Rosfjord - verdammt lange her

ELFIE

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1 Januar 2007
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Troisdorf
Hallo Leute,

unser Tripp nach Hausvik im Juli - mensch das ist ja fast schon nicht mehr wahr, hab so viel umme Ohren, dass ich erst jetzt daziu komme---wofür sind die langen Zugfahrten schon gut?

Also: Es ist an der Zeit, Euch von unserem Rossfjord Trip Ende Juni zu berichten. Die meisten Berichte beginnen ja dann damit, dass die relativ unspektakuläre Anfahrt nach Dänemark und die ruhige Überfahrt usw. beschrieben werden, um dann endlich auf den spannenden Teil (die Angelei) zu kommen.
Ich für mein Teil muß meine Schilderung mit dem aufregenden Teil, der Anfahrt, beginnen und dann die spektakuläre Überfahrt beschreiben, um letztlich endlich über eine ruhige und unspektakuläre Angelei zu berichten:
Fangen wir bei den Vorbereitungen an. Alles ganz harmlos, das ganze Gerödel liegt noch vom März-Trip fertig gepackt in der Garage und die natürlich dringend erforderliche Ergänzung der ohnehin umfangreichen Ausrüstung (man weiß ja nie) ist langfristig geplant. Nur die Pilker von Speedy wollen einfach nicht kommen……
Der Tag der Abreise beginnt dann mit einem Knaller: Nach der Arbeit kurz den Wagen beladen und dann erstmal nach Düsseldorf zum Genesis-Konzert. Spitze. Nur stellt sich – virusbedingt – die volle Rockkonzert-Stimmung bei mir nicht ein, man ist halt mit den Gedanken woanders….Dann zurück, den Rest der Familie abgeholt und los nach Norge. Unterwegs dann technischer Halt in Hamburg (Michael ist doch tatsächlich um 3 Uhr morgens zum Treffpunkt rausgefahren, um uns noch die bestellten Speedy-Pilker mitzugeben – wir sind platt, so´n Service!). Dann Weiterfahrt nach Dänemark in den Sonnenaufgang hinein…die neue Genesis CD im Player, stark.
Bei der Ankunft in Hanstholm dann spontane Ernüchterung unter den potentiellen Grüngesichtern der Truppe: Der nächste Hammer: Riesige Wellen brechen sich über der Roshage-Mole („aber auf´m Schiff merkste datt nit so“) - irgenwie muß man ja die Leute beruhigen, wenn auch nur mit kurzer Wirkung….Also im Hafen eingereiht und der Fähre von Color Line beim Verladen und Auslaufen zusehen, in der Zwischenzeit im ganzen Hafen Vaters Hörgerät gesucht (das am Ende doch im Auto liegt) und auf die schnelle Katze warten…
Die Cat kommt dann auch mit einiger Verspätung und während wir auf die Abfertigung warten, gondelt die Color-Fähre nach nur 20 min wieder stark schwankend in den Hafen und bleibt dort am Kai liegen (Oh Gott). Wir also auf die Cat und gleich oben ans Buffet…wo uns die freundliche Stimme des Kapitäns rät, sobald wie möglich zu essen, weil es erst danach losgeht und man während der Fahrt wegen der Wellen doch besser sitzen bleiben sollte. Von der verdoppelten Fahrzeit und den überall in großen Mengen bereitgestellten Tüten mal abgesehen („habt Ihr Eure Super-Pepps eigentlich eingeschmissen“?)…war sonst eigentlich alles noch o.K.
Die Fahrt selbst wird dann ein super Anschauungsunterricht in Sachen Seefahrt: Die Cat liegt gut in der Welle (wörtlich zu nehmen, denn die schwappt ständig über das Dach weg und der Horizont ist meist nicht zu sehen, nur eine Wasserwand), die Welle ist aber auch öfter mal unter der Cat und klatscht zwischen den Rümpfen gegen den Boden, sehr zur Freude der Passagiere (aufgerissene Augen, aschfahle Gesichter)…Ach ja: Oben bei uns sind nur wenige Leute und das ist ein Glück, der säuerliche Geruch erreicht uns so erst später – ich habe mich „unten“ in den Sitzreihen aber aus Haltungsgründen nicht umgeschaut. Der Service ist spitze, die netten Stewards bringen uns allen zunächst viel Lakritz und holen dann im halbstündigen Rhythmus überall die vollgekotzten Tüten ab. Nach 2 Std. haben sich einige Gesichter dann weiterverfärbt (Loriot würde von einem grau-grün-blau reden, mit braun). Ein armer Kerl gar macht Geräusche, als würde er ohne Narkose operiert – was dann den ein oder anderen nachhaltig beeindruckt und zum spontanen Test der Reißfestigkeit der Papiertüten veranlasst. Aber nach 3 ½ Stunden endet dann der spannendste Teil der Reise mit der Ankunft in Kristiansand, wo sich dann spontan bei allen „Seefahrern“ die Gesichtsfarbe in Richtung rosa ändert und Kaffeedurst einstellt! (Schade leider habe ich keine Bilder von der Fahrt, aber ich habe nicht den Mut gehabt aufzustehen, ans Fenster zu gehen und Photos zu schießen – ich weiß: Beckenrandschwimmer…).
Nach der Ankunft dann (wir sind ja dank Super-Pepp fit wie´n Turnschuh) direkt weiter nach Mandal, wo es erstmal leckere warme Fischfrikadellen (für´n holen Zahn) gibt und der Grundstock an Rejern eingekauft wird.
Am Rosfjord dann endlich angekommen, ausgepackt, ein paar Ruten mit, gleich bei super Wetter rauf auf´s Boot. Gleich ein paar Portionsköhler gefangen, zurück, die Räucherkiste an und ein voluminöses spitzen Abendbrot genossen, dass den Rahmen jeder Schiffskombüse sprengt. Eingeschlafen und ständig wach geworden von dem Geschaukel, das noch immer in den Beinen und im Kopf herrscht.
Am Sonntag dann – endlich – der herbeigesehnte Regen, der uns die übrigen Urlaubstage dann glücklicherweise erhalten bleibt (echter Südnorge-Kontiregen) und uns so hilft, Sonnencreme zu sparen.
In einer trockenen Stunde dann raus an den Leuchtturm vor dem Fort, bei 60-80m Leng und Pollack auf Rejer und Köhlerfilets gefangen und auch den erhofften Pollack an der Pose. Alle zufrieden, Riesen-Fischbuffet vertreibt den Frust und macht Lust auf den nächsten Tag: Sturzbäche, Wolkenbruch, Ofen anmachen – weil: Die Frauen frieren.
Danach noch eine Reihe schöner Stunden am Fjord, langwierige Suche nach Makrelen (mit und ohne Harpe), viele kleine Pollack und Köhler, ein paar Küchenleng …aber immer ne volle Pfanne und die Räucherkiste steht nicht still, denn 6 Leute putzen schon was weg. Und immer wieder die leckeren Rejer…ein Traum.
Gegen Urlaubsende dann überraschter Blick in die Kühltruhe, prima, da haben wir ja noch viel Platz in den Fischkisten, also mehrere große Pakete mit Rejern zum Traumpreis eingepackt.
Am letzten Tag dann Packen des Angelgerätes und Boot sauber machen….klar bei Regen! Tja und da stehen doch tatsächlich die Kids von nebenan auf dem Steg, werfen mit Makrelensystemen um sich und fangen einen Pollack nach dem anderen…“et es wie et es“.
Die Rückfahrt dann ist dafür ganz gemütlich und regnerisch, und ich glaube, ich habe mir auf der Rückfahrt einen neuen Virus geholt, denn: Unser Urlaub in Fehmarn 2 Wochen später geht so weiter wie es in Norge endete. Nur ist diesmal noch mehr Wasser da, wir haben schon mal Windstärke 9 und 12 Grad, beim Fahrradfahren oft nen nassen A…, geradezu klassischen Krautgang in der Brandung, überall viele Krebse, die uns beim Frischetest der Wattwürmer behilflich sind..aber dafür ist ja Ende Juli in Burg immer Weinfest…..Dann kann man auch verkraften, wenn es auf´m Kutter in Heiligenhafen nicht so richtig klappen will (ich bedaure all die Jungs, die da gar keinen Dorsch gefangen haben).
So Leute, das war´s erstmal, ach so die Bilder: Alles Grau-Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit so komischen Fäden drauf, nix zum Zeigen im Board.

Dieses Jahr war nicht unser Jahr!

Haltet die Ohren steif und bis bald

ELFIE
 
tja, auch so kann norge mal sein 8o , aber super geschrieben dein bericht
Hoffe, das wir im okt verschont bleiben vor soviel regen und auch wind.
 
danke für denn bericht :baby: schade das es nichts mit bilder geworden ist;( mir fällt auf das immer mehr nicht mit der fischerei zufrieden sind :( hoffentlich ist das nicht der trend 8o
 
Danke für die Zeit die du dir genommen hast um den Bericht zu schreiben,
hab ihn mit viel Freude gelesen, weil du locker beschrieben hast wie halt das Leben so läuft, und wie man trotzdem gut damit umgehen kann.

Grüße
Lance
 
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