sind auch weniger mit Nematoden durchsetzt, als andere Dorsche im gleichen Gebiet. Vielleicht weil sie wegen des Kelp weniger direkt vom Boden fressen, sondern mehr im Blätterdach und darüber?
Übrigens, die schlimmsten Nematodendorsche sind die von der Langleine. Da gehen natürlich viele Dorsche ran, die den Boden nach leichter Beute absuchen und entsprechend sich schon viele Larven der Parasiten aus dem Kot von Walen und Robben "reingezogen" haben.

@Háček der erste Meterdorsch..... Das hat bei mir einige Jahre Norwegen gedauert. Damals waren alle spots außerhalb der Schären undenkbar mit den damaligen Booten und vor allem Motoren und mit den ersten Fishfindern, dicken Monos (kommt mir heute vor als hätten wir mit Gummibändern gefischt), ohne Plotter und Erfahrung...... Da ging jeder gute Fisch ohnehin 10fach in die Wertung ein 😂
Heute kommt die Metermarke schon öfter mal. Meistens offshore, aber immer wieder auch ganz unverhofft direkt vor der Haustür als "Ausnahmefisch".
Der Meter beim Dorsch ist immer ein Grund zu feiern!
 
Männer, ich bin stolz auf euch 👍 das wir hier Insider Wissen zum Thema haben wusste ich. Aber dazu noch in poetischer Form dargebracht......🤩
@heartship Schelli kommt dann als nächstes 😊
Dorsch: du hast völlig recht. Zu Zeiten wo die Fleischqualität beim Dorsch häufig schlecht ist, schlagen sich die Tangdorsche oft gut. Ich persönlich hatte oft das Gefühl sie sind auch weniger mit Nematoden durchsetzt, als andere Dorsche im gleichen Gebiet. Vielleicht weil sie wegen des Kelp weniger direkt vom Boden fressen, sondern mehr im Blätterdach und darüber?
Übrigens, die schlimmsten Nematodendorsche sind die von der Langleine. Da gehen natürlich viele Dorsche ran, die den Boden nach leichter Beute absuchen und entsprechend sich schon viele Larven der Parasiten aus dem Kot von Walen und Robben "reingezogen" haben.

@Háček der erste Meterdorsch..... Das hat bei mir einige Jahre Norwegen gedauert. Damals waren alle spots außerhalb der Schären undenkbar mit den damaligen Booten und vor allem Motoren und mit den ersten Fishfindern, dicken Monos (kommt mir heute vor als hätten wir mit Gummibändern gefischt), ohne Plotter und Erfahrung...... Da ging jeder gute Fisch ohnehin 10fach in die Wertung ein 😂
Heute kommt die Metermarke schon öfter mal. Meistens offshore, aber immer wieder auch ganz unverhofft direkt vor der Haustür als "Ausnahmefisch".
Der Meter beim Dorsch ist immer ein Grund zu feiern!

Ich kann jetzt nicht für Flatanger sprechen und will auch nicht zu viel Off-Topic reinbringen, aber ist das mit den Tangdorschen bei euch wirklich so? Ich hatte immer den Eindruck die sind verwurmter wie ihre Kollegen und hab auch schon mal einen wegen penetranten Geschmacks entsorgen müssen. Mittlerweile lassen wir die "bunten" wieder schwimmen;-)

Zum Thema Meterdorsch: Da weiß glaub ich jeder noch worauf er seinen ersten wo gefangen hat. Offshore bzw. im Norden Offshore haben wir die schon noch öfters als Gast an Bord, wobei die auch weniger werden die letzten Jahre. "Unechte" Meter sind dagegen wirklich häufig, also Größenordnung 95cm bis 99,9cm
 
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