Korsnessfjorden 2024
Diesen Sommer hat es uns an den Korsnessfjorden verschlagen. Wir – Familie mit Hund - sind jetzt seit einer Woche hier und da jetzt der Starter vom Boot den Geist aufgegeben hat und erst in zwei Tagen Ersatz kommen soll, mache ich Euch mal einen Reisbericht und Reviervorstellung.
Zum Korsnessfjord findet man im Internet wenig bis gar nichts. Er verläuft etwa 10 km im Innland parallel zur Trondheimsleia und ist unter anderem über den Imarsund mit dieser auch direkt verbunden. Der Korsnessfjord ist max. 250m tief mit überwiegend steil abfallenden Rändern und ist voll mit Lachszuchtstationen. Anglerisch klingt das erstmal nicht so toll, aber landschaftlich ist es beeindruckend. Die steilen Berge ragen 700-1000m hoch aus dem Fjord auf (das ist genau jene Bergkulisse, die man vom Ramsøyfjord bei Hitra in der Ferne sehen kann - nur hier von nah und von der anderen Seite).
Zunächst einmal zu der Frage, wie wir ausgerechnet hierhin geraten sind? Tatsächlich hatten wir bereits im letzten Sommer 2023 ein Ferienhaus auf der Insel Tarva (nordwestlich des Trondheimsfjord) weit draußen im offenen Atlantik gebucht. Wir waren alle schon total gespannt auf dieses ungewöhnliche Angelrevier, bis sich im April dieses Jahres das norwegische Verteidigungsministerium bei uns meldete. Bedingt durch die veränderte Sicherheitslage (Ukrainekrieg) war die Insel Trava mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit militärisches Sperrgebiet…?! Aber: die Bezirksregierung Tröndelag würde sich zeitnah melden und uns weiterhelfen, denn schließlich wäre man ja in Norwegen und da ist alles geregelt und organisiert. Und tatsächlich wurden wir kontaktiert und man schlug uns Häuser vor, die jetzt noch zu haben waren. Allerdings war die Auswahl (April!) sehr gering und wir mussten doch einige Abstriche in Kauf nehmen, um es überhaupt in diesem Jahr nach Norwegen zu schaffen.
Gestartet sind wir am 2. August und haben die Fähre von Hirtshals nach Larvik genommen. Zur Übernachtung sind wir wie jedes Jahr in der Villa Hasselbakken bei Eidsvoll abgestiegen. Das ist ca. 1,5 Stunden hinter Oslo und ein niedliches Hostel mit Familienanschluss, das ich unbedingt empfehlen kann. Von dort waren es mit Einkaufen im nächsten Tag noch 7,5 Stunden bis Kornesset. Das Ferienhaus war problemlos zu finden und der Schlüssel lag bereit. Das Haus ist sehr einfach bis schlicht – man könnte auch sagen „komplett durch“. Der versprochene Jakuzi kaputt – zwei Schlafzimmer mit Schimmel in den Ecken. Die Panorama-Scheiben im Wohnzimmer blind, Licht in der Küche flackert ständig, usw. Das sind wir in Norwegen anders gewohnt, aber wir sind ja dankbar überhaupt hier zu sein. Statt des Vermieters kam dessen Mitarbeiterin Lydmylla, die sehr gut Englisch spricht und echt super nett, jederzeit erreichbar und hilfsbereit ist. Soweit wir das bisher beurteilen können: ein Glücksfall!
Wir hatten uns im Vorfeld versucht zu informieren und auf Youtube gibt es unter „Netzwerk Angeln“ viel zum Imarsund, aber auch ein paar Tipps zu unserem Hausfjord. Dort wird auch der 98er Unterwasserberg als Seelachs-Hotspot beschrieben. Und genau da sind wir nach dem Ausladen gleich mal hingefahren, haben das Hitra-Pilkbesteck klar gemacht und dumm geguckt. Das Echolot zeigte Fisch über die gesamten 100m Wassersäule, aber erstmal ging da nichts. Also Jigrute raus und tatsächlich haben wir dann in Grundnähe einige brauchbare Wittlinge erwischt. Dazu kamen vier stramme Seelachse zwischen 60 und 70 cm jeweils als Einsteiger beim Ablassen. Pilken, Jiggen, Einkurbeln, mit und ohne Beifänger, egal was…, es blieb völlig wirkungslos. Nur die runterrauschenden Eisen brachten Fisch. Egal, das machte Mut für den nächsten Tag und nach einer schnellen Runde filetieren und einem Schlummerbier ging es ab in die Kojen.
Der nächste Tag war sonnig und windstill. Die Wassertemperatur lag laut Echolot bei 19°. Wir haben geschleppt und gepilkt. Inchiku, Naturköderangeln, Spinnfischen – alles wurscht: es gab fast keinen Fisch. Allerdings viele Bisse, gerade beim Naturköderangeln. Nur meine Tochter konnte einen Seelachs und einen kleinen Braunbarsch erwischen. Da war die tägliche Fangstatistik sehr schnell ausgefüllt. Leider!
Am nächsten Tag wollten wir nichts anbrennen lassen und sind in den Imarsund gefahren. Dort haben wir die einschlägigen im Internet beschrieben Stellen abgefahren. Bis auf zwei, handlange kleine Rotbarsche aus 30m Tiefe vor der Fischfabrik wieder nichts. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Am dritten Tag sind wir dann sämtliche Unterwasserberge des Karnessfjords angefahren und haben es mit Pilkbesteck versucht. Am ersten Spot angekommen. Runtergelassen – Biss. Angezogen und dann offensichtlich ein Überbeisser. Leider ging der gute Fisch im Mittelwasser verloren. Am Pilker hing nur noch ein völlig zerfetzter Wittling, der wohl zuerst gebissen hatte. Darauf hat meine Tochter dann Heringsstücke an die Gummimakks Gr .4 gepackt und ….Zack! einen feisten 83cm Leng mit gut 3 kg gefangen. Dazu kamen noch einige schöne Seelachse, wie immer beim Ablassen im Mittelwasser zufällig eingestiegen und hängengeblieben.
So langsam sind wir dann in den nächsten Tagen reingekommen und haben die Haken und Ködergrößen immer weiter reduziert. Auf diese Weise konnten wir mehrere Lengs der drei Kilo Klasse, einen wirklich stattlichen Dorsch, Wittlinge und einen Lumb fangen. Nervig sind die vielen Fleckhaie, die ab etwa 120m Wassertiefe ständig die Köder mopsen und dann auch noch irgendwie am Haken hängenbleiben. Trotz allen Bemühungen ist unsere Bissverwertung noch immer katastrophal und der Vorrat an mitgebrachten Köderheringen nimmt rasant ab.

Auffällig ist das fast völlige Fehlen von Pollacks und dafür das massenhafte Vorkommen von riesigen Makrelen. Wer gerne Makrele angelt ist hier goldrichtig: 1-2kg pro Minute zu dritt waren kein Problem und wir haben nach 10 Minuten Makrelenangeln genug Köderfische für den gesamten Urlaub in der Truhe.
Vorgestern waren wir draußen in der Trondheimleia vor Edøya zum Seehecht angeln. Da ist man ja nicht alleine auf dem Wasser und auf den anderen Booten haben wir fast jede denkbare Gerätezusammenstellung gesehen. Auffällig war für uns aber auch hier: viele benutzten sehr feines Besteck. Häufig Makrelenvorfächer mit weintraubengroßen Fischfetzen beködert – und haben damit teilweise riesige Seehechte gefangen. Natürlich war es meine Tochter die unseren Seehecht ans Band bekommen hat. Mein Sohn und ich konnten nur Wittlinge von 1,5 kg und mehr erwischen.
Leider kippte Mittags das Wetter und passend dazu sprang der Motor vom Boot plötzlich nicht mehr an. Irgendwann ist es uns dann doch gelungen das Teil zu starten und wir sind heile wieder nach Hause gekommen. Aber seitdem schweigt die Maschine hartnäckig. Montag soll ein neues Boot da sein – hoffentlich läuft es damit besser.
Gestern trafen wir zwei deutsche Angler, die das Revier schon länger kennen und befischen. Sie sagten, dass neben der hohen Wassertemperatur vor allem das übermäßige Futterangebot und die Massen von Kleinfischen unser Problem wären. Die großen Raubfische sind alle knallvoll gefressen und kaum zu einem vernünftigen Anbiss zu bewegen. Ob das genau so stimmt?! Das Fazit passt zu mindestens. Sie rieten uns zu Haken Größe 1 und maximal golfballgroßen Ködern in 80-120m Tiefe. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen im August im Karnessfjord: sehr speziell bis schwierig zu befischen. Nur für Liebhaber und Spezialisten…
So, das war Teil 1 vom Karnessfjord. Ich werde berichten, wie es mit dem neuen Boot weitergeht und ob wir die Truhe doch noch vollkriegen.
Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...
Diesen Sommer hat es uns an den Korsnessfjorden verschlagen. Wir – Familie mit Hund - sind jetzt seit einer Woche hier und da jetzt der Starter vom Boot den Geist aufgegeben hat und erst in zwei Tagen Ersatz kommen soll, mache ich Euch mal einen Reisbericht und Reviervorstellung.
Zum Korsnessfjord findet man im Internet wenig bis gar nichts. Er verläuft etwa 10 km im Innland parallel zur Trondheimsleia und ist unter anderem über den Imarsund mit dieser auch direkt verbunden. Der Korsnessfjord ist max. 250m tief mit überwiegend steil abfallenden Rändern und ist voll mit Lachszuchtstationen. Anglerisch klingt das erstmal nicht so toll, aber landschaftlich ist es beeindruckend. Die steilen Berge ragen 700-1000m hoch aus dem Fjord auf (das ist genau jene Bergkulisse, die man vom Ramsøyfjord bei Hitra in der Ferne sehen kann - nur hier von nah und von der anderen Seite).

Zunächst einmal zu der Frage, wie wir ausgerechnet hierhin geraten sind? Tatsächlich hatten wir bereits im letzten Sommer 2023 ein Ferienhaus auf der Insel Tarva (nordwestlich des Trondheimsfjord) weit draußen im offenen Atlantik gebucht. Wir waren alle schon total gespannt auf dieses ungewöhnliche Angelrevier, bis sich im April dieses Jahres das norwegische Verteidigungsministerium bei uns meldete. Bedingt durch die veränderte Sicherheitslage (Ukrainekrieg) war die Insel Trava mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit militärisches Sperrgebiet…?! Aber: die Bezirksregierung Tröndelag würde sich zeitnah melden und uns weiterhelfen, denn schließlich wäre man ja in Norwegen und da ist alles geregelt und organisiert. Und tatsächlich wurden wir kontaktiert und man schlug uns Häuser vor, die jetzt noch zu haben waren. Allerdings war die Auswahl (April!) sehr gering und wir mussten doch einige Abstriche in Kauf nehmen, um es überhaupt in diesem Jahr nach Norwegen zu schaffen.

Gestartet sind wir am 2. August und haben die Fähre von Hirtshals nach Larvik genommen. Zur Übernachtung sind wir wie jedes Jahr in der Villa Hasselbakken bei Eidsvoll abgestiegen. Das ist ca. 1,5 Stunden hinter Oslo und ein niedliches Hostel mit Familienanschluss, das ich unbedingt empfehlen kann. Von dort waren es mit Einkaufen im nächsten Tag noch 7,5 Stunden bis Kornesset. Das Ferienhaus war problemlos zu finden und der Schlüssel lag bereit. Das Haus ist sehr einfach bis schlicht – man könnte auch sagen „komplett durch“. Der versprochene Jakuzi kaputt – zwei Schlafzimmer mit Schimmel in den Ecken. Die Panorama-Scheiben im Wohnzimmer blind, Licht in der Küche flackert ständig, usw. Das sind wir in Norwegen anders gewohnt, aber wir sind ja dankbar überhaupt hier zu sein. Statt des Vermieters kam dessen Mitarbeiterin Lydmylla, die sehr gut Englisch spricht und echt super nett, jederzeit erreichbar und hilfsbereit ist. Soweit wir das bisher beurteilen können: ein Glücksfall!
Wir hatten uns im Vorfeld versucht zu informieren und auf Youtube gibt es unter „Netzwerk Angeln“ viel zum Imarsund, aber auch ein paar Tipps zu unserem Hausfjord. Dort wird auch der 98er Unterwasserberg als Seelachs-Hotspot beschrieben. Und genau da sind wir nach dem Ausladen gleich mal hingefahren, haben das Hitra-Pilkbesteck klar gemacht und dumm geguckt. Das Echolot zeigte Fisch über die gesamten 100m Wassersäule, aber erstmal ging da nichts. Also Jigrute raus und tatsächlich haben wir dann in Grundnähe einige brauchbare Wittlinge erwischt. Dazu kamen vier stramme Seelachse zwischen 60 und 70 cm jeweils als Einsteiger beim Ablassen. Pilken, Jiggen, Einkurbeln, mit und ohne Beifänger, egal was…, es blieb völlig wirkungslos. Nur die runterrauschenden Eisen brachten Fisch. Egal, das machte Mut für den nächsten Tag und nach einer schnellen Runde filetieren und einem Schlummerbier ging es ab in die Kojen.
Der nächste Tag war sonnig und windstill. Die Wassertemperatur lag laut Echolot bei 19°. Wir haben geschleppt und gepilkt. Inchiku, Naturköderangeln, Spinnfischen – alles wurscht: es gab fast keinen Fisch. Allerdings viele Bisse, gerade beim Naturköderangeln. Nur meine Tochter konnte einen Seelachs und einen kleinen Braunbarsch erwischen. Da war die tägliche Fangstatistik sehr schnell ausgefüllt. Leider!
Am nächsten Tag wollten wir nichts anbrennen lassen und sind in den Imarsund gefahren. Dort haben wir die einschlägigen im Internet beschrieben Stellen abgefahren. Bis auf zwei, handlange kleine Rotbarsche aus 30m Tiefe vor der Fischfabrik wieder nichts. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Am dritten Tag sind wir dann sämtliche Unterwasserberge des Karnessfjords angefahren und haben es mit Pilkbesteck versucht. Am ersten Spot angekommen. Runtergelassen – Biss. Angezogen und dann offensichtlich ein Überbeisser. Leider ging der gute Fisch im Mittelwasser verloren. Am Pilker hing nur noch ein völlig zerfetzter Wittling, der wohl zuerst gebissen hatte. Darauf hat meine Tochter dann Heringsstücke an die Gummimakks Gr .4 gepackt und ….Zack! einen feisten 83cm Leng mit gut 3 kg gefangen. Dazu kamen noch einige schöne Seelachse, wie immer beim Ablassen im Mittelwasser zufällig eingestiegen und hängengeblieben.

So langsam sind wir dann in den nächsten Tagen reingekommen und haben die Haken und Ködergrößen immer weiter reduziert. Auf diese Weise konnten wir mehrere Lengs der drei Kilo Klasse, einen wirklich stattlichen Dorsch, Wittlinge und einen Lumb fangen. Nervig sind die vielen Fleckhaie, die ab etwa 120m Wassertiefe ständig die Köder mopsen und dann auch noch irgendwie am Haken hängenbleiben. Trotz allen Bemühungen ist unsere Bissverwertung noch immer katastrophal und der Vorrat an mitgebrachten Köderheringen nimmt rasant ab.


Auffällig ist das fast völlige Fehlen von Pollacks und dafür das massenhafte Vorkommen von riesigen Makrelen. Wer gerne Makrele angelt ist hier goldrichtig: 1-2kg pro Minute zu dritt waren kein Problem und wir haben nach 10 Minuten Makrelenangeln genug Köderfische für den gesamten Urlaub in der Truhe.
Vorgestern waren wir draußen in der Trondheimleia vor Edøya zum Seehecht angeln. Da ist man ja nicht alleine auf dem Wasser und auf den anderen Booten haben wir fast jede denkbare Gerätezusammenstellung gesehen. Auffällig war für uns aber auch hier: viele benutzten sehr feines Besteck. Häufig Makrelenvorfächer mit weintraubengroßen Fischfetzen beködert – und haben damit teilweise riesige Seehechte gefangen. Natürlich war es meine Tochter die unseren Seehecht ans Band bekommen hat. Mein Sohn und ich konnten nur Wittlinge von 1,5 kg und mehr erwischen.
Gestern trafen wir zwei deutsche Angler, die das Revier schon länger kennen und befischen. Sie sagten, dass neben der hohen Wassertemperatur vor allem das übermäßige Futterangebot und die Massen von Kleinfischen unser Problem wären. Die großen Raubfische sind alle knallvoll gefressen und kaum zu einem vernünftigen Anbiss zu bewegen. Ob das genau so stimmt?! Das Fazit passt zu mindestens. Sie rieten uns zu Haken Größe 1 und maximal golfballgroßen Ködern in 80-120m Tiefe. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen im August im Karnessfjord: sehr speziell bis schwierig zu befischen. Nur für Liebhaber und Spezialisten…
So, das war Teil 1 vom Karnessfjord. Ich werde berichten, wie es mit dem neuen Boot weitergeht und ob wir die Truhe doch noch vollkriegen.
Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...








