Havoysund Reisebericht Teil1

Trickyfisher

Stammnaffe
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18 Dezember 2019
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Hallo Kollegen
Hier gibt’s mal einen kleinen Bericht von meiner letzten Reise nach Havoysund, schenkt euch ein Gläschen ein, lehnt euch zurück und genießt die Show.
Begonnen hat alles mit einem überraschenden Anruf von Manfred Kepplinger vom Österreichischen Angelreise Veranstalter Angel-Fischerreisen.at, mit denen ich schon ein paarmal unterwegs war.
Er erzählte mir, dass, wegen der vielen Corona bedingten Absagen in den letzten Monaten, eine außerplanmäßige Tour nach Havoysund im September stattfinden wird und ob ich Lust hätte, mitzufahren.
Klar hatte ich Lust und wie, die „Regierung“ war sehr verständnisvoll, mein Chef auch, also alles klar.
Und am 10. September wars dann so weit. Nach einer langen, beschwerlichen Anreise, begonnen mit einer Zugfahrt nach Linz, dann per Reisebus nach München, Flüge Oslo-Tromsö-Lakselv und nochmal 3 Stunden Bus kamen wir, 7 Mann hoch, schließlich müde aber voller Tatendrang in Havoysund an.
Havoysund, wo ist das überhaupt? Das ist eine Insel, mit dem Festland über eine Brücke verbunden, in Sichtweite des Nordkaps, genau am 71° Nord, nördlicher geht’s wirklich nicht mehr.
Noch was essen, ein, zwei Ankunftsbier und dann ins Bett, morgen geht’s los.
Hier unser Haus für 8 Personen, einfach aber zweckmäßig eingerichtet mit einer großen Tiefkühltruhe für die Filets.
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Tag1:
Nach einem ausgiebigen Frühstück lernen wir erst mal Patrick, den Betreiber der Anlage kennen, holen uns ein paar Tipps und übernehmen unsere Boote, die mit allen ausgestattet sind, was man so zum Angeln braucht.
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Gerät zusammengebaut, rein in die Anzüge und dann gings auch schon los. Die ersten zwei Tage wollen die Kollegen erst mal schauen, dass die Filet Kisten voll werden, dann solls auf die Großen gehen. Ich habe ein Boot zusammen mit Helmut und Helmut (ja, die heißen beide gleich).
Kurze Zusammenfassung, der Fischreichtum dort ist unvorstellbar, die Wassertiefe in der Gegend beträgt meist so um die 80-100m mit Plateaus und Untiefen von 30-40m. Wenn man so eine Untiefe aufsucht und sich dort runterdriften lässt, knallts im Minutentakt, ein Dorsch nach dem anderen landet in der Kiste, dazu noch schöne Schellfische, eigenartiger Weise aber keine Köhler.
Und gleich am ersten Tag hat mein Bootskollege schon den ersten Butt dran, der sich aber nach einer langen Flucht wieder verabschieden kann.
Bei mir gibt’s einen schönen Dorsch.
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Tag2:
Wir fahren wieder an die gleiche Stelle wie gestern und es landet ein Dorsch nach dem anderen in der Kiste. Plötzlich habe ich am Pilker einen Biss und der Fisch verhält sich anders, als die Dorsche davor und tatsächlich, ein kleiner Heilbutt kommt an die Oberfläche, ein guter Anfang. Um größenmäßig etwas zu selektieren, montiere ich einen Rios Gummifisch 20cm „Orca“. Nach einiger Zeit habe ich einen eher zarten Biss, ich schlage an und sofort setzt der Fisch zu einer Flucht an, das ist er, der Butt.
Nach einem heftigen Kampf mit einigen Fluchten habe ich ihn schließlich im Bott, ein perfekter Einstiegs Heilbutt mit 15kg, ich bin überglücklich.
Die Kollegen im Nachbar Boot haben zusammen 4 Butt Bisse, können aber keinen rausbekommen.
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Tag3:
Hatten wir die ersten zwei Tage durchaus schönes Wetter mit mäßigem Wind regnet es heute am Vormittag kräftig, wir beschließen daher, erst am Nachmittag rauszufahren.
Am Nachmittag geht’s dann raus, heute sind wir nur zu zweit, der dritte hat keine Lust, da es immer noch eher kalt, windig und ungemütlich ist.
Wir verlassen den Sund linksseitig, dort befinden sich zwei Felsen Inseln, zwischen denen gute Heilbutt Gründe sein sollen, Plateaus mit 30-40m mit tieferen Rinnen dazwischen.
Wir versuchen es zuerst mal mit GuFis aber nichts geht, also fange ich mir einen kleinen Köhler und montiere eine Nachlaufmontage.
Es gibt längere Zeit keine Aktion, wir versuchen verschiedene Stellen aber nichts beißt. Wir verlegen wieder neu, ich lasse meine Montage zum Grund und ziehe ein paar Meter hoch, plötzlich spüre ich ein leichtes zubbeln, dann einen leichten Zug, gehe mit der Spitze zur Wasseroberfläche und schlage kräftig an. Sofort setzt der Butt zu einer nicht enden wollenden Flucht an, das muss ein Großer sein.
Ein langer, harter Kampf beginnt, der mir alles abverlangt.
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Dann kommt die Siluette eines riesigen Heilbutts an die Oberfläche. Ich weiß schon, was jetzt passieren wird, drehe die Bremse ein wenig auf und schon taucht der Butt wieder 70m ab bis zum Grund, aber jetzt ist er müde.
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Mit vereinten Kräften können wir schließlich den Riesen über die Bordwand ziehen und dann liegt er da, ein Riesenbutt, 150cm lang, Patrick meinte später, 50kg wären noch zu wenig, eher 55kg.
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Nur mit aller größter Mühe schaffen wir es, den Butt wieder über die Bordwand zu wuchten und dann schwimmt er wieder weg. Ich bin fix und fertig und überglücklich, das war genau der Fisch, wegen dem ich hergekommen bin.
Von meinem Gerät bin ich nun restlos überzeugt, meine Rute von Balzer 71°North Heilbutt Wobbler Travel, zusammen mit meiner neuen Omoto Vortex Talos 14NN und 30lps Storck8X hat diese Herausforderung problemlos gemeistert, und passt dabei noch in jeden Koffer, bin begeistert.
So, das war Teil 1 und der 2. folgt zugleich
 

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Trickyfisher

Stammnaffe
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18 Dezember 2019
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85
Na klar, diese riesen Schwermetall Deponien sollten auch nicht mehr entnommen werden (zumindest von mir nicht) und die kleineren schmecken ja auch viel besser.
 

Bobo

Stammnaffe
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15 Oktober 2013
Beiträge
79
Ort
Solingen
Sehr Cooool,

ich möchte nächstes Jahr auch dort hin. Habe schon vor gebucht.
Können uns gerne mal austauschen.
 

felchenguenni

Stammnaffe
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146
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Lindau (Bodensee)
Klasse Bericht und TOP :a020: das der Bursche wieder schwimmt, freu mich schon auf Teil 2.
 

der beste

Stammnaffe
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Toller Bericht und sehr schöne Bilder.
Prima das der Butt weiterschwimmen durfte.
 
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