Ostfriesen auf Tysnes - Livebericht

Dieses Thema im Forum "Reiseberichte Westnorwegen" wurde erstellt von Ostfriesenaal, 10. September 2019.

  1. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Moin liebe Hobbyfischer!

    Auch heute möchte ich berichten und darf vermelden, der erste Fisch wurde gelandet.
    Doch bevor ich von Fängen berichte, fange ich wie gewohnt beim vorherigen Abend an. Denn auch gestern sind wir keine Schneider geblieben. Die Maus hat sich in die Falle verirrt. Allerdings hatte sie vorher schon unsere Mehltüte angeknabbert (war wohl eine vorschnelle Rache) und eine kleine Sauerrei in der Schublade verursacht. Nun bleibt nur zu hoffen, dass unser Mäuserich keine Verwandschaft hatte, die zum Leichenschmaus vorbeischneit.
    Ansonsten verlief der Abend wie gewohnt bei einem Hopfencocktail, wenn auch mit einem etwas früheren Ende, denn um 6 Uhr klingelte der Wecker. Zum Glück hatte ich mich gestern freiwillig für den Frühstücksdienst am Ausfalltag gemeldet, denn sonst hätte ich noch früher aufstehen müssen. Nach einer soliden Stärkung war um 7:30 Uhr Abfahrt (es waren alle ein wenig trandösig - vielleicht durch die Müdigkeit, denn sonst wären wir früher losgekommen).
    Um die Insel Sandoy versuchten wir, ein paar Makrelen zu fangen. Aber nur mit einigen Schwierigkeiten sammelten wir eine Handvoll der Minithunfische pro Boot und dann ging es los weiter südlich von Sandoy, Dort hatten wir kaum Drift und leider noch wenige Bisse. Wir probierten dort mit Naturköder verschiedene Ecken aus, aber außer zwei Knurrhähnen und einem Flügelbutt blieb es ruhig an unseren Ruten. Da ich aber gelesen hatte, dass im Lukksund eine kräftige Strömung vorherrscht, beschlossen wir, einen Platzwechsel. Damit hatten wir scheinbar die richtige Entscheidung getroffen, denn es dauerte nicht lange, bis unser Smootje den ersten Leng landen konnte. Etwas später legte Schlummer nach. Erst fing er einen schönen und dann einen lütjen Leng.Zuletzt konnte der Vize noch einen weiteren der langen Fische verhaften.
    Da die drei heute auf dem gleich Boot waren, war es für uns auf dem anderen Boot direkt daneben etwas deprimierend. Aber da wird morgen nachgelegt!
    Um 16 Uhr etwa liefen wir wieder im Hafen ein. Richtig zufrieden sind wir noch nicht mit den Fängen, aber wie heißt es so schön: Kommt Zeit, kommt Fisch!
    Nach dem obligatorischen Filetieren, gab es heute die frischen Fänge aus der Pfanne mit einer selbst gekochten Dill-Senf-Soße und BRatkartoffeln. Ein wahrer Gaumenschmauß und sogar besser als die gestrige Lachs-Sahne-Soße! So vollgestopft und nach der Dusche auch nicht mehr so nach Fisch riechend, sitze ich mal wieder hier vor der Flimmerkiste. Mit Fotos werde ich übrigens wohl erstmorgen starten. Wegen des wiederkehrenden Regens ließen wir die Kamera zurück. Morgen soll das Wetter aber besser sein.

    So viel zum heutigen Tag!
    Da ich etwas müde bin, fehlt etwas der Elan beim Tippen. Behaltet also alle Rechtschreibfehler ;-)

    @MAIK: Vielen Dank für die Tipps! Wir werden die morgen wohl umsetzen ;-)
     
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  2. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Moin interessierte Leser und alle zufälligen Besucher!

    Hatte ich euch eigentlich schon von der Schnapsidee erzählt, die wir schon auf der Fähre hatten? Irgendjemand bekam den Gedanken, dass der erste, der hier metert, ein kurzes Bad im Fjord nehmen muss. Kurze Zeit später hieß es dann, jeder der metert, muss zumindest knietief in den Fjord stapfen. Das sorgte schon für einige Sprüche (und ich vermute auch gezitter, wenn es an der Rute zog) und wir gönnen uns allen umso mehr die dicken Fische (ja, wir sind ein klein wenig gehässig ;-D ). Aber noch durfte keiner ins kühle Wasser.

    Kommen wir wieder zum heutigen Update!
    Der gestrige Abend verlief recht unspektakulär und alle sind totmüde schon um 10 Uhr ins Bett gefallen. Vielleicht sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass unsere Maus ein einsames Grab hatte. Es gesellten sich keine weiteren der Pelzträger dazu.
    Heute morgen ging es wieder früh raus. Wie gestern fuhren wir zuerst zur Nordseite von Sandoy, wo wir unsere Makrelen fingen. Gerade als wir zum Schluss kamen und genug Makrelen zum Verködern in der Kiste hatten (was heute deutlich schneller und leichter ging als gestern), hatte ich einen kräftigen Einschlag im Makrelengeschirr und auch das gewwohnte zittern, das man beim Makrelenfangen stets spürt, blieb aus. Nach kurzem Drill ersschien ein schöner Küchenpollack an der Oberfläche und uns war gleich klar, was wir nun zu tun hatten: Gummis an die Ruten und ab ins Nass!
    Kaum kamen die Kunstfische in Grundnähe, biss auch schon ein Fisch (zumindest bei den beiden, die einen Pinken SG Sandaal dran hatten). Das dauerte keine Stunde, da waren 10 Pollacks und ein Köhler inhaftiert. So sollte das laufen! Leider wurde dann die Drift zu kräftig und wir kamen nicht mehr in die interessanten Tiefen, sonst hätte wir da den ganzen Tag bleiben können....
    Zusätzlich konnten wir auch ein wenig Sonne tanken, denn endlich schien die vermisste Himmelsscheibe und offenbarte uns die ganze Schönheit dieser Region. Bisher konnten wir zum Beispiel die schneebedeckten Gipfel der Berge um uns herum nicht sehen, doch das änderte sich spektakulär. Nichts hatte mir in Hitra mehr gefehlt, als so eine Aussicht!
    Zurück zur Fischerei: Uns zog es wieder in den Lukksund und dort versenkten wir die Flattermakrelen. Der erste Leng meldete sich schnell und wir konnten einige weitere tolle Fänge verbuchen. Auch auf dem anderen Boot tat sich einiges, denn plötzlich brüllte uns der Präsi rüber: "Ich muss heute in den Fjord!".
    Wir wussten gar nicht, worüber wir uns mehr freuen sollten - den tollen Fisch oder einen quiekender Präsi ;-)
    Um halb vier beendeten wir unsere Ausfahrt und werteten die Fänge aus. Neben einigen übrig gebliebenden Makrelen, einem Knurrhahn fingen wir auch zwei Köhler 5 wirklich schöne Lengs sowie etwa 15 Pollacks (jeder gibt mir hier eine andere Zahl durch...und die wird auch immer größer :-D ). Außerdem mussten wir feststellen, dass der Präsi wahre Maßarbeit geleistet hatte. Mit genau 99cm (und den Leng habe ich wirklich lang gezogen) entging er seinem eiskalten Bad aber wirklich nur um haaresbreite (der Mistsack)!
    Nach der Fischverarbeitung bekamen wir wieder ein köstliches Mahl von unserem Smootje vorgesetzt. Heute gab es Bami Gureng und es wurde gefuttert, bis man uns nur noch rollen konnte.
    Damit sind wir wiedermal beim Jetzt und das nächste Update erfolgt morgen.
    Bis dahin ein dickes Petri an alle!

    @Nordkind: Danke für die Info! Aktuell hoffen wir, weitere Ausfalltage meiden zu können, aber sonst werden wir da fangen ;-)
     
  3. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Ich hatte ja versprochen, ein paar Bilder hochzuladen. Bilder mit Personen folgen, wenn ich von allen ihr OK bekommen habe. Das habe ich heute verbaselt und nun pennen die anderen schon alle.

    Die ersten drei Bilder sind an den letzten beiden Tagen vom Haus aufgenommen worden. Man erkennt das Mistwetter ;-)

    Die folgenden drei zeigen verschiedene Sichten vom Fjord auf unser Haus (ich bin total angetan von dieser riesen Felswand, die sich da direkt hinter unserem Schlafplatz auftut. Das ist wirklich imposant).

    Dann kommen zwei Bilder mit der Landschaft und eines von unserem Boot (das letzte ist von unserer Wohnung heute. Der Unterschied mit den vorherigen bei Regen ist enorm).

    Die letzten beiden zeigen uneren heutigen Fang. Wir sind ganz zufrieden.

    DSCI1185.JPG DSCI1197.JPG DSCI1199.JPG DSCI1201.JPG DSCI1226.JPG DSCI1241.JPG DSCI1204.JPG DSCI1209.JPG IMG_20190917_160504.jpg DSCI1236.JPG IMG_20190917_153424.jpg
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. September 2019
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  4. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Moin Norwegenfans!

    Vorab: Neben mir sitzt ein mit den Zähnen klappernder Schlummer, der, obwohl frisch aus dem Fjord, grinst wie ein Honigkuchenpferd. Aber dazu gleich mehr ;-)

    Heute morgen haben der Vize und ich erstmal ein feines Frühstück mit Spiegeleiern und Schinkenwürfel gezaubert. Schließlich muss vor großen Fängen eine gute Stärkung stattfinden. Danach ging es einmal mehr raus auf den Fjord. Gezielt hielten wir auf die Stellen zu, an denen wir am Vortag noch problemlos Makrelen überlisten konnten, doch heute hatten sie sich wirklich rar gemacht. Es dauerte mehr als 90 Mnuten, bis wir endlich einen Schwarm auftrieben und von 5 Exemplaren auf mehr als 20 Stück erhöhten. Auf Gummifisch ließ sich zu dem Zeitpunkt leider kein Flossenträger verführen und nach einigen Versuchen und Spotwechseln, schipperten wir zum Lukksund, um wieder die Lengs zu bejagen. Da war die erste Drift absolut gigantisch.
    In meinem Boot, zusammen mit dem Präsi und unserem Smootje, hatten wir gleichzeitig Bisse und starteten unsere Drills. Leider gab es zwei Aussteiger und nur ein solider Leng bei 80cm besuchte uns im Boot. Bei den anderen ging es besser. Die landeteten in kaum 10 Minuten zwei Lengs, die im 90cm Bereich waren und dann brach bei denen ein lautes Siegesgebrüll los, das vom Fjord wiederhallte. Ein 110cm Leng schnupperte Morgenluft. Wir konnten unsere (Schaden)freude kaum unterdrücken :-D
    Mir hopste dann noch ein weiterer großer Fisch vom Haken, aber es sind ja immer die Fische die Größten, die wir nicht kriegen ;-)
    Leider war es nach einer Stunde schon wieder vorbei und die agressiven Bisse, die wir vorher wiederholt erlebten, blieben aus. Im Laufe der folgenden ein oder zwei Stunden konnten wir zwar noch den einen oder anderen Leng verhaften, doch es wurde zäher.
    Irgendwann hatten wir keine Lust mehr und beschlossen, es wieder mit den Gummis zu probieren, die uns am Tag zuvor zu so viel Erfolg verhalfen. Doch als diese nichts anderes als einen mikrigen Dorsch brachten, fuhren wir wieder in den Hafen.
    Zuerst wurden die meterverdächtigen Fische begutachtet und entschieden, dass Schlummer nicht um seine Abkühlung herumkam, wie es der Präsi am Tag zuvor getan hatte. Doch vorher mussten die Fische verwertet werden. Mit viel Elan lösten wir die Fänge von ihren Gräten. Dann wurde mit viel gejole und gelästere bewundert, wie Schlummer mit der Grazie eines sterbenden Schwans ins Wasser schritt. Leider konnte er sein Pokerface wahren, was mich dazu verleitete, meine Klappe weit aufzureißen. Wenn er mindestens bis zu seinem Hintern ins Wasser ging, würde ich, sollte ich metern, einen Flachköpper machen. Da ging er drauf ein und machte trotzdem keine Quieckgeräusche - eine kleine Enttäuschung bei dem Spaß ;-)
    Zu Essen gab es dann erstmal Bockwürste und Nudelsalat. Schnell gemacht, aber trotzdem ein Genuss!
    Übrigens waren wir nicht die einzigen, die am Essen waren. Die entfernt wohnende Verwandschaft von Micky der Maus war endlich angekommen und knabberte unsere Knoppers an. Mit den Resten des "Frühstückchens" haben wir mitlerweile die Fallen neu bestückt und warten nun auf die Naschkatzen.

    Aktuell sitzen wir wieder bei den Karten, also werde ich die Bilder wieder später nachreichen ;-)
    Bis dahin einen schönen Abend.
    Michael
     
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  5. Upi

    Upi Stammnaffe

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    Hallo Michael, es ist eine wahre Freude deine Berichte zu lesen! Vielleicht trifft man sich ja mal in Ostfriesland!!!!!!
     
  6. UwkeNorwig

    UwkeNorwig Norge infiziert

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    Joooo Moin,
    kann mich Upi nur anschließen, lasst uns einen Ostfriesen Stammtisch machen :19::chat:
     
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  7. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Hier die versprochenden Fotos. Leider habe ich nur die Bilder aus einer Kamera zur Auswahl.

    Als erstes seht ihr unseren Frühstückstisch und darauf folgt ein Foto eines überraschenden Gastes auf dem Boot, der wieder schwimmen durfte.

    Als nächstes ist da noch Schlummer mit seinem Fang (nicht zu vergessen die wunderschöne Landschaft im Hintergrund).

    Dann möchte ich euch natürlich auch nicht den Badespaß vorenthalten. Im Hintergrund (v.l.n.r.) sind Schlemmer, der Präsi, unser Smotje sowie meine füllige Figur mit Bier in der Hand zu erkennen. Der Vize steht hinter der Kamera.

    Beim letzten Bild wird der "sterbende Schwan" sehr deutlich :-D
     

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  8. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Die Idee von dem Ostfriesenstammtisch finde ich gut!
    Das können wir gerne mal in Angriff nehmen.
     
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  9. amerika1110

    amerika1110 Stammnaffe

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    Sehr schön geschrieben, dass muntert morgens gleich so richtig auf. Weiter so...
     
  10. Jaegerschnitzel1990

    Jaegerschnitzel1990 Stammnaffe

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    Weiter so, ihr macht mir ganz schön das Maul wässrig....ich wäre auch gern mal wieder auf Tysnes
     
  11. Upi

    Upi Stammnaffe

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    Das mit dem Stammtisch schwirrt mir schon länger im Koop rum!
    Ich werde heute Abend eben ein Thema eröffnen und dann die Resonanz abwarten!
     
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  12. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Moin Angelgenossen!

    Heute werde ich euch leider keinen ausführlichen Bericht schreiben. Bin jetzt erst mit allem durch und ziemlich müde. Morgen wird die Ausfahrt eher kurz werden, da es unsere letzte in diesem Urlaub ist (Worte, die schwer zu schreiben sind) und da wird der heutige Tag dann nachgeholt.
    Um es aber kurz zu fassen: Es gibt aktuell keinen ohne Schniefnase, dass Wetter war erst gut, dann kam so ein piesel, der so richtig durchzieht und die guten driften der letzten Tage konnten wir dank Strömung nicht machen. Dafür lief es mit Knurrhahn so gut, dass wir einige Stunden filetieren mussten und das draußen bei diesem diesigen Wetter. Es gab noch drei Lengs (zwei eher lütje und einen wirklich schönen um die 90cm) sowie vier Pollacks.

    Ansonsten melde ich mich morgen wieder ;-)

    @Upi: Ich antworte morgen oder nach dem Urlaub auf den Stammtischthread. Will jetzt noch ein Feierabendbier und dann pennen.
     
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  13. Ostfriesenaal

    Ostfriesenaal Stammnaffe

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    Moin Freunde der norwegischen Schönheit!

    Ich schulde euch noch den Bericht von Gestern und der heutige ist auch erwähnenswert.

    Aber ich möchte chronologisch starten. Gestern gab es zur üblichen unchristlichen Uhrzeit das Frühstück. Der Vize war etwas angeschlagen von seienr Erkältung und blieb vorerst im Haus, wo er sich auskurieren wollte. Wir anderen zogen höchst motiviert aus, aber mit Schnupfen, jedoch war das Makrelenfischen wie am Tag zuvor eine totale Qual. Es dauerte ziemlich lange bis wir genug hatten (und das auch nur, wenn wir ziemlch geizig mit den Fischchen umgehen). Dann riefen wir meinen Vater an, ob er sich fitt fühle, auch ein paar dicke Fische zu fangen. Dazu sah er sich im stande und wurde von einem Team abgeholt. Die anderen warteten gummifischend, auch wenn auf dem pinken SG nur ein paar Anfasser sowie ein untermaßiger Dorsch kamen (mitlerweile ist Pink - obwohl sonst sowas von nicht mein Farbton - zumindest beim Angeln eine meiner Lieblingsfarben geworden). Dann zog es uns mal wieder in den Lukksund, wo uns nur eine Drift wirklich gut gelang (ein toller 90er Leng). Ansonsten gab es wegen der Strömung nur Hänger und wenig gefische in richtiger Fanghöhe. Nach ein wenig herumgetucker im Sund (wir wurden schon ein wenig wehmütig, diese tolle Region mindestens ein Jahr nicht wieder erleben zu dürfen), fuhren wir Richtun Arholmen. Dort wollten wir den Seehecht bejagen, doch der hatte gar keine Lust. Stattdessen verfing sich ein Pollack an einen Mack mit Fetzen. Der nächste holte sein Köhlervorfach raus und bekam mehrere Bisse, bis ein schöner Knurrhahn hing. Damit begann die Teufelsspirale. Die nächste Person machte sich ein Köhlervorfach dran, der nächste ein Makrelenvorfach und schon wurden die knurrigen Viecher befischt, als gäbe es kein morgen. Wenn unser Filetierteam (Schlummer und ich) nicht selbst so begeistert am Fangen gewesen wären, hätte ich wegen der anstehenden Fischverarbeitung voller Verzweiflung die Hände vors Gesicht geschlagen.
    Zur Verzweiflung trieb uns ansonsten auch das Wetter. Zuerst begannen wir bei eigentlich recht schönem, jedoch wolkenverhangenen Himmel. Dann wurde es jedoch regnerisch. Allerings nicht so ein kurzer Platzregen. Das war eher dieses widerliche gepiesel, das durch jede noch so dicke Kleidungsschicht geht und einen, auf kurz oder lang, frieren lässt. Nicht motivierend, doch die Fänge hielten uns bei der Stange und so wurde dies nicht nur die Ausfahrt mit den meisten Fischen, sondern auch die längste.
    Als wir dann endlich die Schnauze voll hatten (oder die Vernunft Einzug hielt), versagte der Motor des Bootes meines Teams. während der Rücktour. Wir hatten ohnehin erwartet, tanken zu müssen und kippten bei mäßigem Wellengang unseren Ersatzkanister nach. Doch trotzdem sprang der Motor nicht an. Wir probierten einiges, riefen unsere Kollegen über die Walky-Talkys zur Hilfe und mussten letztlich abgeschleppt werden (diese Panik, als die Frage aufkam, ob überhaupt ein Seil an Bord sei) Nach kaum 100 Meter, die wir am Seil hingen, sprang der Motor dann aber doch an. Immerhin konnten wir so, mit weiterer Verspätung, in den Hafen einlaufen.
    Dann begann das Filetieren. Neben vier Pollacks, einigen Makrelen, die wir beim Knurrhahn angeln fingen, drei Lengs (zwei lütje und der bereits erwähnte 90er) waren gefühlt zahllose Knurrhähne im Eimer. Viele hatten eine beachtliche Größe und nur wenige waren Knurrhähnchen (wenn ich das schreibe, denke ich an Geflügel). So kamen wir erst spät zum Duschen und noch später zum Essen (was auch wirklich nötig wurde). Zwar spielten wir dann noch eine Runde Karten, aber es konnte nichtmal der beste Spieler gewinnen, sondern der größte Glückspilz.
    So endete das Gestern und das Heute begann. Wie schon gesagt, war die heutige heutige Ausfahrt als nicht allzu lange angedacht. Trotzdem sollte sie so früh beginnen, wie die letzten Tage. Das Wetter war diesig. Es pieselte schon wieder ohne Ende und wir konnten wegen der schlechten Sicht die Landschaft, die wir als die Beste unserer mitlerweile vier Norwegenreisen bewerteten, nu teils genießen.Zuerst begann das Makrelensuchen und dann wollte das eine Boot bei Arholmen auf Seehecht jagen, während die anderen Flachmänner bei 20m Tiefe hinter den Inseln auf Grund befischte. Mein Boot war das wenig erfolgreiche Butt-Boot, denn wir hatten nur einiges an nervigem Gezippel, bis schließlich zuerst mein Vadder und dann Schlemmer aufsprangen und jeweils mit heftigen Drills begannen. Das sah aus, als wären echte Klodeckel an der Leine! Aber anstatt der erhofften Butts, hingen an beiden Ruten dicke Nagelrochen. Die mussten dann, obwohl ich das wirklich nicht gerne mache, für Fotos herhalten. Dann durften sie wieder ins kühle nass, wenn sie wenigstens ein paar Schölchen zu unseren Köder schickten. Das taten sie nicht, doch das Walky-Talky verkündete uns den ersten Fang eines Seehechtes, der nicht nur an diesem Tag sondern überhaupt in unserer Gruppe gefangen wurde. Da zögerten wir nicht lange und schlossen uns den anderen an. Auch wir fingen einen Seehecht (bei 70-80m Tiefe und 10´-20m über dem Grund). Schließlich machten wir Schluss und um 14 Uhr waren wir zurück. DIe wenigen Fänge (es ließ sich nicht vermeiden, ein paar Knurrhähne am Makrelengeschirr zu fangen. Die sind wie die Pest und mitlerweile fast gar nicht zu meiden, wenn der Haken kleine genug ist) wurden verarbeitet und dann begann das große Aufräumen. Mitlerweile ist alles erledigt und sogar die Fänge sind verteilt. Morgen um 12 Uhr geht die Fähre und die Tage werde ich dann auch die Zusammenfassung mit einem Kommentar zu Boot und Haus abgeben. Außerdem werden einige weitere Bilder (die ich euch heute auch schuldig bliebe. Bin müde) nachfolgen. Das ganze als pdf.

    Ich hoffe ihr hattet bis hierhin zumindest einen Bruchteil des Spaßes, den wir hier vor Ort hatten.
    Bis denn.
    Michael.
     
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  14. Tysolsa

    Tysolsa Stammnaffe

    Registriert seit:
    28. September 2017
    Beiträge:
    178
    @Ostfriesenaal: Michael, danke für die überaus unterhaltsame Berichterstattung
    von unserer Lieblingsinsel Tysnes.
    Es bestätigt sich immer wieder: SIE hält Überraschungen für einen parat :wink:.
    Genießt die verbleibenden Stunden und die Eindrücke von dort.
    Kann Dir nur sagen: sie brennen sich regelrecht ins Langzeitgedächtnis :biglaugh:!
    Viele Grüße
    Oli
     
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