Korsnesfjord August 2024

steppi

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Korsnessfjorden 2024

Diesen Sommer hat es uns an den Korsnessfjorden verschlagen. Wir – Familie mit Hund - sind jetzt seit einer Woche hier und da jetzt der Starter vom Boot den Geist aufgegeben hat und erst in zwei Tagen Ersatz kommen soll, mache ich Euch mal einen Reisbericht und Reviervorstellung.

Zum Korsnessfjord findet man im Internet wenig bis gar nichts. Er verläuft etwa 10 km im Innland parallel zur Trondheimsleia und ist unter anderem über den Imarsund mit dieser auch direkt verbunden. Der Korsnessfjord ist max. 250m tief mit überwiegend steil abfallenden Rändern und ist voll mit Lachszuchtstationen. Anglerisch klingt das erstmal nicht so toll, aber landschaftlich ist es beeindruckend. Die steilen Berge ragen 700-1000m hoch aus dem Fjord auf (das ist genau jene Bergkulisse, die man vom Ramsøyfjord bei Hitra in der Ferne sehen kann - nur hier von nah und von der anderen Seite).1723304670123.jpeg

Zunächst einmal zu der Frage, wie wir ausgerechnet hierhin geraten sind? Tatsächlich hatten wir bereits im letzten Sommer 2023 ein Ferienhaus auf der Insel Tarva (nordwestlich des Trondheimsfjord) weit draußen im offenen Atlantik gebucht. Wir waren alle schon total gespannt auf dieses ungewöhnliche Angelrevier, bis sich im April dieses Jahres das norwegische Verteidigungsministerium bei uns meldete. Bedingt durch die veränderte Sicherheitslage (Ukrainekrieg) war die Insel Trava mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit militärisches Sperrgebiet…?! Aber: die Bezirksregierung Tröndelag würde sich zeitnah melden und uns weiterhelfen, denn schließlich wäre man ja in Norwegen und da ist alles geregelt und organisiert. Und tatsächlich wurden wir kontaktiert und man schlug uns Häuser vor, die jetzt noch zu haben waren. Allerdings war die Auswahl (April!) sehr gering und wir mussten doch einige Abstriche in Kauf nehmen, um es überhaupt in diesem Jahr nach Norwegen zu schaffen.Bild.jpg

Gestartet sind wir am 2. August und haben die Fähre von Hirtshals nach Larvik genommen. Zur Übernachtung sind wir wie jedes Jahr in der Villa Hasselbakken bei Eidsvoll abgestiegen. Das ist ca. 1,5 Stunden hinter Oslo und ein niedliches Hostel mit Familienanschluss, das ich unbedingt empfehlen kann. Von dort waren es mit Einkaufen im nächsten Tag noch 7,5 Stunden bis Kornesset. Das Ferienhaus war problemlos zu finden und der Schlüssel lag bereit. Das Haus ist sehr einfach bis schlicht – man könnte auch sagen „komplett durch“. Der versprochene Jakuzi kaputt – zwei Schlafzimmer mit Schimmel in den Ecken. Die Panorama-Scheiben im Wohnzimmer blind, Licht in der Küche flackert ständig, usw. Das sind wir in Norwegen anders gewohnt, aber wir sind ja dankbar überhaupt hier zu sein. Statt des Vermieters kam dessen Mitarbeiterin Lydmylla, die sehr gut Englisch spricht und echt super nett, jederzeit erreichbar und hilfsbereit ist. Soweit wir das bisher beurteilen können: ein Glücksfall!

Wir hatten uns im Vorfeld versucht zu informieren und auf Youtube gibt es unter „Netzwerk Angeln“ viel zum Imarsund, aber auch ein paar Tipps zu unserem Hausfjord. Dort wird auch der 98er Unterwasserberg als Seelachs-Hotspot beschrieben. Und genau da sind wir nach dem Ausladen gleich mal hingefahren, haben das Hitra-Pilkbesteck klar gemacht und dumm geguckt. Das Echolot zeigte Fisch über die gesamten 100m Wassersäule, aber erstmal ging da nichts. Also Jigrute raus und tatsächlich haben wir dann in Grundnähe einige brauchbare Wittlinge erwischt. Dazu kamen vier stramme Seelachse zwischen 60 und 70 cm jeweils als Einsteiger beim Ablassen. Pilken, Jiggen, Einkurbeln, mit und ohne Beifänger, egal was…, es blieb völlig wirkungslos. Nur die runterrauschenden Eisen brachten Fisch. Egal, das machte Mut für den nächsten Tag und nach einer schnellen Runde filetieren und einem Schlummerbier ging es ab in die Kojen.

Der nächste Tag war sonnig und windstill. Die Wassertemperatur lag laut Echolot bei 19°. Wir haben geschleppt und gepilkt. Inchiku, Naturköderangeln, Spinnfischen – alles wurscht: es gab fast keinen Fisch. Allerdings viele Bisse, gerade beim Naturköderangeln. Nur meine Tochter konnte einen Seelachs und einen kleinen Braunbarsch erwischen. Da war die tägliche Fangstatistik sehr schnell ausgefüllt. Leider!

Am nächsten Tag wollten wir nichts anbrennen lassen und sind in den Imarsund gefahren. Dort haben wir die einschlägigen im Internet beschrieben Stellen abgefahren. Bis auf zwei, handlange kleine Rotbarsche aus 30m Tiefe vor der Fischfabrik wieder nichts. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Am dritten Tag sind wir dann sämtliche Unterwasserberge des Karnessfjords angefahren und haben es mit Pilkbesteck versucht. Am ersten Spot angekommen. Runtergelassen – Biss. Angezogen und dann offensichtlich ein Überbeisser. Leider ging der gute Fisch im Mittelwasser verloren. Am Pilker hing nur noch ein völlig zerfetzter Wittling, der wohl zuerst gebissen hatte. Darauf hat meine Tochter dann Heringsstücke an die Gummimakks Gr .4 gepackt und ….Zack! einen feisten 83cm Leng mit gut 3 kg gefangen. Dazu kamen noch einige schöne Seelachse, wie immer beim Ablassen im Mittelwasser zufällig eingestiegen und hängengeblieben.1723305723997.jpeg

So langsam sind wir dann in den nächsten Tagen reingekommen und haben die Haken und Ködergrößen immer weiter reduziert. Auf diese Weise konnten wir mehrere Lengs der drei Kilo Klasse, einen wirklich stattlichen Dorsch, Wittlinge und einen Lumb fangen. Nervig sind die vielen Fleckhaie, die ab etwa 120m Wassertiefe ständig die Köder mopsen und dann auch noch irgendwie am Haken hängenbleiben. Trotz allen Bemühungen ist unsere Bissverwertung noch immer katastrophal und der Vorrat an mitgebrachten Köderheringen nimmt rasant ab.1723305838540.jpeg
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Auffällig ist das fast völlige Fehlen von Pollacks und dafür das massenhafte Vorkommen von riesigen Makrelen. Wer gerne Makrele angelt ist hier goldrichtig: 1-2kg pro Minute zu dritt waren kein Problem und wir haben nach 10 Minuten Makrelenangeln genug Köderfische für den gesamten Urlaub in der Truhe.

Vorgestern waren wir draußen in der Trondheimleia vor Edøya zum Seehecht angeln. Da ist man ja nicht alleine auf dem Wasser und auf den anderen Booten haben wir fast jede denkbare Gerätezusammenstellung gesehen. Auffällig war für uns aber auch hier: viele benutzten sehr feines Besteck. Häufig Makrelenvorfächer mit weintraubengroßen Fischfetzen beködert – und haben damit teilweise riesige Seehechte gefangen. Natürlich war es meine Tochter die unseren Seehecht ans Band bekommen hat. Mein Sohn und ich konnten nur Wittlinge von 1,5 kg und mehr erwischen.
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Leider kippte Mittags das Wetter und passend dazu sprang der Motor vom Boot plötzlich nicht mehr an. Irgendwann ist es uns dann doch gelungen das Teil zu starten und wir sind heile wieder nach Hause gekommen. Aber seitdem schweigt die Maschine hartnäckig. Montag soll ein neues Boot da sein – hoffentlich läuft es damit besser.

Gestern trafen wir zwei deutsche Angler, die das Revier schon länger kennen und befischen. Sie sagten, dass neben der hohen Wassertemperatur vor allem das übermäßige Futterangebot und die Massen von Kleinfischen unser Problem wären. Die großen Raubfische sind alle knallvoll gefressen und kaum zu einem vernünftigen Anbiss zu bewegen. Ob das genau so stimmt?! Das Fazit passt zu mindestens. Sie rieten uns zu Haken Größe 1 und maximal golfballgroßen Ködern in 80-120m Tiefe. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen im August im Karnessfjord: sehr speziell bis schwierig zu befischen. Nur für Liebhaber und Spezialisten…

So, das war Teil 1 vom Karnessfjord. Ich werde berichten, wie es mit dem neuen Boot weitergeht und ob wir die Truhe doch noch vollkriegen.

Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...1723306043829.jpeg
 

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Oh super! Egal wie das mit dem Boot läuft - man kann sich ja mal auf dem Wasser treffen! Wir sind ja noch ganz unten am Beginn unserer Lernkurve im Korsnesfjord und Input von jemandem mit Erfahrung wäre sehr hilfreich!
Allerdings heute lieber nicht! Da draußen verpassen wir mit und ohne Boot gerade nichts...!!!
 
Naja mit dem Boot ist das wohl für mich keine Option es sind dann doch wohl so um die 30 km aber ihr seit ja wohl auf der Weite von der E 39 zu Hause da ist es für das Auto wohl etwas günstiger.
 
Ja, 30km ist ein bisschen weit fürs Boot! Die E39 ist gleich um die Ecke, da hast Du recht! Wo steckt Du denn genau und wie ist die Angelei bei Dir bisher gelaufen?
 
Ich bin im Bøfjord beheimatet. Habe da ein Haus. Bei uns ist es etwas schlechter wie die letzten Jahre aber meine Gäste kommen immer so mit 8-30 großen Sei´s nach Hause. Deine Methode mit Tannenbaum und Beifängern wird nicht gut funktionieren. Aber das hast du ja schon selber gemerkt. Ich bin auf Sei´s spezialisiert und esse sie ausschließlich. Aber auch Pollackangeln betreibe ich sehr gerne aber das meist in der Laia..Es gibt es viele Beiträge von mir suche das mal im Profil.Schreibe mal noch ein paar Beiträge dann kann ich dir meine Adresse per PN schicken geht erst ab 10 Beiträgen. Die möchte die nicht öffentlich schreiben wegen Schleichwerbung oder so
 
Wenn ich das richtig deute dann bist du an der mündung zum Skålvikfjord direkt oben an der Ecke mit Blick auf die Lachsfarm.
 
Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...
Petri!
Daran sieht man, dass die Fische auch bei höheren Temperaturen nicht zwangsläufig tief bzw. weit draußen stehen.
Auch Wittlinge lassen sich übrigens perfekt vom Ufer aus befischen.
 
Wie fängst Wittlinge vom Ufer? Wir haben inzwischen um die 20 Stück gefangen, aber alle um die 100m tief...?
Ich finde Wittlinge ja toll. Kann man 1A Ceviche draus machen..
 
Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...
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Moin Steppi, versucht es mal mit leichtem Gerät und kleinen Gummifische bis 10 cm, so haben wir diese Jahr auf Hitra unsere Kisten in drei Tagen voll gehabt, gute Pollack, Dorsche und sogar Heilbutt wurden so überlistet.
Gruß Uwe und Kerstin
 
Wie fängst Wittlinge vom Ufer? Wir haben inzwischen um die 20 Stück gefangen, aber alle um die 100m tief...?
Ich finde Wittlinge ja toll. Kann man 1A Ceviche draus machen..
Aaalso:
Möglichst tief abfallende Stellen per Gulesider suchen (z.B. Hafenmole).
Makrelenstreifen (eingesalzen), 4er langschenkliger Haken.
Bebleiung möglichst leicht, wenn kein Wind und keine Möven, ist Freelining prima. Ansonsten Paternoster (s. Foto: Springerschlaufe, Vorfach eingeschlauft).
Stehen gerne irgendwo im Mittelwasser, sind ziemlich räuberisch und attackieren z.B. auch Artgenossen im Drill.IMG_6654.jpeg
 
Erst mal vielen Dank für die zahlreichen Tipps!
Wir werden das ausprobieren!
Jetzt hoffe ich , dass das neue Boot gleich kommt (warum ich den blöden Starter von dem alten Ding nicht gerade selber reparieren darf, wissen wohl nur die alten norwegischen Götter- wird ja wohl keine Raketentechnik drinstecken??? - vermutlich nur ein verschlissener Schleifkontakt) und dann machen wir - bei wieder gutem Wetter - los, raus aufs Wasser... werde Ende der Woche berichten!
 
Jetzt hoffe ich , dass das neue Boot gleich kommt (warum ich den blöden Starter von dem alten Ding nicht gerade selber reparieren darf, wissen wohl nur die alten norwegischen Götter- wird ja wohl keine Raketentechnik drinstecken??? -
Ich denke mal nicht jeder Norweger möchte einen Fremden an seinem motor ranlassen. Schleifkontakte haben anlasser nicht das sind dann eher Kohlen.
 
Der Motor ist einwandfrei und auch der Starter klingt nicht sonderbar oder irgendwie angeschlagen. Der Motor startet nicht, wenn der Gashebel (ziemlich schlabberig und ausgenudelt) nicht exakt in der 0- Stellung ist. Wenn man da lang genug rumfummelt, springt das Ding zwar manchmal noch an - zunehmend aber nicht! Ich vermute, dass da an der Stelle schon ein Schleifkontalt drinsitzt, der den Starter unterbricht, wenn man einen Gang einlegt! Mein Verdacht: keine schwierige Sache?! Aber Du hast völlig recht: Irgend wem seinen Aussenborder (im schwimmenden Boot - Plumps!!) ausseinandernehmen wollte ich nun wirklich nicht und schon gar nicht im Urlaub!!
 
Da sitzt ein Mikroschalter der in Neutralstellung reagiert und dann das Starten freigibt. Startet ja auch nicht wenn ein Gang eingelegt ist . Das sollte allerdings wirklich kein Problem sein zu reparieren zumindest provisorisch für eine Zeitlang.
 
Korsnessfjorden 2024

Diesen Sommer hat es uns an den Korsnessfjorden verschlagen. Wir – Familie mit Hund - sind jetzt seit einer Woche hier und da jetzt der Starter vom Boot den Geist aufgegeben hat und erst in zwei Tagen Ersatz kommen soll, mache ich Euch mal einen Reisbericht und Reviervorstellung.

Zum Korsnessfjord findet man im Internet wenig bis gar nichts. Er verläuft etwa 10 km im Innland parallel zur Trondheimsleia und ist unter anderem über den Imarsund mit dieser auch direkt verbunden. Der Korsnessfjord ist max. 250m tief mit überwiegend steil abfallenden Rändern und ist voll mit Lachszuchtstationen. Anglerisch klingt das erstmal nicht so toll, aber landschaftlich ist es beeindruckend. Die steilen Berge ragen 700-1000m hoch aus dem Fjord auf (das ist genau jene Bergkulisse, die man vom Ramsøyfjord bei Hitra in der Ferne sehen kann - nur hier von nah und von der anderen Seite).Anhang anzeigen 284399

Zunächst einmal zu der Frage, wie wir ausgerechnet hierhin geraten sind? Tatsächlich hatten wir bereits im letzten Sommer 2023 ein Ferienhaus auf der Insel Tarva (nordwestlich des Trondheimsfjord) weit draußen im offenen Atlantik gebucht. Wir waren alle schon total gespannt auf dieses ungewöhnliche Angelrevier, bis sich im April dieses Jahres das norwegische Verteidigungsministerium bei uns meldete. Bedingt durch die veränderte Sicherheitslage (Ukrainekrieg) war die Insel Trava mit sofortiger Wirkung und auf unbestimmte Zeit militärisches Sperrgebiet…?! Aber: die Bezirksregierung Tröndelag würde sich zeitnah melden und uns weiterhelfen, denn schließlich wäre man ja in Norwegen und da ist alles geregelt und organisiert. Und tatsächlich wurden wir kontaktiert und man schlug uns Häuser vor, die jetzt noch zu haben waren. Allerdings war die Auswahl (April!) sehr gering und wir mussten doch einige Abstriche in Kauf nehmen, um es überhaupt in diesem Jahr nach Norwegen zu schaffen.Anhang anzeigen 284400

Gestartet sind wir am 2. August und haben die Fähre von Hirtshals nach Larvik genommen. Zur Übernachtung sind wir wie jedes Jahr in der Villa Hasselbakken bei Eidsvoll abgestiegen. Das ist ca. 1,5 Stunden hinter Oslo und ein niedliches Hostel mit Familienanschluss, das ich unbedingt empfehlen kann. Von dort waren es mit Einkaufen im nächsten Tag noch 7,5 Stunden bis Kornesset. Das Ferienhaus war problemlos zu finden und der Schlüssel lag bereit. Das Haus ist sehr einfach bis schlicht – man könnte auch sagen „komplett durch“. Der versprochene Jakuzi kaputt – zwei Schlafzimmer mit Schimmel in den Ecken. Die Panorama-Scheiben im Wohnzimmer blind, Licht in der Küche flackert ständig, usw. Das sind wir in Norwegen anders gewohnt, aber wir sind ja dankbar überhaupt hier zu sein. Statt des Vermieters kam dessen Mitarbeiterin Lydmylla, die sehr gut Englisch spricht und echt super nett, jederzeit erreichbar und hilfsbereit ist. Soweit wir das bisher beurteilen können: ein Glücksfall!

Wir hatten uns im Vorfeld versucht zu informieren und auf Youtube gibt es unter „Netzwerk Angeln“ viel zum Imarsund, aber auch ein paar Tipps zu unserem Hausfjord. Dort wird auch der 98er Unterwasserberg als Seelachs-Hotspot beschrieben. Und genau da sind wir nach dem Ausladen gleich mal hingefahren, haben das Hitra-Pilkbesteck klar gemacht und dumm geguckt. Das Echolot zeigte Fisch über die gesamten 100m Wassersäule, aber erstmal ging da nichts. Also Jigrute raus und tatsächlich haben wir dann in Grundnähe einige brauchbare Wittlinge erwischt. Dazu kamen vier stramme Seelachse zwischen 60 und 70 cm jeweils als Einsteiger beim Ablassen. Pilken, Jiggen, Einkurbeln, mit und ohne Beifänger, egal was…, es blieb völlig wirkungslos. Nur die runterrauschenden Eisen brachten Fisch. Egal, das machte Mut für den nächsten Tag und nach einer schnellen Runde filetieren und einem Schlummerbier ging es ab in die Kojen.

Der nächste Tag war sonnig und windstill. Die Wassertemperatur lag laut Echolot bei 19°. Wir haben geschleppt und gepilkt. Inchiku, Naturköderangeln, Spinnfischen – alles wurscht: es gab fast keinen Fisch. Allerdings viele Bisse, gerade beim Naturköderangeln. Nur meine Tochter konnte einen Seelachs und einen kleinen Braunbarsch erwischen. Da war die tägliche Fangstatistik sehr schnell ausgefüllt. Leider!

Am nächsten Tag wollten wir nichts anbrennen lassen und sind in den Imarsund gefahren. Dort haben wir die einschlägigen im Internet beschrieben Stellen abgefahren. Bis auf zwei, handlange kleine Rotbarsche aus 30m Tiefe vor der Fischfabrik wieder nichts. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Am dritten Tag sind wir dann sämtliche Unterwasserberge des Karnessfjords angefahren und haben es mit Pilkbesteck versucht. Am ersten Spot angekommen. Runtergelassen – Biss. Angezogen und dann offensichtlich ein Überbeisser. Leider ging der gute Fisch im Mittelwasser verloren. Am Pilker hing nur noch ein völlig zerfetzter Wittling, der wohl zuerst gebissen hatte. Darauf hat meine Tochter dann Heringsstücke an die Gummimakks Gr .4 gepackt und ….Zack! einen feisten 83cm Leng mit gut 3 kg gefangen. Dazu kamen noch einige schöne Seelachse, wie immer beim Ablassen im Mittelwasser zufällig eingestiegen und hängengeblieben.Anhang anzeigen 284402

So langsam sind wir dann in den nächsten Tagen reingekommen und haben die Haken und Ködergrößen immer weiter reduziert. Auf diese Weise konnten wir mehrere Lengs der drei Kilo Klasse, einen wirklich stattlichen Dorsch, Wittlinge und einen Lumb fangen. Nervig sind die vielen Fleckhaie, die ab etwa 120m Wassertiefe ständig die Köder mopsen und dann auch noch irgendwie am Haken hängenbleiben. Trotz allen Bemühungen ist unsere Bissverwertung noch immer katastrophal und der Vorrat an mitgebrachten Köderheringen nimmt rasant ab.Anhang anzeigen 284405
Anhang anzeigen 284404
Auffällig ist das fast völlige Fehlen von Pollacks und dafür das massenhafte Vorkommen von riesigen Makrelen. Wer gerne Makrele angelt ist hier goldrichtig: 1-2kg pro Minute zu dritt waren kein Problem und wir haben nach 10 Minuten Makrelenangeln genug Köderfische für den gesamten Urlaub in der Truhe.

Vorgestern waren wir draußen in der Trondheimleia vor Edøya zum Seehecht angeln. Da ist man ja nicht alleine auf dem Wasser und auf den anderen Booten haben wir fast jede denkbare Gerätezusammenstellung gesehen. Auffällig war für uns aber auch hier: viele benutzten sehr feines Besteck. Häufig Makrelenvorfächer mit weintraubengroßen Fischfetzen beködert – und haben damit teilweise riesige Seehechte gefangen. Natürlich war es meine Tochter die unseren Seehecht ans Band bekommen hat. Mein Sohn und ich konnten nur Wittlinge von 1,5 kg und mehr erwischen.
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Leider kippte Mittags das Wetter und passend dazu sprang der Motor vom Boot plötzlich nicht mehr an. Irgendwann ist es uns dann doch gelungen das Teil zu starten und wir sind heile wieder nach Hause gekommen. Aber seitdem schweigt die Maschine hartnäckig. Montag soll ein neues Boot da sein – hoffentlich läuft es damit besser.

Gestern trafen wir zwei deutsche Angler, die das Revier schon länger kennen und befischen. Sie sagten, dass neben der hohen Wassertemperatur vor allem das übermäßige Futterangebot und die Massen von Kleinfischen unser Problem wären. Die großen Raubfische sind alle knallvoll gefressen und kaum zu einem vernünftigen Anbiss zu bewegen. Ob das genau so stimmt?! Das Fazit passt zu mindestens. Sie rieten uns zu Haken Größe 1 und maximal golfballgroßen Ködern in 80-120m Tiefe. Das deckt sich mit unseren Erfahrungen im August im Karnessfjord: sehr speziell bis schwierig zu befischen. Nur für Liebhaber und Spezialisten…

So, das war Teil 1 vom Karnessfjord. Ich werde berichten, wie es mit dem neuen Boot weitergeht und ob wir die Truhe doch noch vollkriegen.

Nachtrag: gerade kommt mein Sohn mit einem echt feisten Pollack rein. Hat er mit Gummifisch vom Ufer aus erwischt...Anhang anzeigen 284406
Hallo,

das Camp auf Tarva würde mich interessieren, auch wenn es aktuell wohl nicht buchbar ist. Kannst du mir da bitte mehr Informationen geben? Wo bzw. wie hast du das seinerzeit gebucht?
 
Hallo!
Ja, das war schon was ganz Besonderes! 160 PS Boot gehörte auch noch zum Haus...
Hatte ich bei DanCenter gefunden! Aber da steht es vermutlich nicht mehr drin?!
Viel Erfolg!
 
Wir waren (mal wieder) einen Monat nach euch in dem Haus und ich kann versichern- man braucht für diese Wittlinge keine 100m Tiefe. Gibts nebenan auf 35m. Haie sind da allerdings auch, nur fängt man sie nciht, sondern sie klauen mal Haken oder ganze Vorfächer. Der letzte hat beim vorbeischwimmen einfach mal die Schnur 2m unter der Wasseroberfläche gekappt.
Wenigstens wurde nach euch das Boot komplett überholt, wir haben uns sehr darüber gefreut.
 
Hallo Leuchtturm.
Ich bin vom 19.4. bis 26.4. im Haus Strandafjord. Liegt etwas rechts von der Ausfahrt des Skalvikfjord. Ich habe hier gelesen das du in der Region dich super auskennst. Wie sieht es denn derzeit bzw meist Mitte bis Ende April in der Gegend so aus?!
Ich bin über jeden Tip dankbar, da ich sonst nur im hohen Norden ( ab höhe Lofoten) fische. diesesmal ist es aber ein kleiner Familien Osterurlaub. Vielleicht kann man auch mal gemeinsam auf s wasser.

lg Lars
 
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