Sind die Gezeiten ausschlaggebend für den Fangerfolg?

Heiblu

Stammnaffe
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18 Mai 2019
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Moin,
habe mehrfach gelesen, dass die beste Zeit zum Angeln 2 Stunden vor bis 1 Stunde nach Hochwasser sein soll.
Ist das korrekt und trifft das auch zu, wenn man auf dem offenen Meer angelt?
Oder ist das dort egal?
Grüße aus dem sonnigen Itzehoe
Heiko
 
Eigentlich keine Frage für einen ü4000-Beiträge-User. :wink:
Im Wesentlichen hängt es davon ab, ob dann mehr Nahrung bewegt wird und meistens ist das so, wenn die Gezeiten (in dem Fall die Flut) Wassermassen auf die Küste drücken.
Bei Hochstand ist es auch meist nicht so gut und ohne Drift geht auch wenig. Alles in allem also auch sehr standort-, wetter- und strömungsabhängig.
 
Da wir immer 7-8 Stunden auf dem Wasser sind, hab ich mir da wenig Gedanken darüber gemacht.
Allerdings halte ich mich möglichst an die "Regel", beim Angeln im Tiefen mindestens von 2 Std vor bis 2 Std nach der Flut am Angelplatz zu sein, weil es dann bzgl der Strömung günstig ist und man weniger Gewicht braucht.
 
In meinem bevorzugten Revier habe ich nach 30 Jahren Angelei dort
nicht festgestellt, das die Gezeiten da einen großen Einfluß auf
die Fangerfolge haben.
Das mag aber in anderen Revieren durchaus eine Rolle spielen ! ?
Wenn man 10 Stunden täglich auf dem Wasser ist, macht man verschiedene
Gezeitenphasen ohnehin mit.
Aber wie geschrieben Unterschiede habe ich da nicht bemerkt, bzw. nicht
draufgeachtet.
Man kann es auch ganz pragmatisch sehen, woher sollen die Fische wissen,
wann Ebbe und Flut ist.
Die haben kein Internet und Gezeitentafeln hängen im Wasser auch nicht aus ! ?? :wink:
 
Je weiter Offshore und je weitläufiger das Gebiet, umso weniger sind die Fänge davon abhängig.
Bei auflaufenden Wasser wird das Futter vom offenen Meer an die "Prallwand" bzw. das erste Außenriff gedrückt; da geht es meiner Meinung schon nochmal wesentlich besser. PrimeTime sozusagen.

Manche Plätze funktionieren bei auflaufenden Wasser besser, manche bei ablaufenden. Je nachdem wo das Futter gerade hingedrückt wird. Und manche Plätze können strömungstechnisch nur um den Gezeitenwechsel befischt werden.

Hier mal 2 Beispiele aus unserem Stammrevier; Unterkunft liegt mitten im Sund, eine Richtung raus aufs offene Meer, eine Richtung rein in den Fjord. Vielleicht kannst du ja etwas für dein Revier adaptieren

Offshore: Wir fahren gut eine Stunde vor dem Niedrigwasser los (Fahrzeit ca. 1h 15min) um nach Möglichkeit das komplette auflaufende Wasser am Außenriff durchzufischen. Oft ist es dann so das es schleppend beginnt (ist aber perfekt um die Fische genauer zu lokalisieren) bevor es richtig los geht. Bei bzw. kurz nach Höchststand kehrt dann oft gespenstische Ruhe ein und nach 6 Stunden fischen kann der Rückweg angetreten werden

Sund/Fjord: direkt im Sund kann nur um den Gezeitenwechsel auf Dorsch gefischt werden (sonst hat man 8 - 9 Knoten Driftgeschwindigkeit). Wir fahren also rechtzeitig los damit wir mit langsam werdender Drift an den Angelplätzen auf Dorsch und Heilbutt sind. Nachdem die Strömung zu stark wird verlegen wir das Ganze auf die Sandplateaus im Grotsund bzw Fjord zum Buttangeln um dann wieder rechtzeitig bei wenig Strömung im Sund zu sein. Die Butte auf den Sandplateaus beißen dann oft gerade bei größtmöglicher Strömung. So können wir in unserem Gebiet Ebbe und Flut optimal nutzen.

Du siehst also das gerade Ebbe und Flut einen Tagesplan schon ganz gut beeinflussen können. So verrückte Sachen (bei guten Wetter) wie um 00:00 Uhr rauszufahren nur um das auflaufende Wasser mitzunehmen machen wir aber nicht mehr; da haben wir uns die Hörner schon abgestoßen. Nachtausfahrten kämen mir jetzt nur bei extremer Hitze oder bei schlechten Windverhältnissen in den Sinn, da der Wind nachts meistens etwas einschläft.

Nach Möglichkeit fischen wir also immer eine komplette Tide durch. Manchmal machen Wind und Wetter bzw. auch die Tageszeit einen Strich durch die Rechnung und man muss Angeln wenn sich ein Zeitfenster ergibt.
 
Wir sind im Juni/Juli hier.
Der Fjord (Akkarfjord) F25F54E8-D651-460C-A961-57D23D0B63A0.pngist maximal 3 Kilometer lang.
Gruß
Heiko
 
das wichtigste ist das man auch angeln kann!
in 2 urlauben erlebt das 2 auf dem boot richig gut gefangen haben , einer aber nicht.
auch angebotene köder von uns beiden anderen ergab keine änderung.
die tipps wollte er nicht annehmen.................
leider ist manchen leuten nicht zu helfen................
 
Also ich sehe zu, das ich kurz nach Höchststand am Steg bin, egal wie die Fische beißen und der einzige Grund ist, ich brauche den Tubben mit den Fischen nicht so hoch aus dem Boot auf den Steg zu hieven.😉
 
das wichtigste ist das man auch angeln kann!
in 2 urlauben erlebt das 2 auf dem boot richig gut gefangen haben , einer aber nicht.
auch angebotene köder von uns beiden anderen ergab keine änderung.
die tipps wollte er nicht annehmen.................
leider ist manchen leuten nicht zu helfen................
Hab ich auch schon mehrfach erlebt. Wir haben dem Nachbarboot die Pollacks und Dorsche direkt unter deren Boot mit Gummi weggefangen und obwohl wir denen am Tag zuvor gesagt haben, wie es geht und sie sogar mit Ködern ausgestattet haben, haben sie weiter gepilkt und mit 3 Mann nur 4 Fische gefangen.
 
Im Süßwasser kann es auch Einfluss haben. Ich bin immer gerne zu den Gemeinschaftsfischen am Hauptfehnkanal gefahren, das Strömungsangeln ist etwas komplett anderes wie unsere Kanäle und man braucht normalerweise über 10 Kg um vorne dabei zu sein. Vor ca. 10 Jahren konnte ich zu Beginn nicht einmal den 120g Futterkorb auf der anderen Seite am Platz halten. Ich fing ein paar Aale und eine gute Brasse, dann wurde das Emssperrwerk geschlossen und die Strömung war weg. Ich fing noch ein Rotauge, das war alles. Mein Kumpel fischte mit Winkelpicker, es war null Bewegung. Beim wiegen packte ich die Brasse und das Rotauge aus und es kamen Kommentare wie "endlich eine Brasse". Ich hatte mit den zwei Fischen 2100g und mit Abstand Platz 1, bei einem Angeln wo man sonst mit 10 Kg anfangen muss. Keine Strömung ergab fast keine Fänge an dem Tag und keine großen Brassen, außer meiner. Das zeigte gut wie wichtig an manchen Tagen die Strömung sein kann.

Was die Strömung im Meer macht wurde ja schon geschrieben. Du willst ja etwas Strecke machen, da hilft die Strömung. Sie bringt Nahrung mit sich, bei Stillstand kommt nichts zu futtern, geht es wieder los, dann wird an Meerengen auf das Futter gewartet. Und das sie Futter an bestimmten Stellen zusammenbringt hatte hecht99 auch schon geschrieben. Wir versuchen auch durchaus diese Zeit mitzunehmen, haben aber auch schon gehabt das es zu anderen Zeiten besser war. Ich kann mir aber heute gut vorstellen dass wir da nur am falschen Platz waren. Und wie hecht99 auch schon richtig geschrieben hat, je weiter raus Du fährst, um so weniger scheint es Einfluss zu haben. Da fehlen die Meerengen, die wie ein Trichter für die Nahrung wirken und da gibt es auch andere Ursachen für Strömungen, wie zum Beispiel beim Golfstrom.
 
Je weiter Offshore und je weitläufiger das Gebiet, umso weniger sind die Fänge davon abhängig.
Bei auflaufenden Wasser wird das Futter vom offenen Meer an die "Prallwand" bzw. das erste Außenriff gedrückt; da geht es meiner Meinung schon nochmal wesentlich besser. PrimeTime sozusagen.

Manche Plätze funktionieren bei auflaufenden Wasser besser, manche bei ablaufenden. Je nachdem wo das Futter gerade hingedrückt wird. Und manche Plätze können strömungstechnisch nur um den Gezeitenwechsel befischt werden.

Hier mal 2 Beispiele aus unserem Stammrevier; Unterkunft liegt mitten im Sund, eine Richtung raus aufs offene Meer, eine Richtung rein in den Fjord. Vielleicht kannst du ja etwas für dein Revier adaptieren

Offshore: Wir fahren gut eine Stunde vor dem Niedrigwasser los (Fahrzeit ca. 1h 15min) um nach Möglichkeit das komplette auflaufende Wasser am Außenriff durchzufischen. Oft ist es dann so das es schleppend beginnt (ist aber perfekt um die Fische genauer zu lokalisieren) bevor es richtig los geht. Bei bzw. kurz nach Höchststand kehrt dann oft gespenstische Ruhe ein und nach 6 Stunden fischen kann der Rückweg angetreten werden

Sund/Fjord: direkt im Sund kann nur um den Gezeitenwechsel auf Dorsch gefischt werden (sonst hat man 8 - 9 Knoten Driftgeschwindigkeit). Wir fahren also rechtzeitig los damit wir mit langsam werdender Drift an den Angelplätzen auf Dorsch und Heilbutt sind. Nachdem die Strömung zu stark wird verlegen wir das Ganze auf die Sandplateaus im Grotsund bzw Fjord zum Buttangeln um dann wieder rechtzeitig bei wenig Strömung im Sund zu sein. Die Butte auf den Sandplateaus beißen dann oft gerade bei größtmöglicher Strömung. So können wir in unserem Gebiet Ebbe und Flut optimal nutzen.

Du siehst also das gerade Ebbe und Flut einen Tagesplan schon ganz gut beeinflussen können. So verrückte Sachen (bei guten Wetter) wie um 00:00 Uhr rauszufahren nur um das auflaufende Wasser mitzunehmen machen wir aber nicht mehr; da haben wir uns die Hörner schon abgestoßen. Nachtausfahrten kämen mir jetzt nur bei extremer Hitze oder bei schlechten Windverhältnissen in den Sinn, da der Wind nachts meistens etwas einschläft.

Nach Möglichkeit fischen wir also immer eine komplette Tide durch. Manchmal machen Wind und Wetter bzw. auch die Tageszeit einen Strich durch die Rechnung und man muss Angeln wenn sich ein Zeitfenster ergibt.

Sehr gut beschrieben 👍

Hinzufügen kann ich zwei Beispiele:

Wir haben im Ausgang unseres Fjordes einen Spot, der bei ablaufendem Wasser top für Heilbutt sehr flach ist. Wie beschrieben wird dann hier Wasser hoch gedrückt. Bei auflaufendem Wasser ist der Platz selten lohnend.

Offshore ist windanfällig. Für die Guidings gehen wir fast nur nach Wind. Schlechte Angelei offshore ist meistens doch noch immer Klassen besser als inshore.
Anders gesagt: ein Riff hat ja zwei Seiten 🙂 die Strömungszugewandte Seite wird dann befischt. Am schlechtesten ist es oft wenn keine Bewegung im Wasser ist.

Allerdings hatten wir bei minimaler Drift auch schon beißaktive Phasen von Heilbutt. Bei den Burschen habe ich sowieso noch keine Abhängigkeit von Strömung, Drift und Wetter gefunden, die übergreifend immer Gültigkeit hätte.
 
"Offenes" Meer oder Fjord weniger, in Straumen definitiv JA, wobei hier egal ob Flut oder Ebbe, bestimmend ist die Fliessgeschwindigkeit
 
Beim Uferangeln gibt es Stellen, die aufgrund des Tiefenprofils oder der Strömung praktisch nur bei Flut oder Ebbe sinnvoll zu beangeln sind. Das heißt aber nicht, dass die Fische zu den anderen Zeiten nicht fressen würden, bloß „kommt man nicht hin“. Krass ist der Unterschied vor allem, wenn der Abhang zum Tiefwasser ein paar Meter draußen liegt: bei Ebbe kann man hinlaufen, bei Flut bleibt man am Tang hängen.
 
Vielleicht noch ergänzend zu dem was Hecht99 geschrieben hat und ich auch oft so erfahren habe.
Offshore habe ich wenig Unterschied festgestellt, nur die richtigen Seiten von „Wänden“ bei steigendem
und fallenden Wasser beachten. Dann gibt es aus meiner Erfahrung unterschiedliche Fjorde. Fjorde mit
wenig Strömung, weil sie durchgehend sehr breit sind. Dann Fjorde, an denen zum Eingang oder später
Straumen oder Sunde/Engstellen sind (z. B. einige bei Vikna und bei Leka). Da merkt man aus vielen Jahren Erfahrung
schon den Unterschied. Da gibt es ordentliche Strömungen, die immer den ganzen Fjord bewegen, da ist
es bei auflaufendem Wasser fast immer besser. Dann gibt es die Sunde und die Straumen, da ist aus
meiner Erfahrung auch immer der Beginn der Tide und die 1-2 Std. nach dem Kipp Punkt besser… natürlich
kann man auch bei ablaufendem Wasser was fangen, wenn z. B. große Fischschwärme da sind. Aber
speziell Pollack reagieren nahe am Ufer am besten bei steigendem Wasser.

Ein großer Faktor ist der Tidenhub/Tidenhöhe, der nach Neu- und Vollmond doppelt so hoch sein kann, wie 1 Woche vorher/nachher.
Das ist für mich die beste Zeit, in Gebieten mit Strömung, Sunden, Straumen. Ich kenne genug Angler, die danach ihren
Urlaub planen.

Zum Thema beste Zeit… Wenn ich sowieso den ganzen Tag 12-16 Std. mit dem Boot unterwegs bin, ist es fast egal.
Es sei denn man ist nicht nur offshore, sondern will halt Sunde oder strömende Bereich beangeln. Ganz und gar nicht
egal ist es, wenn man mit der besten Ehefrau von allen und oder Familie mit Kind unterwegs ist und dann jeden dritten
Tag nur 3-4 Std. Angelerlaubnis hat. Dann spielt die Wahl der besten Zeit schon eine große Rolle…😀
 
Was bei ablaufenden Wasser bei uns schon super funktionierte: Wenn mit Kelp bewachsene Felsen trocken fallen verlieren kleine Futterfische die Deckung -> Mit platzierten Würfen nah an die Kante haben wir so schon super Pollack gefangen, bei auflaufenden Wasser waren die Plätze tot.

Rotbarsch und Tiefsee funktioniert strömungsbedingt bei Stillstand am besten.

Für Butt steht für mich Strömung über allen
 
Was bei ablaufenden Wasser bei uns schon super funktionierte: Wenn mit Kelp bewachsene Felsen trocken fallen verlieren kleine Futterfische die Deckung -> Mit platzierten Würfen nah an die Kante haben wir so schon super Pollack gefangen, bei auflaufenden Wasser waren die Plätze tot.

Rotbarsch und Tiefsee funktioniert strömungsbedingt bei Stillstand am besten.

Für Butt steht für mich Strömung über allen
Exakt gleiches Phänomen kenne ich beim Wurfangeln auf Mefo bei uns..... Bei ablaufend Wasser fällt Blasentang an den Felsen trocken und Flohkrebse flüchten in tiefere Schichten. Die Mefos patrouillieren dann extrem Nähe der Klippen.
 
Ich kann hier nur für das Warmwasser sprechen, aber ja, dort sind die Gezeiten sehr wichtig.

Manche Fische mögen sie, manche nicht, daher muss man auch auf die Gezeiten aufpassen.

Da ich nicht auf alle Fische eingehen kann gebe ich mal ein Beispiel zu jeder Zeit:


Flut: Lieben False Albacore, vor allem wenn sie zu "laufen" beginnt und dann auch schon beim Absinken spürbar ist.

Ebbe: Lieben große Brassen wie Zahnbrassen, welche dann aus dem Tiefen kommen und die unachtsamen Fische, welche gegen das fallende Wasser richtung Flachbereich stehen, wegschnappen.

Stillstand: Lieben Barrakudas, welche man meist nur bei Höchst/Tiefststand fängt. Dann kommen sie auf einmal aus dem Tiefen und jagen aktiv an der Kante und tlw auch in flacherem Wasser.
 
Ich denke das kommt auf die Region und die Fischart an.
Die letzten Jahre haben wir auf Leka;Vega und Vandve die Pollack am besten bei Ebbe gefangen.
Dem Butt war das auch egal.
Ob es beim Dorsch besser bei Flut war kann ich auch nicht unbedingt sagen!
Wir waren auch auf Inseln. Vielleicht macht sich da mehr am Festland bemerkbar?
 
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