Reisebericht Andamanen Februar 2026

Sassone

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Hannover
Moin,
wie angekündigt folgte hier ein kleiner Reisebereicht zu unserer Andamanen Tour. Wir, das sind Dennis, Marcel, Gunnar und ich.
An diesem Punkt nochmal vielen Dank an Dennis für die viele Zeit und die Arbeit, die er in die Planung der Reise gesteckt hat.

Nach einem Angeltrip nach Madagaskar (Radama Resort) sollte es diesmal ein anderes Revier sein und als ich gefragt wurde, ob ich mir die Andamanen vorrstellen könne, war für mich sofort klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen kann.

Somait buchten wir 7 Tage bei "Andaman Angler", davon sechs Tage Fischen, drei rund um die Hauptinsel, drei auf den little Andamans.
Da Port Blair (Hauptstadt der Andamanen) nur über einen "domestic airport" verfügt, war klar dass die Anreise etwas komplizierter werden würde. So buchten wir, nachdem wir unzählige Alternativen durchgespielt hatten, Emirates Flüge von Frankfurt nach Dubai und weiter nach Chennai. Von dort ging es weiter mit "Indigo" nach Port Blair.

So kamen wir am Sonntag Abend am Frankfurter Flughafen an, checkten im Hotel dort ein und am nächsten Morgen ging es dann endlich (mit zwei vollen Rutenrohren und vier Koffern voller Tackle) los. Nach zwei angenehmen Flügen erreichten wir dann am Folgetag gegen 02:00 Uhr Ortszeit Chennai. Dort mussten wir dann erstmal den kompletten Immigration Prozess durchlaufen, das Gepäck abholen (zu Glück kam alles an, das sollte dann auch auf allen weiteren Flügen funktionieren), das Gepäck neu aufgeben und den CheckIn für Indigo durchführen. Wir hatten sechs Stunden Aufenthalt in Chennai, aber weniger wäre für dieses Prozedere auch knapp geworden.
Um 07 Uhr ging es dann endlich weiter.
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Nach dem in Indien offenbar üblichen bürokratischen Spießrutenlauf am Zielflughafen, wurden wir dann von zwei Taxen abgeholt und ins Guesthouse gefahren. Dort haben wir erstmal die Zimmer bezogen und ein paar Stunden des verpassten Schlafes der letzten 24 Stunden nachgeholt.
Abends kam dann noch der Veranstalter und Guide (Akshay) rüber, es gab ein kurzes Kennenlernen und eine Einweisung in die Fischerei der nächsten Tage, Ruten wurden aufgetackelt, Knoten gebunden, Abendessen und dann ab ins Bett, denn am Mittwoch sollte es um 06:30 Uhr losgehen.
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Blick aus dem Guesthouse
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Hafen von Port Blair

Das Boot liegt ca. 5 Gehminutenvom Guesthouse entfernt und bietet ausreichend Platz für 4 Angler. Gegen sieben trugen uns dann 2x 250 PS zugig an die Südspitze der Hauptinsel wo dann nach ca. einer Stunde Fahrt endlich die ersten Köder auf dem Wasser aufschlugen.
Die ersten Driften brachten nur ein paar zögerliche Bisse, vermutlich die allgegenwärtigen Hornhechte. Gunner konnte einen von denen dann auf einen Stickbait haken und so kam der erste Fisch der Tour aufs Boot.
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Dann folgten mehrere GT, zwei davon über 20KG, sowie ein vernüftiger Bohar Snapper.
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Wir hatten an dem Tag eine sehr hohe Fehbissquote, das wurde die folgenden Tage dann glücklicherweise deutlich besser.
Nach der Rückfahrt gab es dann ein sehr schmackhaftes indisches Abendessen im Guesthouse und alle fielen zeitig ins Bett.

Am zweiten Angeltag hatte der Wind deutlich aufgefrischt und so fuhr uns Akshay westlich raus in der Windschatten der Insel Havelock. Dort war es dann trotz starker Drift und Strömung fischbar und wieder kamen schöne GT ins Boot.
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Das Highlight des Tages sollte jedoch der Dogtooth Tuna von Gunner sein, der seinen Stickbait spektakulär wenige Meter vom Boot entfernt von der Oberfläche attackierte. Nach einem eben so spektakulären Drill kam dieser dann ins Boot und am Folgetag konnten wir ihn zum Abendessen genießen.
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Der dritte Angeltag begrüßte uns mit noch weiter aufgefrischtem Wind, nach einer kurzen Fahrt aus dem Hafen heraus ins offene Meer kämpten wir uns über bis zu 3 Meter hohe Wellen und nach wenigen Minuten trafen wir mit dem Guide die Entscheidung, das Angeln heute ausfallen zu lassen.
So bestellte man uns dann Taxen und TukTuks ins Guesthouse und wir verbrachten den Tag mit Sightseeing.
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Die Andamenen verfügen über unzählige bewohnte und unbewohnte Inseln, teilweise mit wunderschönen, kilometerlanger Stränden. Nur gibt es hier auch eine gesunde Population an Salzwasserkrokodilen und so wird vom Baden dringend abgeraten und die Strände werden wohl auch in Zukunft menschenleer bleiben.

Teil 2 folgt.....
 
Am vierter Angeltag sollte es dann auf die "little Andamans" gehen, wo wir zwei Nächte bleiben würden.
Der Wind hatte nachgelassen und so fuhren wir zügig Richtung Süden.
Die Angelei begann äußerst vielversprechend, an einem der ersten Stops hatten wir auch gleich einen Triple GT Drill. Leider wurden gegen Nachmittag die Bisse weniger aber es kamen trotzdem einige schöne Fische ins Boot. Dennis hakte einen ca. 1,5 Meter (vermutlich) Seidenhai auf Popper, bei der Landung brach leider das Vorfach und der Hai verschwand mit einem 90 EUR Popper im Maul in der Tiefe.
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Die zwei Nächte verbrachten wir dann in einem sehr einfachen Guesthouse, quasi mitten im Dschungel. Das Essen dort war lecker, aber der ein oder andere hatte dann doch die nächsten Tage mit Magen Darm Problemen zu kämpfen. In Zukunft würde ich dort etwas weniger expirimentierfreudig mit den indischen Küche sein und es abends bei Pommes o.ä. belassen.

Der fünfte Angeltag begrüßte uns mit Windstille und spiegelglatter See. Bei der Ausfahrt türmten sich dann über dem Wasser dunkle Wolken auf, es wurde schlagartig kälter, es fing an zu Regnen und plötzlich zog ein Sturm auf.
Daher musste das geplante Jigging ausfallen und wir blieben mehrere Stunden im Windschatten einer kleinen Insel, wo leider fischmäßig, außer ein paar Hornhechtbissen, nicht viel passierte.
Als es wieder aufklarte konnten noch ein paar mittlere GT gefangen werden, beim Jiggen gingen dazu noch ein paar kleine Dogtooth Tuna und Bluefin Trevallys und Amberjacks ans Band. Durch den Sturm verloren wir dann am Ende leider mehrere Stunden Angelzeit.

Magendarmmäßig leider etwas angeschlagen, aber hoch motiviert, starteten wir dann in den letzten Angeltag. Wir würden und Richtung Norden von little Andaman noch Port Blair zurückfischen.
Das Wetter war an diesem Tag fast perfekt, leichter Wind, kaum Welle.

Bei Jiggen gab es zwar keine spektakulären Größen, dafür jedoch eine bunte Vielfalt an Fischen.
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Marcel dominierte den Tag das Feld mit seinem Popper und fing mehrere GT und auch einen mittleren Dogtooth Tuna, leider war kein Ausnahmefisch dabei.
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Das Highlight war jedoch die "Deckhand", die die ganze Zeit, während wir die großen Köder in die Andrift warfen, in der Abdrift mit einer Light Jigging Rute und einem Mini Jig schöne Moontail Snapper fing, Auf einmal war die Rute richtig krumm, die 5000er Stradic kam an ihre Grenzen und nach längerem Drill, durchbrach ein weiterer schöner Dogtooth die Wasseroberfläche.
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Abends ging es dann in den Hafen, das Tackle wurde ins Guesthouse gebracht, die Ruten abgebaut, ein letztes indischen Abendessen genossen und am Folgetag sollte es nach Hause gehen.

Mein Fazit:
Der komplette Aufenthalt war durch Andaman Angler top durchorganisiert. Der Guide versteht sein Handwerk zu 100%, alle an Board war super hilfsbereit.
Auch die Fänge waren super und standen denen auf Madagaskar in nichts nach.
Die Unterkunft in Port Blair war einfach, aber vollkommend ausreichend. Die auf den little Andamans hätte sicher ein kleines Upgrade vertragen, war aber für zwei Nächte auch soweit ok.
Wir waren uns am Ende alle einig, dass wir diesen Trip nochmal buchen würden und auch werden.

Gefischt wurden
Popperruten (HeartyRise, Hots, Zenaq) PE8 mit 14000er Shimanos,
Stickbait Ruten (Yamaga Blanks, Hearty Rise) PE6 mit 14000er Shimanos
Jiggingruten (Tenryu, Tailwalk, Shimano) PE5 mit 8000er bis 10000 Rollen

Wir fingen auf unterschiedliche Stickbaits, Poppper (überwiegend Malosis) und JIgs zwischen 150 und 250g.

Ich persönlich fischte u.a. den Westin Swim SW, dessen Laufverhalten mich sehr positiv überrasche und auf den ich schöne Fische fangen konnte. Erste Zweifel über die Haltbarkeit waren nach dem ersten 15kg GT aus der Welt geräumt.
Auch experimentierte ich mit einem Natureboys Tetsuwan VIB 60g, der ebenfalls viele Fische und unterschiedliche Arten brachte.

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Falls es Fragen zum Reiseziel gibt, gerne her damit...

Gruss Alex
 
Toller Beitrag, danke dafür.
Kannst du noch etwas zu den Kosten schreiben.
Gruß Chris
 
Hi Alex

Danke für den Bericht steigert die Vorfreude für uns geht es morgen früh los Richtung Port Blair

Petri zu den tollen Fängen Schaun wir mal wie es bei uns läuft

LG Volker
 
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