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Alles anders, Hasepups wie immer: Die Helgebleikja-Chroniken

Ich befinde mich gerade in einem intensiven Zwiegespräch mit mir selber und frage mich ernsthaft, ...
Nun, auch ich nutze das Selbstgespräch sehr gern wenn ich eine kompetente zweite Meinung hören möchte. Und aufgrund meines Alters und der dadurch gesammelten Erfahrungen, kann ich dir (und anderen jungen Menschen) nur raten, diese Debatten unbedingt lösungsorientiert zu führen. Bei lediglich problemorientierter Diskussion verdunkelt sich meist der Geist zu solchem Wetter wie bei dir vor der Tür.
Petri Heil 😉👍
 
Bei lediglich problemorientierter Diskussion verdunkelt sich meist der Geist zu solchem Wetter wie bei dir vor der Tür.
Dann wäre das Wetter draussen vielleicht gar die Reflektion der Gedanken und wenn man an grosse Fische denkt scheint die Sonne? Interssant.
Ich würde auch lieber eine Lösungsoriente Debatte anschlagen :a055:
 
Der Tag gestern war, abgesehen von einem tatsächlich geöffneten Supermarkt, reichlich unspektakulär.
Wir fuhren zwar noch zum Angeln raus in den Fjord, aber dort ging absolut gar nichts. Auch beim Grundangeln hatten wir genau so viel Erfolg wie ein Toastbrot beim Hallenhockey. Die Nachbarn waren wohl weiter draußen gewesen und hatten einen relativ guten Fang vorzuzeigen. Schön für die Nachbarn.
Abends meinte ich dann auf der Couch noch zu Hasepups: „Es muss jetzt aber auch einfach mal was Lustiges passieren, damit ich etwas Lustiges berichten kann.“ Sie war es schließlich gewesen, die mich überhaupt erst dazu genötigt hatte, diesen Reisebericht zu schreiben, um die örtliche Fan-Kurve im Forum bei Laune zu halten.
Ihre Antwort kam ein wenig zu schnell.
„Ja“, sagte sie.
Und nur eine Millisekunde später schob sie hinterher: „Was?“
Ich guckte sie irritiert an.
Ich hielt inne. Mein Gehirn legte eine kurze Gedenksekunde ein, wie ein alter Röhrenfernseher, der erst mal warmwerden muss. Wer bin ich? Wo bin ich? Und warum unterhalte ich mich mit einer Person, deren Reaktionszeit der eines eingefrorenen Feldhamsters gleicht? Ist das jetzt die Vorstufe von Demenz oder bin ich versehentlich in ein Paralleluniversum abgebogen, in dem Unterhaltungen nach dem Zufallsprinzip funktionieren?

„Entschuldige“, sagte sie schließlich. „Ich bin gedanklich immer noch auf der Arbeit und im Autopilot. Ich habe völlig vergessen, dass ich hier mit dir rede und tatsächlich eine Interaktion von mir erwartet wird.“
Na klasse. Was habe ich nur für ein unverschämtes Glück.

Für den heutigen Tag wurde dann Regen angesagt – ab dem Nachmittag. Keine Ahnung, was genau in der Raum-Zeit-Krümmung zwischen dieser Informationsbekanntgabe meinerseits und meinem darauffolgenden Toilettengang passiert ist, aber als ich von besagtem Ort zurückkam, guckten mich meine Mitbewohner an und teilten mir freudestrahlend mit, dass der Wecker für morgen auf 6 Uhr gestellt wird.
Und wieder: Ich habe ja so ein Glück.

Als heute Morgen um 6 Uhr tatsächlich der Weckruf ertönte, habe ich mich vehement geweigert aufzustehen. Schließlich war ich diejenige, die in den letzten Tagen immer als Erste wach war und pflichtbewusst den Kaffee zubereitet hat. Ich bequemte mich also erst aus meinem Bett, als ich meinen Mann unten bereits lärmen hörte und die Kaffeemaschine verheißungsvoll schnorchelte.
Der fjord lag da, spiegelglatt
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Gegen 8 Uhr waren wir dann auch endlich soweit und konnten losfahren. Und unsere Nachbarn? Die waren natürlich schon weg. Frühaufsteher-Streber. Wir sind dann rausgefahren in Richtung Svinøyosen und es passierte: nichts. Absolut nichts. Anhang anzeigen 340709Wir klapperten diverse Untiefen ab, versuchten es mit Grundangeln, aber außer ein paar mittelmäßigen Pollacks, ein paar Seelachsen und einem Leng als Beifang sowie einem Schellfisch beim Grundangeln kam leider nix rum.
Anhang anzeigen 340707
Hier noch ein bild des schwimmenden filitier-bootsstegs :
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Kurz nach dem Mittag sind wir dann wieder zurück zum Haus gemacht. Auch unsere Nachbarn waren schon da und machten lange Gesichter wie ein Trauerspiel in drei Akten. Nichts gefangen, dabei waren die heute extra ganz weit draußen. Ein kleiner, fieser Trost.
Nachdem wir den Fisch versorgt und eine kurze Kaffee- und Kuchenpause eingelegt hatten, wurde Hasepups schon wieder unruhig. Offensichtlich fehlt der Guten hier auf der Insel einfach der Auslauf. Ich bot ihr großzügig an, dass sie sich ja jederzeit das Auto nehmen könne. Allerdings scheiterte das schon daran, dass sie nicht selber mit dem Boot übersetzen wollte.
Nach kurzem Hin und Her entschlossen wir uns schließlich alle, noch mal eine Runde an Land zu fahren und spazieren zu gehen. Für mich allerdings nur unter einer knallharten Bedingung: Wir gehen auch Pilze sammeln. Abgemacht.
Man mag sich ja doch wundern, wie erstaunlich wenige Wälder es hier auf der Insel Bømlo gibt – und wie viele davon noch weniger frei zugänglich sind. Schlussendlich wurden wir beim vierten Anlauf aber fündig und entdeckten einen Wald, der betretbar war und in dem tatsächlich Pilze standen.
Nach eineinhalb Stunden, dem mehrfachen Verlust meines Verstandes, meiner Orientierung und meiner mitsuchenden Mitschenkel hatten wir uns vollends verlaufen. Wir hörten die Straße, wir hörten die angrenzende Baustelle, aber wir fanden ums Verrecken keinen Weg zum Auto zurück.
In mir kroch Panik auf. Oder Ameisen. Wobei Letzteres wahrscheinlicher war.
Schließlich hatte ich während meiner Pilzsuche im Dickicht diverse Äste, halbe Bäume, undefinierbare Pflanzen und möglicherweise auch ganze Familien von Waldbewohnern mitgenommen. Ich war mittlerweile nur noch grenzenlos genervt. Ich wollte aus diesem Kackwald raus, ich wollte aus diesen nassen Klamotten raus und ich wollte einfach nur noch auf mein Sofa.
Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber es kommt irgendwann dieser eine Punkt im Leben, an dem man einfach nur noch massiv angenervt ist von allem und jedem. Mein rechter Fuß war nass, weil ich tief ins Moor getreten war. Ich hatte Rinde, Käfer und Tannennadeln in meiner Unterhose und an allen anderen möglichen und unmöglichen Stellen meines Körpers. Ich war durchgefeuchtet und ich war verschwitzt.
Und zum krönenden Abschluss ist dann auch noch die Papiertüte mit den gesammelten Pfifferlingen – vom Regen völlig aufgeweicht – gerissen und hat ihren gesamten Inhalt elegant auf dem matschigen Waldboden ergossen.
Habe ich ein Glück. Glück, Glück, Glück.
Zumindest Hasepups war jetzt körperlich ausgelastet und zufrieden, und auch mein Ehemann war am absoluten Ende seiner Kräfte – körperlich wie auch nervlich. Wir fuhren zurück, während der Vito von innen fröhlich beschlug, und dann durften wir natürlich noch das Boot zurück zur Insel übersetzen.
Das einzig Positive des Tages: Wir haben einige Fische des heutigen Fangs zu absolut fantastischen Fischburgern verarbeitet.
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Und jetzt darf ich endlich auf meinem Sofa sitzen, meinen Tee trinken und einfach nur noch mein Gehirn abschalten.
Glück. Glück. Glück...
das ist ja alles sehr furchterbar entsetzlich - Kopf hoch - der kleine Tiger hier stärkt Deine Gedanken! 😍
 
Moin zusammen ,
Es ist grau. Es ist kühl und es tropft vom nächtlichen Niederschlag überall wie aus einem nassen Hund nach einem Waschstraßenbesuch. Derzeit kein Regen, aber seien wir beruhigt: Es fängt garantiert bald wieder an.
ich würde sooooo gern tauschen! :lacher: hier schon wieder Extremhitze im dünkel lila Bereich! 😖

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ob es anderen Norwegen-Anglern eigentlich auch so geht.
Ja, ging uns in der ersten Woche in Hitra genauso. 😒
Wetter war in der zweiten Woche dann topp, Beißverhalten eher nicht. Konnten aber trotzdem noch ausreichend Fische zum Mitkommen überreden. 🙂
 
@Vinny, grübel nicht so viel, das vernebelt nur das Hirn.
Geniesse einfach die Herrlichkeit das Seins!

Des Seins in Norge, des Seins am Meer!

Das ist doch einfach die reinste Form der Herrlichkeit, der Glückseligkeit! Das Wetter wird zweitrangig.

Weiterhin entspannte Urlaubstage.
Gruß,
Ralf
 
In unserem Urlaub im Juli hat sich wieder mal bestätigt, dass man Stellen "ausangeln" muss. Nicht nach kurzer Zeit abdrehen, weil nix beißt. Und an einer Stelle in allen Tiefen was versuchen.
Wir haben am letzten Tag eine Stelle von 80-100 m auf Seelachse befischt. Da wurde uns vom Vermieter schon gesagt, dass man dort Geduld braucht. Die ersten 45 Minuten ging da nix, doch so langsam konnten wir in allen Tiefen brauchbare Seelachse bis 90cm fangen. Es gab sogar Nachläufer auf den letzten Metern kurz vor dem Boot.
Die Stelle hatte ich Tags drauf anderen empfohlen, die dort nicht 1 Fisch gefangen haben. Bin mir sicher, dass die es trotz Hinweis auf die Geduld nicht lange dort versucht haben.
 
Leidet man in diesem Land nicht irgendwie immer an akuter Konjunktivitis?

Wenn man sich Zeitschriftenartikel oder Videos bei YouTube zu Norwegen ansieht sind jedenfalls die Themen „Fangflaute, Schietwetter und Sinnkrise“ stets unterrepräsent.
Auch wenn sie (bei uns jedenfalls) auch in jedem Urlaub vorkommen.
Dieses Jahr zu viel Wind. Letztes Jahr zu wenig Wind (und ständig null Drift, auch gar nicht gut). Oder die Seehechte beißen schlecht. Oder spitz und steigen ständig wieder aus. Mal sind die Pollacks / Seelachse da, am nächsten Tag wie verschwunden usw.

hat sich wieder mal bestätigt, dass man Stellen "ausangeln" muss. Nicht nach kurzer Zeit abdrehen, weil nix beißt. Und an einer Stelle in allen Tiefen was versuchen.

Ja damit hadere ich noch, was besser ist.
Schneller Wechsel oder nicht. Es hat sich bislang beides bestätigt. Ist vielleicht ein extra Thema wert.
 
Der klassische "Fehler des Überlebenden". Man bekommt gewollt oder ungewollt nur die nicht-repräsentativen Ergebnisse wie die tollen YT Videos oder erfolgreiche Angelausflüge hier im Forum vor die Augen. Ist völlig normal und menschlich, verzerrt jedoch die Wahrnehmung und lässt an sich zweifenl.

Wir sind gerade in der Region Lyngenfjord. Bei uns läuft es für unsere bescheidenen Ansprüche erschreckend gut. Es sind alle Faktoren, welche eine Rolle spielen und glücklich zusammen kamen: kaum Wind, fast nie Regen und die luxuriösen 14 Tage Aufenthalt mit nahezu 24 Std Tageslicht.

Was aber nach unseren neuesten Erfahrungen tatsächlich entscheidend war: wir haben ausschließlich dort gefangen, wo jemand vor uns Markierungen auf dem Plotter hinterlassen hat. Wir haben an 2 Tagen versucht "unsere eigenen" Stellen zu finden - völlig vergebens! Nicht ein Fisch hat gebissen. Also haben wir uns für den nächsten Urlaub bereits eine Herausforderung ausgemacht - die Spot Suche auf eigene Faust. Man will sich ja weiterentwickeln.
 
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