Vereinsgewässer neu angelegt

Yazzro

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Hallo Gemeinde.Unser Vereinsgewässer wurde vor zwei Jahren neu angelegt(Schlamm raus usw.)und mit Fisch besetzt.Im letzten Jahr war alles gut bis auf das Wasser.Im Sommer sehr grühn,wo wohl Wasserflöhe helfen sollen.Nun meine Frage:Wo bekomme ich größere Mengen davon her und vermehren die sich dann auch? Hoffe auf hilfreich Antworten,und danke im Voraus.:k050::dankeschoen:
 
AW: Vereinsgewässer neu angelegt

Hallo Yazzro,

so einfach ist das nicht zu beantworten. Grünfärbung im Sommer ist nichts anderes als Algenbildung, meistens ein Zeichen von Überdüngung, Eutrophierung. Wie groß ist dieser See? Wie tief? Wie alt? Mit oder ohne Zufluss bzw. Abfluss? Umgeben von landwirtschaftlich gedüngten Flächen? Zusammensetzung und Umfang des Fischbestandes, Wasserpflanzen, und, und. und. Lass mal von einem Gewässeruntersucher die wesentlichen Werte (Wassertemperatur, Sauerstoff, PH-Wert, SBV-Wert, Nitrat, Phosphat usw.) feststellen - größere Fischereivereine haben die nötigen Messgeräte, Reagenzien und Fachleute, die helfen kollegial sicher gerne aus. Oder wende dich an deinen zuständigen Fischereiverband, die kennen meistens die regionalen Verhältnisse und deren Biologen können auch weiter helfen. Wasserflöhe sicher nicht!

Servus, Herbert
 
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Die Grünfärbung hängt in der Regel mit Überdüngung zusammen, das hat Südwind ja schon umfassend dargestellt. Leider kann man den Nährstoffeintrag in ein Gewässer kaum beeinflussen (Zulauf von angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen o.ä.). Wenn das Gewässer nicht allzu groß ist, hilft aber erfahrungsgemäß folgende Maßnahme: Werft das frisch geschnittene Gras von den Teichufern ins Wasser und verteilt es möglichst großflächig. Dies führt zum einen zu einer Beschattung, was den Algen schlecht bekommt (Fotosynthese wird eingeschränkt), zum zweiten wird daduch das Zooplankton zur Vermehrung angeregt (insbesondere Hüpferlinge), diese fressen sehr gern Zooplankton. Unterstützend kann man einen Besatz mit Silberkarpfen vornehmen (Filtrierer).

Allerdings bekämpft man mit beiden Maßnahmen nur die Symptome der Algenblüte (Nährstoffüberschuß), da die Nährstoffe dem Kreislauf nur kurzeitig entzogen und in den Silberkarpfen bzw. im Zooplankton gebunden werden. Nach dem Absterben des Zooplanktons bzw. wenn die Silberkarpfen kacken, kommen die Nährstoffe wieder zurück in den Kreislauf. Aber wie gesagt, an die Wurzel des Problems kommt man meist als kleiner Gewässerpächetr nicht heran, so daß kurzfristige Symptombekämpfung in der meist nur kurzen heißen Jahreszeit, wo das Problem am größten ist, doch besser ist, als garnichts zu unternehmen. Wenn sich das Wasser dann im Herbst abkühlt, erledigt sich das Problem von selbst.
 
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Das Problem der Eutrophierung eines Gewässers mit Planktonfressern (z.B Silberkarpfen, Marmorkarpfen) zu "bekämpfen" ist ein zweischneidiges Schwert. Je nach Größe und ggf. Sauerstoffeintrag (Zufluss?) des Gewässers und der enthaltenen Biomasse (Fischbestand) kommt es bei Überbesatz zu Sauerstoffmangel (z.B durch langanhaltene, geschlossene Eisdecke, wie wir das in den vergangenen Wintern hatten) und dann schnell zum Fischsterben. Dabei gehen dann auch die empfindlichen Edelfische wie der Zander und Aal mit hopps.

Also vorher einen Fachmann zu Rate ziehen und ggf. Bestandsermittlung durchführen bzw. wie bei euch der Fall, sollte der Bestand ja an Hand des relativ neuen Besatzes bekannt sein. Da gibt es bestimmte Werte welches Gewässer mit der entsprechenden Wasserquallität (Ph-Wert, Sauerstoffgehalt, Beschattung usw.) wieviel Fischbestand (Biomasse) verträgt.

Dann kommt es hoffentlich nicht zu solchen Bildern!!!;(;(;(
 

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Moin Moin Gemeinde.Hier schon mal danke für eure Antworten.Das Gewässer ist schon größer und auch teilweise ausgebaggert bis auf ca.3-4 m,hat einen ständigen Zulauf und Ablauf.Das Wasser ist schon geprüft und wir hatten früher kein Problem damit.Uns fehlen noch Wasserpflanzen und ganz wichtig die Wasserflöhe.
Deshalb noch mal meine Frage wo kann man diese in größerer Menge beziehen??? Nicht als lebendes Fischfutter aus der Zoohandlung.:dankeschoen::k050::daumen:
 
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Also daß man Wasserflöhe für seinen Fischteich kaufen und dann einsetzen kann, habe ich noch nicht gehört. Aber versuchs wirklich mal mit der Grasschnitt-Methode, das regt das Wachstum von Zooplankton tatsächlich stark an, wodurch das Phytoplankton (Algen) merklich reduziert wird. Habe ich schon oft in meinem Fischteich probiert.

Aber auch die Silbekarpfen sind recht nützlich bei der Algenbekämpfung. Das Aussticken dieser Fische im Winter ist meistens ein Problem des Überbesatzes und hat mit der Algenblüte oder den SiKa's selbst nichts zu tun. Natürlich darf man den Teich nicht mit diesen Fischen "zuknallen". Üblicherweise sollte der Besatz mit Silbarkarpfen als Beifisch nicht mehr als etwa 100 kg/ha betragen, wobei man beim Besatz einplanen muß, daß diese Fische bei günstigen Bedingungen stark und schnell wachsen, so daß man entweder von vornherein den Zuwachs mit einkalkulieren oder die abwachsenden Fische sukkzessive entnehmen muß (was bei einem reinen Angelteich aber recht schwierig werden kann!). Ich selbst habe mit den SiKa's nur gute Erfahrunge gemacht, kann sie beim Ablassen des Teiches aber auch jederzeit problemlos entnehmen. Schlecht ist nur, daß sie kaum sinnvoll zu verwerten sind - aber dafür sind sie ja auch nicht gedacht.
 
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Moin Moin Gemeinde.Hier schon mal danke für eure Antworten.Das Gewässer ist schon größer und auch teilweise ausgebaggert bis auf ca.3-4 m,hat einen ständigen Zulauf und Ablauf.Das Wasser ist schon geprüft und wir hatten früher kein Problem damit.Uns fehlen noch Wasserpflanzen und ganz wichtig die Wasserflöhe.Deshalb noch mal meine Frage wo kann man diese in größerer Menge beziehen??? Nicht als lebendes Fischfutter aus der Zoohandlung.:dankeschoen::k050::daumen:

Nochmal kurz auf dein Eingangsposting zurückzukommen. Wenn das Wasser im Sommer Grün ist, dann sollte das kein Problem sein. Gerade wenn ihr wie du jetzt geschrieben hast keine Wasserpflanzen habt, oder nicht ausreichend vorhanden sind wird das Wasser schnell grün. Sehr wichtig für eine gute Wasserqualität ist Schilf! Aber eigentlich siedeln sich Wasserpflanzen an jedem Gewässer relativ schnell von selber an.

Zu den Wasserflöhen: Ich habe noch nie gehört das man die in großen Mengen so wie du dir das vorstellst kaufen kann. Wasserflöhe sind auch in jedem Gewässer mehr oder weniger vertreten und auch die siedelns ich bei günstigen Bedingungen innerhalb von Wochen von alleine an. Allerdings gehen meine Beobachtungen in diese Richtung, je sauberer ein Gewässer desto weniger oder gar keine Wasserflöhe. Alte vermoderte stinkende und schnell erwärmende Tümpel sind ein Eldorado für Wasserflöhe.
Also wenn ihr bisher keine Wasserflöhe dort findet, deutet das meiner Meinung nach auf eine gute Wasserqualität hin. Selbst wenn ihr Wasserflöhe in großen Mengen bekommen würdet, dann wären die innerhalb kürzester Zeit aufgefressen und der nutzen wäre null.

Meine Empfehlung ist immer, so wenig wie möglich an ein Gewässer rumbasteln und es nicht versuchen besser wie die Natur zu machen.

AF
 
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Also ich gehe mal davon aus, dass in euerem Vereinsgewässer der Schlamm nicht mit einem Saugbagger entnommen wurde. Selbst beim Saugbaggern wird "umgerührt". Mit einem Schaufelbagger kann zwar auch Schlamm in gewissem Umfang entnommen werden, trotzdem wird dabei gehörig umgerührt. D.h., die oberste, im Abbau befindiche organische Schicht wird aufgebrochen, die mineralisierte Schicht darunter wird freigesetzt, wird aufgewirbelt und löst sich teilweise im Wasser. Bester Dünger für die Algenblüte. Das kann die Ursache der plötzlich extremen Algenblüte sein.
Wie schon gesagt: Sauerstoff, PH, Nitrat, Phosphat usw. - auch im Zufluss prüfen, Ursachen erforschen, wenn möglich abstellen. Wenn nicht: Fischbestand gewaltig reduzieren, evtl. Unterwasserpflanzen einbringen und auf Besserung hoffen. Wassserflöhe und Hüpferlinge in den Mengen, wie du sie brauchtest, wirst du wohl kaum auftreiben. Und vor allem wären die sofort ein gefundenes Fressen für die Fische.
Und besonders zu empfehlen: :k050: Einen Fachmann (Fischereibiologen) zuziehen, bevor du alles noch schlechter machst, als es ohnehin schon ist.

Servus, Südwind
 
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Hallo Südwind,

ich muß Dir (leider) schon wieder widersprechen. Fischbestand auf keinen Fall reduzieren, eher erhöhen. Vor allem Fische, die fleißig den Boden umgrubbern und damit dass Wasser eintrüben (Karpfen, Schleien). Wenn weniger Licht ins Wasser eindringt, kann sich das auf Photosynthese angewiesene Phytoplankton ("Algen") nicht mehr in dem Maße entwicklen.

Eine starke Algenblüte kann besonders im Spätsommer große Probleme bereiten. Das Wasser ist dann noch warm genug für ein üppiges Algenwachstum, die Tageslichtlänge nimmt aber gegenüber Juni/Juli schon deutlich ab. Am Tage produzieren die Algen dann überreichlich Sauerstoff, in der Nacht aber verbrauchen sie Sauerstoff, was bei intensiver Algenblüte zu extremen Schwankunge des O2-Gehaltes führt. Insbesondere in den Morgenstunden, kurz vorm Hellwerden kann der Sauerstoff dann für die Fische (zu) knapp werden, wenn die Nacht zu lang wird.
 
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Hallo Südwind,

ich muß Dir (leider) schon wieder widersprechen. Fischbestand auf keinen Fall reduzieren, eher erhöhen. Vor allem Fische, die fleißig den Boden umgrubbern und damit dass Wasser eintrüben (Karpfen, Schleien). Wenn weniger Licht ins Wasser eindringt, kann sich das auf Photosynthese angewiesene Phytoplankton ("Algen") nicht mehr in dem Maße entwicklen.

Eine starke Algenblüte kann besonders im Spätsommer große Probleme bereiten. Das Wasser ist dann noch warm genug für ein üppiges Algenwachstum, die Tageslichtlänge nimmt aber gegenüber Juni/Juli schon deutlich ab. Am Tage produzieren die Algen dann überreichlich Sauerstoff, in der Nacht aber verbrauchen sie Sauerstoff, was bei intensiver Algenblüte zu extremen Schwankunge des O2-Gehaltes führt. Insbesondere in den Morgenstunden, kurz vorm Hellwerden kann der Sauerstoff dann für die Fische (zu) knapp werden, wenn die Nacht zu lang wird.

Mmhhh......ich möchte dir da doch wiedersprechen. Ich bin ehrlich und von den ganzen ganzen chemischen, physikalischen und was weiß ich für Prozessen fehlt mir das Fachissen um da mitzudiskutieren. Bei mir sind es nur eigene Beobachtungen.
Ich möchte aber nochmal wiederholen das eine Algenblüte noch kein Grund zur Panik ist. Solange die nur im Sommer auftritt und dann ja auch bisher nur einmal vorgekommen ist, würde ich erstmal noch gar nichs machen.
Also das Schleie und vor allen Karpfen durch mehr Besatz das Problem lösen sollen das halte ich für ein Gerücht. Vielleicht hilft es wirklich wie du schreibst im Sommer gegen die Algenblüte (was ich aber anzweifle), aber spätestens im Winter kommt dann die Rechnung.
Die Karpfen verbrauchen den ganzen Sauerstoff und rühren dann im Winter noch schön den Untergrund um, so das das Sauerstoffreiche Wasser mit diesem Sauerstofflosen Wasserschlammix vermischt wird und dem Gewässer den garaus macht.
Sehr schön beobachten konnte man das vor ein paar Winter bei uns in der Umgebung. Alle Gewässer (vor allen DAV) mit einen großen Karpfenbestand sind umgekippt und tonnen von stinkenden Fischkadavern säumten die Ufer und Gewässer. In Seen die keinen oder nur einen kleinen Karpfenbestand hatten, ist nicht ein Gewässer umgekippt.

AF
 
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Hallo AF,

was Deine praktischen Beobachtungen im Winter betrifft, kann ich Dir nicht widersprechen. Ich gehe aber davon aus, daß das Gewässer, um das es hier geht, eine einigermaßen am natürlichen Ertrag orientierte Besatzdichte aufweist bzw. aufweisen soll. Dann dürfte ein Massensterben im Winter nicht auftreten, falls das Gewässer nicht durchfriert (also tief genug ist).

Häufig ist aber leider zu sehen, daß Angelgewässer (vor allem kleinere Teiche, die in Stadtnähe liegen und stark beangelt werden) jedes Frühjahr regelrecht mit Satzkarpfen zugepflastert werden. Dann sind die typischen Massensterben unterm Eis meist vorprogrammiert. Eine an den Zuwachs angepaßte Besatzdichte sollte bei Angelteichen (also ohne gezielte Zufütterung) nicht über 100 bis max. 200 kg/ha (Karpfen) liegen. In der Realität wird aber meistens das Vielfache von dem eingesetzt, was das Gewässer ernähren und erhalten kann, da ja schließlich "jeder zahlende Angler auch seinen Fisch fangen will" (sagt immer der Gewässerwart in unsrem Verein). Das hat aber mit Algen und so nichts zu tun.
 
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Moin Moin Gemeinde.Einen schönen Feierabend an alle die so schnell geantwortet haben.Ihr habt mir sehr geholfen in der Sache.Das Gewässer wurde komplet abgelassen,abgefischt und ausgebaggert.Inseln erneuert,Flachwasserzohnen und tiefe Stellen sind vorhanden wie auch genügend Schilfgürtel.Unterwasserpflanzen kommen noch,mit dem Rasenschnitt wird es wohl noch ne Weile dauern aber es wird probiert.:dankeschoen::daumen::dance4:
 
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@ Sei66
Ich kann nur wiederholen: Vorsicht mir Ferndiagnosen, Ursachenforschung vor Ort ist die Devise!
Im Prinzip widersprichtst Du mir nicht. Mit der Feststellung, dass Algen tagsüber Sauerstoff im Übermaß produzieren - auch das kann Fische schädigen!!!, nachts aber Sauerstoff abbauen - bis hin zum lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel für Fische, liegst du natürlich richtig. Um aber Algen zu reduzieren, hilft vorrangig nur Zooplankton. Das kann sich aber nur entwickeln, wenn es nicht von Fischen gefressen wird. Deshalb: Fischbestand reduzieren und warten, bis sich ein natürliches Gleichgewicht einstellt. Auch du stellst Überbesatz in Frage. Völlig zu Recht. Leider ist Überbesatz zu Gunsten der Angler die Regel. Die Zeiten, als nur der natürliche Ertrag eines Gewässers abgeschöpft wurde, sind längst vorbei. Ausgewogene Lebensräume mit sich angepasst und natürlich reproduzierenden Fischbeständen gibt es kaum noch. Die Krönung anglerischer und fischereilicher Fehlentwicklung sind die sog. "Forellenpuffs". Damit will ich niemand kritisieren, der dort angelt. Der übermäßige Fischbesatz in den Vereinen mit maßigen Fischen zum Gefallen der unbeherrschten Gierlinge - zu Lasten derer, die nur entnehmen was sie selbst verwerten, ist leider ähnliche gängige Praxis. Nicht nur der Kormorane wegen!:aerger:
Übrigens: Googeln unter "Zooplankton kaufen" - sowas gibt es scheinbar.

Servus, Herbert
 
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Danke Südwind,wir haben auch eine Seite im Internet gefunden wo sie nach kg verkauft werden.Doch alle Tipp's zusammen werden uns schon weiter helfen.Neuer Fischbestand ist natürlich auch besetzt.Nun warten wir mal etwas besseres Wetter ab und sehen was wir tun können.:arschabfrier::O
 
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